Die Hiobsbotschaften der Weltmärkte lassen Menschen um den eigenen Job fürchten. Arbeitsmarktforscherin Sabine Klinger hat überraschende Nachrichten.
Sabine Klinger leitet die Abteilung "Konjunktur und Arbeitsmarkt" im Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Konjunkturforschung (IAB). Sie hat am Freitag ihre Prognose für das kommende Jahr veröffentlicht.
"Die Arbeitslosigkeit wird im kommenden Jahr deutlich ansteigen", prophezeit Arbeitsmarktforscherin Sabine Klinger. (© Foto: ddp)
Anzeige
sueddeutsche.de: Frau Klinger, die Weltwirtschaft scheint vor dem Abgrund zu stehen, jeden Tag neue Horrorzahlen und die Menschen wollen wissen, wie sicher ihr Arbeitplatz ist. Wie sieht Ihre Prognose für das kommende Jahr aus?
Sabine Klinger: Bislang reagiert der deutsche Arbeitsmarkt noch sehr robust. Da ist von der wirtschaftlichen Abkühlung nur wenig zu spüren. Aber wir sind als Exportnation weltweit sehr gut mit anderen wichtigen Volkswirtschaften vernetzt. Darum werden sich deren Konjunkturprobleme auch auf Deutschland niederschlagen.
sueddeutsche.de: Also mehr Arbeitslose im kommenden Jahr?
Klinger: Die Arbeitslosigkeit wird im kommenden Jahr deutlich ansteigen. Im Jahresdurchschnitt allerdings kommen wir gegenüber diesem Jahr noch mit einem blauen Auge davon. Bei einem erwarteten Wachstum zwischen null und einem halben Prozent liegt der Zuwachs an Arbeitslosigkeit irgendwo zwischen Stagnation und 30.000 zusätzlichen Arbeitslosen.
sueddeutsche.de: Woran liegt das?
Klinger: Wir werden zum einen noch sehr gut in das neue Jahr starten. Zum anderen entlastet der demographische Faktor den Arbeitsmarkt. Zum Dritten reagiert der Arbeitsmarkt immer etwas verzögert auf die Konjunktur.
sueddeutsche.de: Dank des demographischen Faktors werden 130.000 Menschen weniger dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, etwa weil sie in Rente gehen. Ohne sie hätten wir ein ganz schönes Problem, oder?
Klinger: Dann wäre die Situation auf dem Arbeitsmarkt deutlich schlechter.
sueddeutsche.de: Wir sprechen über Durchschnittswerte. Welche Branchen wird es besonders heftig treffen?
Klinger: Vor allem die, die stark exportabhängig sind. Dazu zählen etwa die Autoindustrie und ihre Zulieferer und bald wohl auch die Maschinenbauer.
sueddeutsche.de: Das könnte dann doch eigentlich mit einer gesteigerten Binnennachfrage ausgeglichen werden. "Leute kauft!", müsste das jetzt die Botschaft sein?
Klinger: Im Grunde ja. Wenn die Menschen auf die Finanzkrise verunsichert reagieren, also ihr Geld nicht ausgeben und die ohnehin hohe Sparquote noch weiter nach oben treiben, dann verstärkt das die Krise.
sueddeutsche.de: Könnte denn ein gesteigerter Binnenkonsum die Folgen der weltweiten Abkühlung komplett ausgleichen?
Klinger: Ob es dazu reicht, ist schwer zu sagen. Aber die Bedeutung des Binnenmarktes ist auch in unserer Exportwirtschaft sehr hoch. Grundsätzlich halte ich es deshalb für machbar, eine Schwäche der Exportwirtschaft durch eine Stärkung der Binnennachfrage zu kompensieren.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, wen es in der Finanzkrise am ehesten trifft und wie die gute Nachricht lautet.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
mehr ist nicht dazu zu sagen.
und jupp fairplay... wie das geht weiss die BA ...
nur die Rekrutierungsgrenzen hinsichtlich des Ausbildungs- und Kenntnisstandes für Zeitarbeit erweitert sich wesentlich, entsprechend sinkt für die niederrangigen Lohngruppen das Entgelt,
Wir stellen jetzt verstärkt diplomierte Fachkräfte des Finanzmarktes ein z,B, Finanzmathematiker und -wissenschaftler, dipl. Kaufleute Fachrichtung Vertrieb, auch Sparkassenbankwirte etc. als Sachbearbeiter für das Backoffice in Unfall- und Haftpflichtversicherungen u. ä. ein. Zudem können diese durch eine Weiterbildung und ihre zuvor angeeigneten Fähigkeiten in der Beratung einen einfacheren Einstieg in unsere Callcenter-Landschaft finden, besonders für den Verkauf von Glückslosen und Gewinnspielen dürften einschlägige Kenntnisse vorhanden sein.
Auf hin zum Sklavenmarkt der Servicedienstleister.
Wer es glaubt wird selig ...
Ehrliche Antwort wäre gewesen:
"Das hängt von Grad und Umfang der Statistik-Trickserei ab" ...
Der demographische Faktor ist durchaus bekannt und wird ja auch von niemanden angezweifelt. Wenn sie sich damit nicht auskennen, informieren sie sich bitte. Man kann in einem Interview nicht jede Kleinigkeit breit erklären.
Klinger: "Wir werden zum einen noch sehr gut in das neue Jahr starten. Zum anderen entlastet der demographische Faktor den Arbeitsmarkt. Zum Dritten reagiert der Arbeitsmarkt immer etwas verzögert auf die Konjunktur."
Hallo, jemand zu Hause?
...der demographische Faktor entlastet den Arbeitsmarkt? Also die geburtenstarken Jahrgänge sind jetzt so um die Mitte 40... -das bedeutet diese haben, auch Dank der Münte- Rente mit 67 gut und gerne 20(!) Erwerbsjahre vor sich! Wenn es jetzt also eine Entlastung des Arbeitsmarktes durch eine abnehmende Bevölkerung geben sollte, dann müsste sich diese zumindest seit ca. 20 Jahren schon durch einen leer gefegten Azubi- Markt ankündigen... -aber durch den massiven Stellenabbau der letzten Jahrzehnte ist das nicht der Fall. Wo also sollte diese "Entlastung" herkommen? Aber daß Hr. Denkler beim blonden Kind von der Bundesagentur hier einmal nachfragt, war nicht nicht zu
erwarten!
Paging