Neues Sicherheitsleck bei der Telekom: Reporter surften in der T-Datenbank und konnten vertrauliche Informationen von 30 Millionen Handy-Kunden einsehen.
Zum wiederholten Mal ist bei der Telekom ein Sicherheitsleck bei sensiblen Kundendaten bekannt geworden. Dadurch konnten persönliche Informationen von 30 Millionen Handy-Kunden eingesehen und manipuliert werden, berichtete der Spiegel.
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Noch am Freitag kündigte Vorstandschef Rene Obermann ein Datensicherheitskonzept an. Jetzt ist die nächste Panne der Telekom bekannt geworden. (© Foto: dpa)
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Das Unternehmen erklärte nach Bekanntwerden der Panne am Samstag, die Sicherheitslücke sei Donnerstagnacht geschlossen worden. Noch am Freitag hatte das Unternehmen mehr Transparenz und bessere Standards bei Datenschutzproblemen angekündigt.
Laut Spiegel konnten die Daten mit einigen wenigen Benutzerangaben und einem einfachen Passwort von jedem beliebigen Internet-Rechner abgerufen und verändert werden. Über die Zugangsdaten verfügten demnach nicht nur unzählige Mitarbeiter der T-Punkt-Läden, sondern auch Hacker-Kreise.
Demnach konnten sich auch Spiegel-Redakteure in das laufende Kundensystem von T-Mobile einloggen und Daten wie etwa Adressen oder Bankverbindungen einsehen und verändern. In der Kundendatei befinden sich zahlreiche Prominente, darunter Ex-Bundespräsident Roman Herzog und Alice Schwarzer, die der öffentlichen Nennung als Betroffene zugestimmt hätten.
Laut Spiegel schloss die Telekom das Leck erst, nachdem sie am Donnerstag mit den Recherchen konfrontiert worden sei. Die Telekom erklärte, der illegale Zugriff mit gestohlenen Passwörtern auf die Vertriebsdatenbank von T-Mobile sei seit Donnerstagnacht nicht mehr möglich. Man habe ein Verfahren eingeführt, das mit einer Transaktionsnummer (TAN) Eingriffe von Unbefugten ausschließe und Teil des am Freitag vorgestellten Maßnahmenpakets für Datenschutz sei.
Bei dem TAN-Verfahren kann der Vertriebsmitarbeiter nur auf die Daten des Kunden zugreifen, wenn er von diesem eine gültige TAN erhält. Diese bekomme der Kunde vom System automatisch generiert per SMS auf sein Handy, wenn er einen Service in Anspruch nehmen wolle. Erst wenn der Telekom-Mitarbeiter die TAN in die Datenbank eingebe, könne er die Daten des Kunden lesen und bearbeiten. Zudem seien alle in den Telekom-Shops genutzten Passwörter ersetzt worden.
Forderungen nach Schadensersatz-Ansprüchen der Kunden
Am Freitag hatte die Telekom bessere Standards beim Datenschutz angekündigt. Vorstandschef Rene Obermann etwa wolle als Konsequenz aus dem jüngst bekannt gewordenen Diebstahl von 17 Millionen Kundendaten ein eigenes Vorstands-Ressort schaffen. Dadurch solle der Datenschutz verbessert werden. Zudem kündigte der Manager an, künftig offensiver über Missbräuche zu informieren. Zuvor war bekannt geworden, dass dem Unternehmen bereits 2006 rund 17 Millionen Kundendaten aus dem Mobilfunkbereich gestohlen worden waren.
Ein Telekomsprecher sagte am Samstag zu dem neuen Datenproblem, man habe auf der Pressekonferenz am Freitag mündlich auf ein neu aufgetretenes Problem hingewiesen. Zudem sollte darüber auch auf der Internetseite berichtet werden, auf der das Unternehmen ab der kommenden Woche die Kunden aktuell über Probleme informieren will.
Die FDP-Politikerin Gisela Piltz sprach sich wegen der ständigen Pannen bei der Telekom für ein Eingreifen der Bundesnetzagentur aus. Der Grünen-Politiker Volker Beck forderte wegen der Sicherheitsprobleme den Stopp der umstrittenen Vorratsdatenspeicherung.
Auch das neue Datenschutzkonzept des Unternehmens steht in der Kritik: Dass der Konzern sich freiwillig verpflichte, Datenmissbrauch mitzuteilen, reiche nicht, sagte die Grünen-Politikerin Silke Stokar der Frankfurter Rundschau.
Nötig seien eine gesetzliche Meldepflicht und Schadenersatz-Ansprüche der Kunden. T-Mobile-Aufsichtsrat Ado Wilhelm zeigte sich zudem verwundert über die geplante Schaffung eines neuen Vorstandsbereichs für Datenschutz: "Ich bezweifle, ob das der Sache dient und die Probleme löst."
Zehntausende demonstrieren gegen Überwachungswahn
Unterdessen haben in Berlin mehr als 10.000 Menschen gegen die Speicherung elektronischer Daten durch den Staat demonstriert. Nach dem umstrittenen Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung soll die Telekom seit Anfang des Jahres technische Daten von Gesprächen sechs Monate lang speichern können. Ab 2009 soll auch die Kommunikation über das Internet erfasst werden.
