Panama Papers Deutsche Banken sollen US-Behörde bei Panama-Ermittlungen helfen

  • Die Finanzbehörde des US-Bundesstaates New York will von mehreren internationalen Banken Daten über potenzielle Kontakte mit der Kanzlei Mossack Fonseca bekommen.
  • Die betroffenen Banken stehen jedoch nicht unter einem konkreten Verdacht, heißt es.

Die Finanzbehörde des US-Bundesstaats New York setzt bei ihren Ermittlungen im Zusammenhang mit den Panama Papers auf die Mithilfe mehrer Banken. Die Bankenregulierungs-Behörde fordert von 13 internationalen Geldhäusern die Übermittlung von Kommunikationsdaten, die im Zusammenhang mit der panamaischen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca stehen. Es geht dabei beispielsweise um Telefon- und Transaktionsdaten.

Mossack Fonseca steht im Mittelpunkt der Panama Papers, einer Recherche eines internationalen Journalistenteams, darunter Reporter der Süddeutschen Zeitung. Dokumente, die der Süddeutschen Zeitung zugespielt wurden, hatten die Existenz Hunderttausender Briefkastenfirmen in dem mittelamerikanischen Staat enthüllt, die von der panamaischen Kanzlei gegründet wurden.

Wie einfache Bürger billige Dienste für Offshore-Kunden leisten

Scheindirektoren unterzeichnen die wichtigen Verträge der Briefkasten-Firmen in Panama - doch in Wahrheit haben sie nichts zu sagen. Von Bastian Brinkmann, Frederik Obermaier und Bastian Obermayer mehr ...

Auch die Deutsche Bank und die Commerzbank sollen Daten herausgeben

Die New Yorker Finanzbehörde will nun, dass mehrere Geldhäuser potenzielle Kontaktdaten im Zusammenhang mit Mossack Fonseca aushändigen, darunter auch die Deutsche Bank und die Commerzbank. Die betroffenen Banken stünden jedoch nicht unter einem konkreten Verdacht, heißt es.

Die Panama Papers beschäftigen inzwischen auch weite Teile der US-Justiz. Bereits gestern äußerte sich die New Yorker Staatsanwaltschaft über Ermittlungen, die auf dem Datenmaterial beruhen. "Wir haben strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet zu Themen, für welche die Panama Papers relevant sind", heißt es in einem Brief der Staatsanwaltschaft. In dem Material tauchen mindestens 200 US-Pässe auf, 3500 Anteilseigner von Offshore-Firmen besitzen US-Adressen.