Konkurrenz für den Platzhirsch: Private Briefzusteller schließen sich in einem Bündnis gegen die Deutsche Post zusammen - und bauen erstmals ein bundesweites Zustellnetz auf.

Bislang ist die Deutsche Post im Briefgeschäft noch nahezu unangefochten - doch das könnte sich bald ändern. Konkurrenten des Bonner Platzhirsches haben Pläne bestätigt, einen zweiten deutschlandweiten Briefdienstleister aufbauen zu wollen. "Ich bin optimistisch, dass dieser Zusammenschluss die kleinen Briefdienstleister stärker macht", sagte der Präsident des Arbeitgeberverbandes Neue Brief- und Zustelldienste, Florian Gerster, der Passauer Neuen Presse.

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Konkurrenz bundesweit: Unter der Führung des Postunternehmens TNT wollen sich private Briefzusteller zusammenschließen. (© Foto: ddp)

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An der Kooperation beteiligt seien unter anderem die Anbieter TNT, Pin Mail, Arriva sowie weitere Briefgesellschaften, wie z.B. des Stuttgarter Medienhauses Georg von Holtzbrinck oder die Citipost des hannoverischen Verlagshauses Madsack, berichtete die Wirtschaftswoche. Bislang hatten die alternativen Zusteller die bundesweite Zustellung verweigert oder ließen sie verlustreich durch die Deutsche Post ausführen.

Vier zentrale Verteilstationen

Die Post-Konkurrenten wollen mit dem Zusammenschluss namens "Mail Alliance" nun eine bundesweite Alternative zum Branchenprimus werden. Briefsendungen bis zu 1000 Gramm sollen innerhalb von 24 bis 48 Stunden zugestellt werden. Langfristig wollen alle Partner dasselbe IT-System nutzen und somit den gleichen Qualitätsstandard bieten. Zudem sind vier zentrale Verteilstationen geplant. Alle beteiligten Unternehmen wollen jedoch ihren Namen sowie ihre regionale Identität beibehalten.

"Die privaten und Geschäftskunden der regionalen Gesellschaften werden die Garantie haben, dass ihre Briefe bundesweit ausgetragen werden", sagte Gerster. Bislang griffen besonders Geschäftskunden vor allem auf die Dienste der Deutschen Post zurück, weil sie einen Großteil ihrer Post bundesweit verschicken.

Die private Post-Konkurrenz erwartet von Union und FDP eine Hilfestellung gegen die Post: "Die Chance ist nicht gering, dass es zu Änderungen bei der Mehrwertsteuerbefreiung der Post und den Post-Mindestlöhnen kommt", sagte Gerster. Der Marktanteil der Post-Konkurrenten liegt derzeit bei etwa zehn Prozent. Größter Anbieter ist TNT mit einem Anteil von drei Prozent. Die Mail Alliance würde insgesamt auf sechs Prozent kommen.

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(sueddeutsche.de/AFP/tjon/tob)