Aller Enttäuschung zum Trotz: Es ist überfällig, dass GM die Verantwortung für Opel auch ohne Staatshilfen übernimmt. Doch es wäre naiv zu glauben, dass nun keines der deutschen Werke geschlossen wird.
Bei der Opel-Mutter General Motors (GM) hat man sich inzwischen an große Volten gewöhnt. Als der US-Autobauer im vergangenen November über Nacht seine Meinung änderte und beschloss, Opel doch nicht an den Zulieferer Magna zu verkaufen und stattdessen zu behalten, hatten damit nur wenige ernsthaft gerechnet. Ein halbes Jahr später nun die nächste Überraschung: Der Konzern will Opel in Eigenregie sanieren und verzichtet auf Staatsbürgschaften.
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Ein Mann betritt das Opel-Werk in Bochum: Der Standort soll nach Aussagen von Konzernchef Nick Reilly nicht geschlossen werden, doch Beobachter trauen dieser Aussage nicht. (© ag.ddp)
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Das Motiv dahinter ist einfach: Die Amerikaner haben nach der Absage Berlins an Hilfen aus dem Deutschlandfonds die Hoffnung aufgegeben, doch noch an die großen Töpfe heranzukommen. Jedes weitere Insistieren wäre zwecklos gewesen. Auch, weil die Länder, die nun am Zuge wären, eine solche Millionen-Sanierung kaum hätten stemmen können.
Die Entscheidung, die Sache selbst in die Hand zu nehmen, ist richtig und überfällig. Dass sie so spät kommt, liegt daran, dass zuerst alle anderen Möglichkeiten ausgereizt wurden.
Allerdings wäre es naiv, zu glauben, dass nun keines der Werke in Rüsselsheim, Bochum, Eisenach oder Kaiserslautern geschlossen wird. Obwohl man keine Staatshilfe mehr will, seien keine weiteren Werkschließungen oder Entlassungen geplant, beruhigte Opel zwar am Mittwoch. Aber das Gegenteil dürfte der Fall sein: Ohne deutsche Staatshilfen wird sich der US-Konzern niemandem mehr verpflichtet fühlen, weder den Politikern noch den Opelanern. Man musste nicht zwischen den Zeilen lesen können, um zu verstehen, was Opel-Chef Nick Reilly in der vergangenen Woche sagte. "Theoretisch" könne GM die Sanierung übernehmen, sagte er. Aber dann müsse "andernorts gespart werden".
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(SZ vom 17.06.2010/pak)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Herr Fromm hat ganz Recht. Die Verweigerung der FDP wird sich noch rächen. Denn mit der Verweigerung der Bürgschaft hat Deutschland sich natürlich auch die Mitsprache an zukünftigen Standortentscheidungen genommen. Und zu weiteren Einsparungen wird es garantiert kommen.
Zudem sendet die Verweigerung der Bürgschaft ein fatales Signal aus. Wenn jemand eine Bürgschaft verweigert, gibt er damit zu Verstehen, dass er nicht an die Zukunft des Unternehmens glaubt.
Und das muss man vielleicht auch nochmal klarstellen: es ging hier um eine Bürgschaft und nicht um eine Subvention. Wenn alles gut ginge würde der Steuerzahler sogar noch etwas daran verdienen.
Der Fall ist ein weiteres Bespiel einer völlig weltfremden reinen Marktlehre, die die FDP vertritt, die nur der eigenen Profilierung dient.
Wenn dann Opel in ein paar Jahren ein Werk schließt und dabei ein paar tausend neue Harz IV Empfänger produziert wird das den Steuerzahler indirekt deutlich mehr kosten. Denn gerade bei solchen großen Entlassungswellen bleiben die meisten auf der Strecke, weil eine Region, die ganz auf eine Branche fokusiert ist, solche Massen arbeitsmarkttechnisch nicht absorbieren kann.
Ihr Beitrag geht am Thema vorbei. Natürlich hat/hatte Opel und GM Probleme. Das ist doch unbestritten. Hier geht's doch um die Abwägung des Erwartungswertes als Bürge in Anspruch genommen zu werden vs. Einflußnahme auf Struktur- und Unternehmensentwicklung incl. Folgekosten aus den daraus resultierenden Unternehmensentscheidungen seitens GM auf der anderen Seite.
wenn Opel eine so innovative und erfolgreiche Marke ist, dann müssen wir uns ja überhaupt keine Gedanken bzgl Arbeitsplätze und Standorte machen - eine Bürgschaft wäre unter diesen Umständen völlig überflüssig gewesen,
der großen Nase von Brüderle sei Dank
"Die Produktion beim Astra brummt und für den neuen sportstourer gibt es zigtausend Bestellungen. Der Insignia ist auch überall zu sehen. Aber es ist natürlich beliebt, eine Marke schlecht zu reden,"
Wer hat denn Opel schlecht geredet? Das war doch in erster Linie der Betriebsrat, der in einer unglaublich dummerhaften Art nach Staatskredite jammerte, weil sonst die Opel-Kisten nicht mehr produziert werden könnten. Aha, sagte sich der Käufer, lieber nicht diese produzierten Rostlauben, wenn schon die eigenen Leute so reden.
Das sind doch die Verbrecher an dem Markenimage von Opel. Man kann Qualität sich nicht mit Krediten erkaufen. Auch nicht Vernunft und Fähigkeiten. Und nun stellt sich heraus, das ganze Gejammere nach Krediten war von vornherein ein faules Ei und stinkt bis hierher nach Lüge und Eigennutz auf Kosten der anderen Bürger.
Zunächst bleibt festzuhalten, dass Großbritannien, Spanien und Belgien Hilfen zugesagt hatten. Weiterhin war eindeutig eine versteckte Drohung in den Worten Nick Reillys enthalten. Da können die Trivial-Wissenschaftler, und dazu zähle ich auch unseren Wirtschaftsminister, noch so viel über Ordnungspolitik und selbstheilende Marktregulierungen daher plappern. Die Rechnung wird präsentiert werden. Und all jenen, die glauben, Opel müsse wegen der weltweiten Überproduktion von Autos vom Markt verschwinden, haben geflissentlich übersehen, dass anderswo die Autobauer fast ausschließlich vom Staat subventioniert werden. Andererseits hat Opel seinen Kredit vollständig und Termingerecht zurückgezahlt! Wenn das Unternehmen also sich befreit hat, wird sich sehr rasch zeigen, inwiefern man in der Lage ist, zukunftsfähige Technologien zu entwickeln. Und da hapert es in Deutschland fast auf ganzer Linien. Seit die Herren Trivial-Wissenschaftler das Sagen in verschiedenen Unternehmen über und die Techniker ausgebremst haben, ist klar zu sehen, dass man ausschließlich auf kaufmännische Aspekte achtet. Die Technik wird nicht mehr so forciert, wie es nötig wäre. Im Übrigen muss die Frage gestellt werden, welche Lobby im Hintergrund zusätzlich die Bürgschaften hintertrieben hat! Oder war es der VW - Vorstand selbst? Oder war es eine Wirtschaftsberatung, die gleichzeitig auch die Wirtschaft berät. Solche Zustände sind in aus diversen Ministerien ja nicht unbekannt!
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