Unerträgliche Psycho-Spielchen: General Motors hält sich beim Verkauf der Opel-Anteile offenbar sämtliche Optionen offen - und bringt den Betriebsrat in Rage.

Eigentlich war schon alles klar: Nach einer mitternächtlichen Sitzung in Berlin hatte der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna kurz vor Pfingsten den Zuschlag für Opel erhalten. Doch die Spitze der Konzernmutter General Motors (GM) redet hinter den Kulissen in Detroit nun auch noch mit dem Opel-Interessenten RHJ - und bringt damit den Opel-Betriebsratsvorsitzenden Klaus Franz mächtig in Rage.

Opel, AP

Was wird aus Opel? Eigentlich war klar, dass Magna den Zuschlag bekommt - doch bleibt es auch dabei? (© Foto: AP)

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"GM zockt auf hohem Niveau, um die Bedingungen für den Verkauf der Opel-Anteile für sich zu verbessern", sagte Franz der Bild-Zeitung. Dies werde allmählich unerträglich für die Beschäftigten bei Opel Europa.

Einen Medienbericht über einen möglichen Einstieg des belgischen Ripplewood-Ablegers RHJ wies Franz allerdings zurück. "Mir ist kein neues Angebot von Ripplewood und kein neuer Investor bekannt", sagte Franz. Er ist zugleich Vizevorsitzender des Opel-Aufsichtsrats.

US-Regierung drückt aufs Tempo

GM bemüht sich derzeit um Alternativen zu dem kanadischen Zulieferer Magna, mit dem der Konzern bereits eine Absichtserklärung für den Verkauf von Opel unterschrieben hat. Dabei führt der insolvente US-Autobauer nach Angaben eines Europasprechers auch Gespräche mit RHJ und dem chinesischen Daimler-Partner BAIC.

GM, seit Anfang Juni insolvent, bekommt unterdessen den Druck der US-Regierung zu spüren. Der Staat drängt auf einen schnellen Weg aus dem Insolvenzverfahren. "Wir können uns nicht endlos engagieren", sagte Henry Wilson von der Auto-Arbeitsgruppe von US-Präsident Barack Obama vor einem New Yorker Insolvenzgericht.

Die Regierung strebt an, im Insolvenzverfahren möglichst schnell die besten Teile von GM auszugliedern. An der neuen Firma würde der Staat die Mehrheit übernehmen. Sollte der Insolvenzrichter diesem Plan zustimmen, könnte die Regierung ihre Beteiligung an GM bereits 2010 wieder verkaufen, sagte Wilson.

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(sueddeutsche.de/Reuters/AFP/mel/tob)