Ein Kommentar von Harald Schwarz

Weil General Motors seine Tochter nicht gehen lassen will, ist die Zukunft von Opel unsicherer denn je. Auf den Autohersteller wartet eine zähe Hängepartie.

Viele Mitarbeiter des Autobauers Opel fahren in diesen Tagen in die Ferien. Urlaubsgeld gibt es für sie nicht. Es wird zur Sanierung der Firma einbehalten, damit das Unternehmen liquide bleibt. Die Urlaubsreife mag den Opel-Beschäftigten keiner bestreiten. Seit Monaten gibt es ein Gefeilsche um das Schicksal ihrer Firma. Die Arbeiter sind von dem Hickhack genervt und erschöpft.

Opel, Rüsselsheim, Reuters

Opel-Werk in Rüsselsheim: Der bevorzugte Investor heißt Magna. (© Foto: Reuters)

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Noch schlimmer aber ist die Ungewissheit darüber, ob Opel überhaupt eine Zukunft hat. Manche mutmaßen, es könnte doch noch die Insolvenz drohen. Und zwar nach der Bundestagswahl.

Dagegen spricht, dass sich zwei Kandidaten für einen Einstieg herausgeschält haben: der Autozulieferer Magna mit seinen russischen Partnern und der Finanzinvestor Ripplewood. Sie haben es mit dem bisherigen Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) zu tun, der für seine Hartleibigkeit in Verhandlungen berüchtigt ist und die Hauptschuld an der Opel-Misere trägt.

GM hätte am liebsten bei Opel weiterhin das Sagen. Es wäre aber ein Skandal, wenn Ripplewood den Zuschlag für eine Beteiligung bekäme und diese in ein paar Jahren an GM zurückverkaufte - flankiert von der Milliarden-Hilfe der Steuerzahler. Ausschließen kann das momentan jedoch niemand.

Die Politik mit Kanzlerin Merkel an der Spitze steht seit Wochen bei Magna im Wort; der Zulieferer gilt als bevorzugter Investor. Um glaubwürdig zu bleiben, sollte daher gelten: Vorfahrt für Magna-Opel.

Ob es die bessere Lösung ist, lässt sich freilich erst sagen, wenn Magna einige Zeit am Steuer gesessen hat. Die endgültige Entscheidung über Opels Schicksal muss schnell getroffen werden. Denn erst dann kann eine Rettung des Unternehmens beginnen.

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(SZ vom 15.07.2009/tob)