Im Opel-Werk in Rüsselsheim wird viel über die Zukunft diskutiert. Manche blasen Trübsal, doch die meisten sind krisenerprobt. Eines aber wollen alle: GM soll weg.
Zwischen Portal 55 und Tor 60 ist einiges los an diesem frühen Nachmittag. Ständig fahren Lastwagen in das Rüsselsheimer Opel-Werk. Oder sie verlassen die Fabrik. Firmennamen wie Bardusch, Wincanton, Arcese, SMG und Frankenfeld prangen auf den Fahrzeugen. Begleitet wird die Szene von einem großen Personalwechsel.
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Keine versteinerten oder verheulten Gesichter: Produktion bei Opel in Rüsselsheim. (© Foto: ddp)
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1750 Menschen verlassen ihre Arbeitsstätte am Fließband. Dafür strömen 1750 Menschen herbei und verschwinden durch Tor 60 im Werk. Die einen hatten Frühschicht, die anderen beginnen jetzt die Spätschicht.
Versteinerte oder sogar verheulte Gesichter, wie Boulevardmedien verbreiten, sind nicht zu sehen. Auf dem Weg zu seinem Auto bleibt einer stehen und schildert das momentane Innenleben in der Fabrik: "Überall wird debattiert und gebabbelt, wie es weitergehen soll. Es wird viel gemutmaßt. Konkretes weiß aber keiner."
"Wir haben gute Nerven"
Dann erinnert er an die harte Sanierung vor vier Jahren, die bei Opel und General Motors Europe (GME) 10.000 Arbeitsplätze kostete, und sagt: "Wir sind krisenerprobt und haben gute Nerven." Seinen Namen will er, wie alle anderen auch, nicht verraten.
Ein anderer "Opelaner" gibt sich nicht ganz so cool. Er erzählt: "Es gibt einige, die pessimistisch sind und Trübsal blasen. Aber das sind Ausnahmen. Ich habe auch Angst um meinen Job. Aber ich halte den Ball flach, weil von heute auf morgen diese Fabrik ohnehin nicht geschlossen werden kann."
Ein Kollege gesellt sich zu ihm. Er kann das, was er jeden Tag über Opel in den Zeitungen liest oder im Fernsehen sieht und im Radio hört, nicht verstehen. "Das ist doch alles der helle Wahnsinn. Wir haben hier so viel Arbeit. Da kann es doch nicht sein, dass Opel kaputtgeht."
"Das ist ein tolles Auto"
Viel Arbeit gibt es in Rüsselsheim in der Tat. Die Parkplätze auf dem Werksgelände entlang der Bundesstraße 43 sind gut gefüllt mit Fahrzeugen des Typs Insignia, den die 3500 Arbeiter in den beiden Schichten bauen. Von den drei Varianten des neuen Mittelklassewagens montieren sie derzeit täglich 720 Stück. Bei 800 Wagen liegt die Kapazitätsgrenze.
"Das ist ein tolles Auto", schwärmt einer, der sich "Schrauber" nennt und damit auf seinen Job anspielt. "Schauen Sie", sagt er und deutet auf einen vorbeifahrenden Lastwagen der Firma Mayer, "schon wieder werden acht Insignia ausgeliefert."
Lesen Sie auf der zweiten Seite, was die Opel-Mitarbeiter von General Motors halten.
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Vor der EM in Polen und der Ukraine
Leiharbeiter kaufen keine Autos !!!
Erst wenn der letzte Portalkran seine Arbeit eingestellt hat,
das letzte Zahnrad aufgehört hat zu drehen,
das letzte Werkstor seine Pforten für immer schließt.......
Erst dann werdet Ihr feststellen, dass Banken und Versicherungen kein Autos oder Kochtöpfe verkaufen, sondern nur heiße Luft.
.. es stellt sich jeden Tag mehr die Frage nach der Qualität unserer sogenannten Wirtschaftselite. Es zeigt sich immer mehr, das nicht mit Geschäftsmodellen Geld verdient wurde sondern offensichtlich mit Spekulationen am Finanzmarkt.
Angeheizt durch unseriöse Banker haben wohl doch nahezu alle Manger ihre Geschäftsmodelle vernachlässigt uind sich stattdessen durch ihre Berater und Banken verleiten lassen ihre verdienten Milliarden in die dubiosen Schuldscheine, sogenannte Wertpapiere der banken zu stecken. OK bei Herrn Wiedeking ging diese Spekulation auf, bei allen anderen führen Umsatzeinbrüche von unter 10 % im letzten Geschäftsjahr zu Milliardenverlusten und zu bevorstehenden Insolvenzen.
Wo sind wir eigentlich gelandet?
Sind wir alle zu dumm um zu begreifen in was für einer Maschinerie wir hier vernascht werden? Wo bleiben denn die seriösen Kommentare zu diesen Machenschaften oder wie soll ich das nennen. OK bei Saab und Opel mag es noch Gründe geben von wegen Einbindung ins kaputte System GM oder sowas ähnliches.
Überall wohin man schaut Milliardenverluste, dabei hatten alle bis zum dritten Quartal in der realen Wirtschaft Gewinnsteigerungen gemeldet.
Steuerzahler fangt endlich an, diese Politik und selbsternannte Managementelite zu bekämpfen!
Falls der Groschen am Bier- oder Kaffeeautomat immer noch nicht gefallen sein sollte: Die Begegnung zwischen Kapital und Arbeit anlässlich der Septemberstreiks Ende der 1960er Jahre endete, im Fußballerjargon gesprochen, 0:1. Auch das IAB der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg fragte sich bereits, auf welche Weise vier Jahrzehnte später eine posttraumatische Belastungsstörung des Einzelnen eintreten kann. Allmendinger (heute WZB) antwortete, dass dies sozial vererbt würde und auf diese Weise Vergangenes auch noch Jahre später immer wieder angesetzt würde; in der Hoffnung, in diesem Falle der Septemberstreiks, das Kapital möge doch noch einen Treffer erzielen und wenigstens für einen Punkt in der Tabelle ausgleichen. Der Verteidigungsminister hat vermutlich seine helle Freude darüber, was posttraumatische Belastungsstörungen des Einzelnen aller Wahrscheinlichkeit nach noch im Jahr 2050 zur Folge haben können und es rentiert sich allemal, dafür ein Forschungsvorhaben begonnen zu haben.
Dramatisch ist das schon, lassen sich bei der Adam Opel GmbH unter Vertrag Befindliche, vor einen Karren spannen, der nun vor nahezu 40 Jahren durch die so genannten Septemberstreiks in der Metallindustrie überholt wurde. Dieser Karren eines Zentralismus, der wegen einer real nicht existenten Mitte, allein fiktiv vorhanden ist, kann auch nie von General Motors linker Hand des Atlantiks stammen. Landläufig stellen solche Karren so genannte Lumpenproletarier her; also Deklassierte, die einst das Kapital repräsentierten und nun auf diese Weise sich Ausdruck verschaffen, indem sie immer noch versuchen, andere ihre Chimären ziehen und damit bewegen zu lassen. Dass Arbeitnehmer, die bei Opel Vertrag haben, dies nicht erkennen, um welche Kärren es sich dabei handelt und dadurch Lumpenproletariern auf deren Leim gehen, kann, wenn überhaupt, ob dieser Blindheit nur durch Kopfschütteln quittiert werden.
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