Die Opel-Kasse, ein schwarzes Loch: Jeden Tag verbrennt der Autohersteller sechs Millionen Euro. Der Mutterkonzern GM erhöht nun den Druck in den Übernahme-Verhandlungen.

Für die Verhandlungen über den Verkauf von Opel an den Autozulieferer Magna besteht offenbar massiver Zeitdruck. Denn der deutsche Traditionshersteller verbrennt in Europa im laufenden Geschäftsbetrieb täglich zwischen fünf und sechs Millionen Euro, wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung unter Berufung auf das Unternehmensumfeld berichtet.

Opel, AP

Der Vertrag mit dem kanadisch-österreichischen Zulieferer muss bis spätestens Mitte September abgeschlossen sein. (© Foto: AP)

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Dies wäre deutlich mehr Geld als bislang angenommen. Demnach muss der Vertrag mit dem kanadisch-österreichischen Zulieferer bis spätestens Mitte September unter Dach und Fach sein. Bis dahin reiche die Brückenfinanzierung für Opel von 1,5 Milliarden Euro, die vom Bund und den Ländern gewährt wurde. Eine Nachforderung werde es nicht geben. Das wurde gestern am Rande einer zweitägigen Klausur von europäischen Opel-Betriebsräten in Rüsselsheim betont, wie es weiter hieß. Eine Forderung nach weiteren Hilfen habe weder in NRW noch im Bund eine Chance.

Bessere Angebote gefordert

Opel ist seit Kurzem nicht mehr in Besitz des früheren US-Mutterkonzerns General Motors (GM), sondern wird mehrheitlich von einer Treuhandgesellschaft verwaltet. Diese soll den Verkauf von 65 Prozent der Opel-Anteile an neue Eigentümer abwickeln.

Magna will zusammen mit der russischen Sberbank 55 Prozent Konzerns kaufen, wobei der Zulieferer selbst einen Anteil von 20 Prozent anstrebt. Weitere zehn Prozent sollen an die Opel-Belegschaft gehen. GM will in Zukunft weiterhin 35 Prozent an Opel halten.

Allerdings laufen auch die Verhandlungen mit anderen Interessenten weiter. Informationen der Financial Times zufolge hat GM von den möglichen Investoren Beijing Automotive Industry Corp. (BAIC) sowie von dem Finanzinvestor Ripplewood bis Juni verbesserte Angebote für Opel gefordert. GM habe beiden Interessenten diesen Monat Einblick in die Opel-Bücher gewährt, um den Druck auf Magna zu erhöhen, schreibt die Zeitung.

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(sueddeutsche.de/AFP/dpa/tob/hgn)