Ebay setzt beim Verkauf von Markenartikeln auf das Prinzip Outletstore - und hofft so, den Abstand zum Branchenführer Amazon zu verringern.
Echte Schnäppchen sind bei Ebay meist gebraucht und ansonsten selten. Doch das soll sich ändern: Gemeinsam mit zehn Markenherstellern hat das Internet-Auktionshaus vor kurzem virtuelle Outletstores eingerichtet, in denen Kunden Artikel der Vorsaison und Überschussware kaufen können. Alles neu und angeblich alles günstiger als im Laden.
Ebay setzt auf das Prinzip Outletstore und will so mehr Markenartikel verkaufen, doch das Projekt geht nur schleppend voran. (© Foto: dpa)
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Für Ebay ist der digitale Fabrikverkauf ein neuer Anlauf, mehr Markenartikel abzusetzen. Das Unternehmen kämpft seit Monaten mit einer schwachen Geschäftsentwicklung, Umsatz und Gewinn sind rückläufig. Und zumindest beim Handel mit Neuware hat Ebay keine Chance gegen den Konkurrenten Amazon.
Als Flop entpuppte sich vor einem Jahr der Versuch, über die Plattform "Ebay Express" aktuelle Markenprodukte zu verkaufen. Die Kunden waren an den Angeboten von rund 3500 Händlern kaum interessiert, "Ebay Express" wurde eingestellt.
Hohe Erwartungen
Die Erwartungen an das virtuelle Konzept sind hoch: Reale Outletläden verkaufen zwar sehr erfolgreich, sind aber meist auch nur regional bekannt. Das Internet hingegen kann den Kundenkreis für Ebay schlagartig erweitern. Mit dem Reste-Verkauf von Markenartikeln will das Auktionshaus endlich wieder ordentliche Wachstumszahlen präsentieren.
Konzern-Chef John Donahoe schätzt das Volumen der Märkte für gebrauchte Waren und Outlets weltweit auf 500 Milliarden Euro. Von diesem riesigen Geschäft möchte Ebay profitieren - und Anschluss an den Branchenführer Amazon finden.
Die Markenhersteller selbst sind zurückhaltend, was ihre Erwartungen an das Geschäft mit Ebay betrifft. Der Elektronikgroßhändler Medion gibt keine Auskunft. Die Firma Kunert, die über Ebay Socken und Strumpfhosen vertreibt, ist da gesprächiger.
Das Modell E-Commerce sei eine "interessante Option", sagt Maximilian von Funck, Leiter der Unternehmensentwicklung. Er rechne mit einer "erfolgreichen Entwicklung". In welchem Umfang die Überschussware auf Ebay bereitgestellt wird, sagt er jedoch nicht.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum das Projekt schleppend anläuft - und wie der deutsche Einzelhandel auf die neuen Outletstores reagiert.
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...Wenn es wirklich um die Käufer ginge, dann hätte man längst das Prinzip des fallenden (und nicht des steigenden) Preises eingesetzt...
Alternativ auch möglich: Die Autkion wird - wenn zum festgelegten Ende hin Gebote eingehen - immer wieder verlängert (z.B. um 2 Minuten), dann kann sich ein "echter" Preis bilden und spannend ist es auch.
So wie es jetzt läuft, setzen die ein ursprünglich erfolgreiches Konzept komplett in den Sand, da fehlt einfach die Kundenorientierung.
Ebay sollte sich darauf konzentrieren, Schnäppchen anzubieten, Betonung auf "Bieten", nicht "Verkaufen". Wenn es wirklich um die Käufer ginge, dann hätte man längst das Prinzip des fallenden (und nicht des steigenden) Preises eingesetzt, auf den geboten wird. Damit würde auch ein echtes Spannungsmoment ins Bietgeschehen zurückkehren.
So aber liegt die Aufmerksamkeit bei den Verkäufern, das Bietgeschehen ist real ein Verkaufsgeschehen, der Bieterschutz ist unterentwickelt und das Konzept beißt sich aufgrund der quantitativ dominierenden Neuware mit dem Konzept der reinen online-seller.
Ebay hat es verpennt. Und das Konzept "Outletstores" quasi heimlich einzuführen ist auch äußerst geschickt. Ich hab nach einigen Minuten Suche nach Medion (da im Artikel erwähnt) aufgegeben.
"Als Flop entpuppte sich vor einem Jahr der Versuch, über die Plattform "Ebay Express" aktuelle Markenprodukte zu verkaufen."
Verständlich bei den überteuerten Preisen...