Weil General Motors seine Tochter nicht gehen lassen will, ist die Zukunft von Opel unsicherer denn je. Auf den Autohersteller wartet eine zähe Hängepartie.
Viele Mitarbeiter des Autobauers Opel fahren in diesen Tagen in die Ferien. Urlaubsgeld gibt es für sie nicht. Es wird zur Sanierung der Firma einbehalten, damit das Unternehmen liquide bleibt. Die Urlaubsreife mag den Opel-Beschäftigten keiner bestreiten. Seit Monaten gibt es ein Gefeilsche um das Schicksal ihrer Firma. Die Arbeiter sind von dem Hickhack genervt und erschöpft.
Opel-Werk in Rüsselsheim: Der bevorzugte Investor heißt Magna. (© Foto: Reuters)
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Noch schlimmer aber ist die Ungewissheit darüber, ob Opel überhaupt eine Zukunft hat. Manche mutmaßen, es könnte doch noch die Insolvenz drohen. Und zwar nach der Bundestagswahl.
Dagegen spricht, dass sich zwei Kandidaten für einen Einstieg herausgeschält haben: der Autozulieferer Magna mit seinen russischen Partnern und der Finanzinvestor Ripplewood. Sie haben es mit dem bisherigen Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) zu tun, der für seine Hartleibigkeit in Verhandlungen berüchtigt ist und die Hauptschuld an der Opel-Misere trägt.
GM hätte am liebsten bei Opel weiterhin das Sagen. Es wäre aber ein Skandal, wenn Ripplewood den Zuschlag für eine Beteiligung bekäme und diese in ein paar Jahren an GM zurückverkaufte - flankiert von der Milliarden-Hilfe der Steuerzahler. Ausschließen kann das momentan jedoch niemand.
Die Politik mit Kanzlerin Merkel an der Spitze steht seit Wochen bei Magna im Wort; der Zulieferer gilt als bevorzugter Investor. Um glaubwürdig zu bleiben, sollte daher gelten: Vorfahrt für Magna-Opel.
Ob es die bessere Lösung ist, lässt sich freilich erst sagen, wenn Magna einige Zeit am Steuer gesessen hat. Die endgültige Entscheidung über Opels Schicksal muss schnell getroffen werden. Denn erst dann kann eine Rettung des Unternehmens beginnen.
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(SZ vom 15.07.2009/tob)
Streit um Parteispitze bei der Linken
Es wäre aber ein Skandal, wenn Ripplewood den Zuschlag für eine Beteiligung bekäme und diese in ein paar Jahren an GM zurückverkaufte - flankiert von der Milliarden-Hilfe der Steuerzahler. Ausschließen kann das momentan jedoch niemand.
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Es wäre???
Es IST bereits ein Skandal, daß die Politik Milliarden in Opel pumpt, ohne Vorbedingungen, ohne Absicherung, ohne Mitspracherecht.
... wäre das richtige Mittel für eine finale Ablösung von GM gewesen. Nun geht es immer weiter bergab und vor September kann/wird das kein Politiker zugeben ;-(
"Grundsätzlich hätte man aber Opel ganz einfach pleite gehen lassen sollen, und die Milliarden in neue Technologien investieren"
Falls das Ihre Alternativen sind, dann soll das Geld doch lieber bei OPEL und GM versickern, als daß Windmühlen, Solarirrwitz und Wüstenabenteuerfantasien fianziert werden.
Es ist nun einmal so, dass nur ganz wenig von Opel für einen Investor interessant ist. Darunter wohl vorallem die Milliarden der Regierung. Den Rest kann man zu 90% vergessen. Das ist zwar blöd, aber nun einmal Tatsache. Wer der Meinung ist, ein Investor würde Opel 1:1 übernehmen können und dann noch Geld damit verdienen, der macht sich falsche Vorstellungen.
Weder Chinesen, Russen, Amerikaner... die Welt braucht Opel schlichtweg nicht. Andere können dasselbe meist besser (Qualität, Design, Preis, Marketing), man darf nicht vergessen, dass Opel eigentlich schon vor 15 Jahren pleite war.
Allerdings bietet das Minimum an Verwertbarem bei Opel doch interessante Perspektiven und es wäre gar nicht dumm, doch bei GM zu bleiben. Längerfristig (und man ist ja an Nachhaltigkeit interessiert) könnte damit nämlich in Deutschland mehr Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Chinesen oder Magna würden lediglich die Technologie entnehmen und im eigenen Land produzieren. Längerfristiges Handeln ist da sehr unüblich (gerade bei Magna).
Grundsätzlich hätte man aber Opel ganz einfach pleite gehen lassen sollen, und die Milliarden in neue Technologien investieren. Diese Firmen hätten mit grösster Sicherheit weitere private Investoren gefunden und damit mehr Arbeitsplätze geschaffen, als es jetzt Opel kann.
Nur aus wahlkampftaktischen Gründen wurde da so ein unsäglicher Zirkus veranstaltet, mit dem Resultat, dass die Deutsche Regierung wieder einmal Milliarden zum Fenster hinauswirft. Geld, das man erstens gar nicht hat und zweitens anderweitig wirtschafliche Nachteile bringt, weil die Steuerlast derart hoch ist.
OPEL braucht eine deutlcihe Straffung in allen Ebenen um sich einem abnehmenden Marktanteil in einem abnehmenden Markt anzupassen (lassen wir das Strohfeuer Abwrackprämie mal aussen vor). GM würde das nur schwer gegen die Belegschaft und deren Vertreter durchsetzen können, also überläßt man die Drecksarbeit einem "Investor", am bestem dem, der handsam ist, vielleicht sogar sowas wie ein Strohmann, dabei hat man im wesentlichen das Sagen und kauft den Laden in ein paar Jahren zurück. Ripplewood wäre wohl der Partner für GM, wenn nicht taugt er allemal für Querschüsse.
GM hat ein Interesse, daß OPEL im wesentlichen ein amerikanisches Unternehmen bleibt und wird sich damit wohl durchsetzen, vom "deutschen" OPEL träumt nur noch Herr Franz und verkennt, die Qual der Wahl heißt "Kahlschlag" auf 50% oder Pleite.
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