Zu der Demonstration in Berlin hatten insgesamt 117 Organisationen aufgerufen. Nach Angaben der Veranstalter zogen sogar rund 50.000 Menschen unter dem Motto "Freiheit statt Angst - Stoppt den Überwachungswahn!" in einem langen Zug durch die Innenstadt. Die Polizei zählte bis zum Nachmittag12.000 Demonstranten.
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(AP/Reuters/hai)
verursacht durch "die Einzelperson eines als Programmierer angestellten Individuums" wollte ich damit nicht zum Ausdruck bringen. Bitte entschuldigen Sie und der Berufsstand der Schreiner meine Flapsigkeit.
Mit "Programmierer" kann auch durchaus verstanden werden, dass durch unsachgemäßen Einsatz einer gewissen S oftware A us P olen und leicht bis völlig überforderter Personalbesetzung in der Entscheidungsebene, welche Module welchem Sicherheitsdenken azupassen sind, eben auf einmal die Geschäftsgrundlage aka Vertriebsdatenbank im Internet abrufbar ist. Die Richtlinien der GoBS und GDPdU sind weitaus mehr als manch einer zu wissen meint. Selbstverständlich ist es nicht der kleine Angestellte, der das zu verantworten hat. Es sind einmal mehr die Herren des mittleren und/oder oberen Managements, die ihre Kernaufgaben nicht beherrschen.
Wenn nur jeder Verantwortliche der IT-Landschaft die Berufsehre und die Sorgfalt eines guten(!) Handwerkers hätte, wäre die ganzen Peinlichkeiten den Telekomikern wohl nicht passiert.
Ein von einem Programmierer verursachtes Sicherheitsleck liegt hier in keinem Fall vor! Ein durch schlechte und unübersichtliche Programmierkunst verusachtes Sicherheitsleck ist etwas anderes als ein in einem Webserver bereitgestellter und kommunizierter Zugang, der schlicht durch die unsachgemäße und unprofessione Planung der Datenverarbeitung, sowie durch den Einsatzes der falschen Mittel entstanden ist.
Es wäre falsch den Schreiner dafür zu bestrafen, dass sich die Haustür mit einem passenden Schlüssel auch von Unberechtigten öffnen lassen würde.
Dieser Vorgang hat nichts mehr mit einem Sicherheitsleck zu tun, das ist in meinen Augen schon grobe Fahrlässigkeit. Der Diebstahl der Datensätze ist mit diesem Geschehen hier wohl nicht vergleichbar. Hier in diesem Fall ist es - mit Verlaub - die Blödheit der Programmierer, dass Kundendatensätze relativ einfach über einen offenen Webserver abrufbar sind. Das hat aber mit dem Diebstahl oder mit Vorratsdatenspeicherung nichts zu tun, das hier ist einfach Dummheit. Wenn die Vetriebsdatenbank im Internet zugängig ist, dann haben die Telekomiker ein grundsätzliches Problem mit dem Verständnis, wie Kundendaten zu behandeln sind. Wer seine eigentliche Geschäftsbasis derart behandelt, hat von GoBS und GDPdU wirklich nichts begriffen. Unternehmen, die derartig grob fahrlässig handeln und jeglichen Datenschutz derart mit Füßen treten, würden keiner Überprüfung durch Sachverständige standhalten. Ich meine hier wirkliche Sachverständige, keine Berater.
hier noch einmal meine Zuschrift zum vorletzten Daten-Fall vom 12.10.08:
Wann wollen Sie eigentlich zurücktreten Herr Obermann, wenn nicht jetzt?
Mal abgesehen von der ohnehin schon lange währenden Unglaubwürdigkeit, die einem "Zögerling" wie Obermann entgegenzubringen ist.
Die gesamte Misere sollte auch einmal technisch und von der Seite der Machbarkeit und der Möglichkeiten betrachtet werden.
Nicht ohne Kritik kommt hier die Führung der IT weg, besonders die so oft und auch nicht unverschuldet geschmähte IT-Entscheider-Ebene. Die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern deren Betriebssysteme die maximale Tauglichkeit für vernetzte Spielekonsolen haben, sind im unternehmerischen Umfeld und im Geschäftsalltag nicht tauglich.
Es gibt für die Zugriffskontrolle keine vermittelnde Anwendung, die Möglichkeit die Organisation mittels einer Abbildung der Kundendaten effizient zu strukturieren schlägt aus vielen Gründen fehl. Z. B ist es nicht möglich genügend Benutzergruppen zu spezifizieren, auch wird es nicht gelingen eine entsprechende Anzahl von Mitgliedern in eine Gruppe zu packen, zu definierende Zugriffsklassen existieren nicht oder es mangelt an der entsprechende Anzahl. Verschiedene wichtige Anwendugnen müssen wegen zu Hoher Auslastung abgeschaltet werden. blablablabla....
Die undurchsichtige Situation und auch die Komplexität der gesamten IT-Struktur, verrät eines ganz klar: Es ist von alledem was diese Gestalten erzählen kein Wort war.