Von Harald Schwarz

Im Opel-Werk in Rüsselsheim wird viel über die Zukunft diskutiert. Manche blasen Trübsal, doch die meisten sind krisenerprobt. Eines aber wollen alle: GM soll weg.

Zwischen Portal 55 und Tor 60 ist einiges los an diesem frühen Nachmittag. Ständig fahren Lastwagen in das Rüsselsheimer Opel-Werk. Oder sie verlassen die Fabrik. Firmennamen wie Bardusch, Wincanton, Arcese, SMG und Frankenfeld prangen auf den Fahrzeugen. Begleitet wird die Szene von einem großen Personalwechsel.

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Keine versteinerten oder verheulten Gesichter: Produktion bei Opel in Rüsselsheim. (© Foto: ddp)

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1750 Menschen verlassen ihre Arbeitsstätte am Fließband. Dafür strömen 1750 Menschen herbei und verschwinden durch Tor 60 im Werk. Die einen hatten Frühschicht, die anderen beginnen jetzt die Spätschicht.

Versteinerte oder sogar verheulte Gesichter, wie Boulevardmedien verbreiten, sind nicht zu sehen. Auf dem Weg zu seinem Auto bleibt einer stehen und schildert das momentane Innenleben in der Fabrik: "Überall wird debattiert und gebabbelt, wie es weitergehen soll. Es wird viel gemutmaßt. Konkretes weiß aber keiner."

"Wir haben gute Nerven"

Dann erinnert er an die harte Sanierung vor vier Jahren, die bei Opel und General Motors Europe (GME) 10.000 Arbeitsplätze kostete, und sagt: "Wir sind krisenerprobt und haben gute Nerven." Seinen Namen will er, wie alle anderen auch, nicht verraten.

Ein anderer "Opelaner" gibt sich nicht ganz so cool. Er erzählt: "Es gibt einige, die pessimistisch sind und Trübsal blasen. Aber das sind Ausnahmen. Ich habe auch Angst um meinen Job. Aber ich halte den Ball flach, weil von heute auf morgen diese Fabrik ohnehin nicht geschlossen werden kann."

Ein Kollege gesellt sich zu ihm. Er kann das, was er jeden Tag über Opel in den Zeitungen liest oder im Fernsehen sieht und im Radio hört, nicht verstehen. "Das ist doch alles der helle Wahnsinn. Wir haben hier so viel Arbeit. Da kann es doch nicht sein, dass Opel kaputtgeht."

"Das ist ein tolles Auto"

Viel Arbeit gibt es in Rüsselsheim in der Tat. Die Parkplätze auf dem Werksgelände entlang der Bundesstraße 43 sind gut gefüllt mit Fahrzeugen des Typs Insignia, den die 3500 Arbeiter in den beiden Schichten bauen. Von den drei Varianten des neuen Mittelklassewagens montieren sie derzeit täglich 720 Stück. Bei 800 Wagen liegt die Kapazitätsgrenze.

"Das ist ein tolles Auto", schwärmt einer, der sich "Schrauber" nennt und damit auf seinen Job anspielt. "Schauen Sie", sagt er und deutet auf einen vorbeifahrenden Lastwagen der Firma Mayer, "schon wieder werden acht Insignia ausgeliefert."

Lesen Sie auf der zweiten Seite, was die Opel-Mitarbeiter von General Motors halten.

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