Die Bundesregierung bereitet bis Weihnachten eine Bürgschaft für Opel vor. Einzige Bedingung: Das Geld darf nicht an den angeschlagenen Mutterkonzern GM fließen.
Die Bundesregierung hat dem angeschlagenen Autobauer Opel eine Bürgschaft in Milliardenhöhe angeboten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kündigte nach einem Gespräch mit dem Management des Unternehmens an, die Hilfen bis Weihnachten zur Verfügung zu stellen. Damit wolle die Regierung für den schlimmsten Fall vorbeugen. Es sei aber noch nicht klar, ob Opel die staatliche Hilfe tatsächlich brauche.
Opel - nach Ansicht der Bundesregierung kann es durchaus sein, dass gar kein akuter Handlungsbedarf besteht (© Foto: Getty)
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Merkel und die Automanager trafen sich am Montag im Kanzleramt. Die Regierungschefin hatte den Vorstand nach Berlin gebeten, um aus erster Hand und nicht länger aus der Presse zu erfahren, wie groß die Probleme bei dem Rüsselsheimer Autobauer tatsächlich sind. Opel steckt in Schwierigkeiten, weil sich der konkursbedrohte amerikanische Mutterkonzern GM weigert, Schulden von zwei Milliarden Euro bei der Tochter zu begleichen.
Nach Worten des GM-Europa-Chefs Carl-Peter Forster soll die fragliche Bürgschaft ein Volumen von etwas mehr als einer Milliarde Euro aufweisen. Forster betonte, dass Opel keine aktuellen Schwierigkeiten habe, an den Kapitalmärkten Kredite aufzunehmen. "Wir fühlen uns jedoch verpflichtet sicherzustellen, dass das Überleben Opels auch unter schlechten Bedingungen gewährleistet ist."
Wohl auch um ähnlichen Forderungen anderer Unternehmen oder Branchen vorzubeugen, verwies Merkel mehrmals auf die besondere Situation, in der sich der Rüsselsheimer Autobauer durch seine Zugehörigkeit zum GM-Konzern befinde. Sie und auch Forster kündigten an, eine Konstruktion für das Hilfspaket erarbeiten zu wollen, mit der sichergestellt werde, dass die Mittel tatsächlich Opel zur Verfügung stehen und nicht in die USA abfließen können.
Opel-Betriebsräte greifen GM an
Auch Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatten sich zuvor skeptisch über mögliche Hilfen geäußert. Glos sagte in der ARD, es müsse sichergestellt werden, dass "das Geld in Deutschland bleibt" und nicht von GM abgezogen werde. Steinbrück sagte der Bild-Zeitung, ein generelles Konjunkturprogramm für die deutsche Automobilindustrie mache keinen Sinn. Der Staat könne die im Zuge der Rezession einbrechende private Kaufkraft nicht ersetzen, und er sei "auch nicht für die Fehler der Industrie verantwortlich".
Dagegen leitete der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) bereits erste Schritte zur Unterstützung von Opel ein. Sein Kabinett billigte einen Gesetzentwurf, der Finanzminister Karlheinz Weimar ermächtigt, in dringenden Fällen Garantien und Bürgschaften bis zu 500 Millionen Euro für besonders betroffene Unternehmen der Autobranche zu übernehmen.
Der Opel-Betriebsrat und die europäische GM-Arbeitnehmervertretung warfen dem US-Konzern vor, Verluste nach Europa zu verschieben, um Druck auf die dortigen Belegschaften auszuüben. So habe man die 300 Millionen Dollar Verlust, die die schwedische Tochter Saab in den USA eingefahren habe, nicht dort, sondern in Europa verbucht. Die Gewinne aus dem Verkauf von Autos der Marke Chevrolet in Europa hingegen tauchten in den Zahlen von GM Korea auf. Zudem würden Entwicklungskosten den einzelnen GM-Regionen "nach dem Gießkannen- und nicht nach dem Verursacherprinzip" angelastet.
Die Krise war am Abend auch Thema eines Treffens von Bundesaußenminister und Frank-Walter Steinmeier (SPD) mit Betriebsräten aus der Autoindustrie. Er sprach sich für gesamteuropäische Anstrengungen zur Lösung der Probleme aus.
