Milliardenbelastungen für Opel: General Motors gibt die Kontrolle über seine Patente nur gegen Lizenzgebühren ab - und erschwert damit die Sanierung der Tochter.
Schwere Bürde für den Sanierungsprozess von Opel: Der insolvente General-Motors-Konzern (GM) gibt einem Zeitungsbericht zufolge die Kontrolle über Opel nur gegen milliardenschwere Zahlungsverpflichtungen des Käufers ab - und belastet die Tochter damit massiv.
Opel kann die Patente von General Motors nutzen - aber nur gegen entsprechende Lizenzgebühren. (© Foto: ddp)
Anzeige
Das Handelsblatt berichtete unter Berufung auf Regierungs- und Unternehmenskreise, GM gewähre Opel nach einer Abkopplung zwar Zugang zu allen seinen geistigen Eigentumsrechten. Opel müsse dafür aber weiter Lizenzgebühren zahlen. Diese addieren sich nach Berechnungen der Zeitung in den nächsten zehn Jahren auf fast 6,5 Milliarden Euro. Dieser Punkt wurde offenbar in den Verhandlungen mit dem Bieter Magna am vergangenen Wochenende nicht diskutiert.
Diskussion um Pensionslasten
Dem Bericht zufolge birgt auch das Thema Pensionslasten noch Zündstoff. In dem von Magna unterzeichneten Vorvertrag zur Übernahme von Opel werde die Frage, wer in welcher Höhe für die Pensionslasten von insgesamt 4,5 Milliarden Euro aufkomme, nicht erwähnt.
Im Kanzleramt hieß es demnach, Magna arbeite mit Opel und dem Pensionssicherungsverein an einer Lösung. Es sei "ausgeschlossen", dass Magna die Pensionslasten auf den Bund abwälze. Sprecher von GM, Opel und Magna wollten sich dazu nicht äußern.
Nur GM-Chef Fritz Henderson meldete sich zu Wort - und zwar im Live-Chat des Konzerns im Internet. Darin sagte Henderson, der Vertragsabschluss mit dem neuen Opel-Investor Magna sei noch nicht in trockenen Tüchern. Vor einem endgültigen Abschluss liege noch Arbeit.
- Der Kampf der Bieter PwC soll Chinesen bei Opel helfen 04.06.2009
- GM: Die Zukunft der Marken Die Geier kreisen schon 15.06.2009
- Magna und GM Stichwort: Europa 04.06.2009
- Autohersteller: Wut in Italien Fiat fühlt sich bei Opel ausgetrickst 04.06.2009
- Opel: Nach der Entscheidung "Magna macht einen großen Fehler" 04.06.2009
- General Motors Ach, ein Gewinn! 17.05.2010
- Wirtschaft kompakt Rückrufaktion - jetzt auch bei Porsche 27.04.2010
(sueddeutsche.de/Reuters/dpa/tob/mel)
Putin und Hollande streiten um Intervention in Syrien
Saubere Leistung, Frau Merkel, da freuen sich die Wähler / Steuerzahler bestimmt drüber.
Aber hoffentlich haben Ihnen und den Regierungskollegen wenigstens die Schnittchen und der Rotwein in der Nachtsitzung gemundet.
An die SZ:
Bitte dranbleiben und alle Details dieses tollen Deals herausfinden, da kommt bestimmt noch was nach.
Opel hat mit freundlicher Erlaubnis von GM die Patente genutzt und dafür Erträge aus Autoverkäufen nach USA gezahlt. Entsprechend schlechte Zahlen wird man in Deutschland gehabt haben, damit überflüssige Steuerzahlungen vermieden wurden.
Im Falle einer Insolvenz von Opel besteht die Gefahr, dass der Laden auseinander bricht. Was bedeutet, dass sich die guten Leute fluchtartig davon machen und gewachsene Strukturen zerbrechen, wenn nicht ganz schnell ein Retter das Ding doch noch auffängt.
Im Falle der "Rettung", wie sie letzte Woche beschlossen wurde, erhalten die Russen neben den Patenten auch noch intakte Strukturen, sodass der Nutzen, der daraus gezogen werden kann deutlich größer ist.
Ohne die genauen Details zu kennen scheint es sich offensichtlich um GM-Patente zu handeln, denn GM ist wohl Eigentümer oder zumindest Rechteinhaber der Patente. Und Opel hat dann bisher mit "freundlicher Erlaubnis" (Zahlung) GM-Patente zur Produktion genutzt. Wo liegt dann das Problem wenn GM seine Patente an Magna oder (was ja katastrophal ist) an Russen verkauft? Mit welchem Geld hätte denn eine solitäre, insolvente Opel die Patente erwerben (oder Gebühren entrichten) sollen um weiterhin zu produzieren? Die Guttenbergweltidee ist da im wahrsten Sinne des Wortes keinstens eine Patentlösung.
Ja, genau so wie Abu Dhabi und Kuwait die Daimlerpatente bekommen haben. Bei Opel ist das allerdings nicht ganz so schlimm, denn bestenfalls können die Russen dann auch wie Opel marktuntaugliche Autos produzieren.
Das einzig wirklich interessante an der Rettung von Opel für das Magna-Konsortium sind die Patente und evt. noch Ingeneur-Leistungen.
Wir bezahlen mit unseren Steuermitteln jetzt das Herauslösen von Opel aus dem GM-Konzern, für die Patente und letztlich wohl auch für die Pensionen.
Mit den Patenten wird dann in Russland eine Automobilindustrie aufgebaut, die irgendwann auch nach Westeuropa liefert. In der Zwischenzeit werden die deutschen Standorte reduziert und schließlich abgewickelt.
Der Nutzen der Rettungsaktion im Vergleich zu den Kosten ist dann deutlich negativ.
Paging