Beim Vortreffen hatte eine Vertreterin der Jugendsozialarbeit von der neuen Armut erzählt, die sich im Stadtteil Haidhausen zwischen aufwändig sanierten Häusern versteckt, und die die Akademiker meist nur aus den Medien kennen. Immer mehr Schulen in Haidhausen böten morgens ein Frühstück an, weil die Schüler zuhause nicht mehr genug zu essen bekämen, hatte die Sozialarbeiterin berichtet.
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Das ging Markus Dilling länger nicht aus dem Kopf: "Das hat mich schon schockiert." Wie Bianca Brendel arbeitet der 33-Jährige als Vorstandsassistent, doch an diesem Tag tackert er mit dem 13-jährigen Kroaten Andrija graue Teppichquadrate auf Spanplatten. Darauf sollen die Schüler in der Rückzugsecke einmal toben und sitzen. Dilling freut sich, dass er den Schülern helfen kann. " Ich habe tiefere Einblicke bekommen". Er sei sich seiner eigenen "privilegierten Situation" bewusst geworden, sagt der Kaufmann.
Das Kennenlernen bleibt allerdings oberflächlich: "Unser Einsatz dürfte ruhig länger sein, dann käme man auch mit den Schülern besser ins Gespräch", sagt Brendel. Zwei Tage seien ein kurzer Zeitraum, sagt auch Uwe Schell, Berater für Führungskräfte-Entwicklung bei der Allianz. "Man muss sehen, was bei dem vielbeschäftigten Managernachwuchs machbar ist."
Die Allianz hilft da, wo die Stadt München der Schule bisher nicht geholfen hat. Im Dezember 2006 hatte die Jugendsozialarbeit beim Schulreferat neue Farbe für die abblätternden Wände im Betreungsraum beantragt - und einen Ersatz für den schäbigen Linolium-Boden. Geschehen ist seither nichts.
Den Bau der Wohlfühlinsel hätte die Stadt nie finanziert, beklagt Betreuerin Kirsten Brunner-Döring. 5000 Euro hat das Projekt gekostet. Das Geld ist eine Spende von der Förderorganisation Aktion Mensch, und die Allianz-Manager haben umsonst gearbeitet: "Ohne den Einsatz von Ehrenamtlichen hätten wir das nicht geschafft", sagt Brunner-Döring.
Als die Rückzugsecke nach zwei Tagen steht und zum Spielen einlädt, sind Manager und Kinder zufrieden: "Voll cool", sagt Frederico und strahlt die Helfer an. "Kommt ihr Montag wieder?"
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(SZ vom 15.03.2008/beu/mel)
Diese Veranstaltungen sind im Alltag schnell vergessen!
D.h. sie fühlen sich alle für "Höheres" berufen.
Sie kennen teilweise den Betrieb und die dort anfallenden Aufgaben nicht richtig. Sie durchblicken und überlicken den Zusammenhang oft nicht.
Sie fühlen sich zu fein, um die Detailarbeit mit SAP und Excel-Tabellen mit aufwendigen Formeln und Funktionen selbst zu erledigen und dann eventuell noch zu hinterfragen.
Oftmals werden die Tüftler und Bastler, vergeistigte Informatiker und Mathematiker von diesem sogenannten Management mitleidig belächelt.
Und noch schlimmer, anstatt auf die innovativen Ideen zu achten, entscheiden diese Manager und verschlafen dadurch oft die Zeichen der Zeit. Beispiele hierfür gibt es genug.
Und da sie sich schon so abgehoben haben, fahren sie den Karren oft gegen die Wand.
In dieser Welt ist Blenden und Selbstdarstellung eben alles.
ist ja löblich, aber in der Kürze der Zeit unrealistisch. Für Führungsmanager nur ein Termin unter vielen. Bis die in die Förderschulumgebung eingewiesen sind, Fragen beantwortet werden, ist der Sozialschnuppertag vorbei.
Ich würde da eine Patenschaft anregen, der kroatische Schüler begleitet von einem Allianzmanager, bis in die Ausbildungszeit. Das wäre Verantwortung, Verbindlichkeit, Treue, Werte, wie sie selbst der leitende Angestellte heute nicht mehr erfahren. Sie könnten sich gegenseitig befruchten.