- Contra Keiner braucht Opel 17.11.2008
- Pro Die Republik braucht Opel 17.11.2008
- Autoindustrie in Not Schädliche Hilfe 17.11.2008
- Opel Kompakt Tag der Krisengipfel 17.11.2008
- Autoindustrie in Not "Erregungszustände Einzelner" 16.11.2008
(SZ vom 18.11.2008/hgn/tob/hai)
67. Jahrestag der Bombardierung
....aber trotzdem, die einzige vernünftige Lösung ist die Übernahme der Firma durch den deutschen Staat, denn wenn man bedenkt was für Kosten und Nachfolgekosten 25000
arbeitslose OPEL Mitarbeiter für den deutschen Steuerzahler verursachen würden ( könnte man sich übrigens ziemlich leicht ausrechnen ) so wäre eine Übernahmelösung das einzig mögliche, denn von GM, die ja tagtäglich Millionen von USD an Miesen produzieren ist ja nichts zu erwarten. Was soll da noch kommen ? Und Bürgschaften verlängern das Siechtum ja nur, lösen es aber nicht !
Und wir hätten die Möglichkeit zu beweisen dass wir es besser können als die Amerikaner !
Können Sie mir erklären, wie Sie fremdes Eigentum an andere verschenken können.
Haben Sie vergessen, dass Opel und Ford 100% Töchter amerikanischer Konzerne sind.
Vielleicht können Sie sich daran erinnern wie diese Betriebe im 2ten Weltkrieg von der
totalen Vernichtung geschützt wurden.
Und nun glauben die Leute an den menschlichen Kapitalismus ala USA. Sind wir Deutsche
noch nicht geläutert !!
Hauptsache Frau BK mit den drei Knöpfen kann den Herrn Busch wieder besseren Wissens, muss man bei ihrer Bildung ihr unterstellen, ein grosses Lob für seinen christlichen" Weitblick" zum Wohle der arbeitetenden Menschen ausspricht. Oh da habe ich mich aber sicher sehr geirrt.
Wann werden die Menschen schlauer und wählen diese" Scheinchristen" endlich nicht
mehr, obwohl sie wie der scheinheilige Herr MP Koch eine unmenge Kreide bereits verzehrt haben.
....nämlich rein Firmenrechtlich überhaupt nicht zu realisieren. Eine GmbH Tochter die zu 100 % dem Mutterkonzern gehört kann doch keine Milliarden Sonderkonten führen.
Dann werden eben die Außenstände für Technische Dienstleistungen oder Entwicklungskosten um die Höhe der staatlichen Hilfeleistungen steigen. Der deutsche Staat bürgt ja dann dafür. Da braucht man ja überhaupt nichts zu verschieben denn es fließt ja kein Geld sondern es wird doch nur von rechts nach links gebucht.
OPEL konstruiert und Entwickelt in D. zahlt seine Gemeinkosten mit den vom deutschen Staat verbürgten Krediten und stellt die Rechnungen dafür an GM die die dann nicht bezahlen weil sie es ja nicht können und ja auch inzwischen schon faktisch Pleite sind.
Jeder Cent der da hineingeworfen wird ist aufgrund der permanenten täglichen Verlustsituation von GM ja schon von vornherein verloren.
Wenn man OPEL retten will dann muß man den Betrieb aus dem GM Konzern herauskaufen, unter staatliche Kontrolle stellen und nach der Sanierung dann wieder reprivatisieren, sprich in eine AG umwandeln.
Manager die das können haben wir in Deutschland genug. Siehe Beispiele PORSCHE und BMW !
Einigen Kommentaren muss ich hier widersprechen. Opel baut keine schlechten Autos mehr. Wer sich mal die neueren/neuen Modelle angeschaut hat weiß das. Die Qualität konnte in den letzten Jahren enorm gesteigert werden. Auch die Kundenzufriedenheit ist stetig gewachsen. Die Autos von vor 5-15 Jahren sind mit den heutigen auf keinen Fall mehr zu vergleichen. Ich selbst fahre KEINEN Opel aber ich schaue mir dennoch gerne das ein oder andere Auto mal Näher an.
Auf jeden Fall erleidet Opel keine Verkaufseinbußen, weil sie schlechte Autos bauen.
Hier sollte man sich vielleicht auch mal fragen, ob die Medien eine kleine Mitschuld am Opeldesaster haben. Bei Meldungen wie "Opel steht kurz vor der Pleite", oder "GM Tochter Opel will keiner mehr", geht man ungern ins nächste Opelautohaus und bestellt sich einen neuen Opel, alleine schon wegen der Garantie.
Eine interessante Möglichkeit wäre in meinen Augen also der Kauf von Opel für einen angemessenen Preis um die Marke später wieder gewinnbringend verkaufen zu können.
Hier müsste man natürlich die verhältnismäßigkeit eines solchen Eingriff prüfen, aber ich denke Opel ist bei GM falsch aufgehoben. Für diesen Konzern sehe ich nämlich schwarz!
... Steuerfreundlichkeit und Konzernpolitik bilanztechnisch über den Globus verteilen .
Die Global Player machen schon lange "dat Hänneschen" mit den Nationalstaaten , wie man in Köln sagt . Viel Spass , ihr Staatenlenker !
Paging