Airbus feiert seine Auslieferungszahlen. Doch wenn kein Kompromiss beim Pannen-Transporter A400M gelingt, steht das Vorzeigeunternehmen plötzlich arg geschwächt da.
Für EADS-Chef Louis Gallois steht zehn Jahre nach der Gründung des Konzerns im Jahr 2000 eines fest: "EADS ist ein Erfolg." Schließlich hat Airbus, die wichtigste Tochterfirma von EADS, in dieser Zeit Boeing als Weltmarktführer bei den zivilen Flugzeugen abgelöst, auch in anderen Sparten hat es Fortschritte gegeben.
Bild vergrößern
Zweckoptimismus: Airbus-Chef Thomas Enders posiert vor dem A400M. Sein Unternehmen wird wohl Kompromisse machen müssen, um das Projekt erfolgreich zu Ende zu bringen. (© Foto: Reuters)
Anzeige
Doch so toll ist die Lage nicht: In den nächsten 19 Tagen wird sich wohl entscheiden, ob Airbus einigermaßen glimpflich aus dem Milliarden-Desaster rund um den Militärtransporter A400M herauskommt.
Es besteht aber auch die Gefahr, dass das in der Regel politisch wohlgelittene Vorzeigeunternehmen wirtschaftlich stark geschwächt sein könnte. Das wäre der Fall, wenn das Mega-Projekt scheitert und abgewickelt werden muss.
Airbus hat bereits fast sechs Milliarden Euro investiert, das Geld wäre größtenteils umsonst gewesen. Es wird voraussichtlich bis zur letzten Sekunde gepokert. Doch zuvor müssen sich die Besteller, unter ihnen Deutschland und Frankreich, auf eine gemeinsame Position einigen, mit der sie Airbus konfrontieren.
Daran hapert es aber auch vor dem Treffen auf Staatssekretärsebene, das für diese Woche vereinbart ist. Manchem ist die Tragweite offenbar nicht bewusst.
Vor allem die Bundesregierung wird sich bewegen müssen. Es geht für sie um Mehrkosten von immerhin gut 1,5 Milliarden Euro über mehr als zehn Jahre, vorausgesetzt, sie würde die Airbus-Forderungen zu 100 Prozent erfüllen.
Es muss schnell eine Entscheidung her. Denn es steht viel auf dem Spiel - das Ziel eines konkurrenzfähigen europäischen Verteidigungssektors, Zehntausende Arbeitsplätze und nicht zuletzt das weitere Schicksal von EADS.
- Thema
- Unternehmen RSS
- Airbus distanziert Boeing Marktführer, grüß mir die Sonne! 12.01.2010
- Airbus: <i>A400M</i> Kompromiss gesucht 06.01.2010
- Militärtransporter Airbus-Chef pokert mit A400M 05.01.2010
- Gewinneinbruch Krisenflugzeug A400M bringt EADS in Bedrängnis 28.07.2009
- Interview: Beiersdorf-Chef Quaas "Die Haut ist doch überall gleich" 17.05.2010
- Luxuskonzerne Italienischer Chic für China 15.05.2010
- Wirtschaft kompakt Verseuchter Käse: Ermittlungen gegen Lidl 15.05.2010
(SZ vom 13.01.2010/pak)
Putin und Hollande streiten um Intervention in Syrien
Das was hier suggeriert wird, zieht sich wie ein roter Faden durch die SZ. Ob Ariane, Airbus, Transrapid, Flughafenausbau usw., grundsätzlich wird unsere europäische Technik schlecht geredet, ständig mit Pannen, Pleiten, Chaos, Desaster, Monster usw. journalistisch begleitet. Wie ich vorausgesagt habe, werden die Verzögerungen von Boeing nur mit Airbus kleinlaut erwähnt. Aber unsere Produkte werden verteufelt. Dabei bedenken diese Journalisten nicht, dass davon hunderttausende von gut bezahlten Arbeitsplätzen abhängen. Wen wundert es, dass bald immer weniger das Geld haben, die SZ zu kaufen. Trotz intensiver Werbung habe ich den Eindruck, dass die SZ genau auf dem Ast sitzt, an dem sie ständig sägt.
An Mister_G: Danke,wenigstens ein schoenes Foto,wo man sonnst nur das Einerlei zu sehen bekommt.
"Der A-400 M wird der Verkauferfolg in den naechsten 40 Jahren werden,es sei denn die Politik,kneift wieder einmal und laesst den Mut schleifen. "
So war es mit ARIANE, AIRBUS, so wird es mit GALIEO und dem A-400M , der ganze Rest hier ist wie immer , wichtigtuerrei und fruchtloses Geschwätz. Es ist so wie Sie es sagen und der Rest gerät in vergessenheit .
E R P R E S S U N G ! und weiter
"Möglicherweise haben sich die Herren von EADS und damit ihre Kunden, sprich Staaten, zu lange in einer trügerischen Sicherheit gewiegt."
Ach solitaire ! diesen alten Schinken hast du schon vor 2Jahre in der "Zeit community "vorgebracht, damals war es Forgear aus Frankreich der herhalten mussten.
Ich staune das nach so langer zeit, nichts neues eingefallen ist.
Paging