Die deutschen Opelaner weisen Berichte zurück, die Werke in England und Spanien seien effizienter als die in Deutschland. Die Informationen sollen "bewusst lanciert und unseriös" sein.
Die deutschen Opel-Werke sind nach Darstellung von Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz keinesfalls weniger effizient als die ausländischen Standorte.
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Opel-Logo: "Äpfel mit Birnen verglichen." (© Foto: dpa)
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Franz widersprach am Sonntag einem Bericht der Londoner Financial Times, wonach englische und spanische Werke produktiver seien. Durch das von General Motors vorgegebene Produktionssystem sei die Fertigung weltweit angeglichen und die Produktivität damit auf demselben hohen Niveau. "Da bestehen nur minimale Unterschiede zu Toyota", sagte Franz.
Zu den laufenden Übernahmegesprächen mit Magna sagte Franz, diese würden auch in der kommenden Woche fortgeführt. Er rechne mit einem Abschluss noch im Oktober.
Briten wenden sich direkt an EU
In Großbritannien und Spanien herrscht Unmut, weil man vermutet, dass bei der Opel-Übernahme durch den Zulieferer Magna die deutschen Werke bevorzugt werden. Die Bundesregierung hatte eine Übernahme durch Magna unterstützt und gleichzeitig Staatshilfen über 4,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.
Der britische Wirtschaftsminister Peter Mandelson hatte sich mit seiner Kritik an den Magna-Plänen direkt an die EU gewandt und argumentiert, dies sei nicht das beste Angebot. Auch sollten hocheffiziente Werke in Großbritannien und Spanien zugunsten weniger profitabler Werke zurechtgestutzt werden.
Die Financial Times beruft sich auf Daten der bisherigen Opel-Mutter General Motors (GM). Während im spanischen Saragossa Arbeiter durchschnittlich 19,5 Stunden und im englischen Ellesmere Port 23,2 Stunden brauchten, um ein Auto zusammenzubauen, seien es in Bochum 24,4 und in Rüsselsheim 33,1 Stunden, berichtete die Zeitung. In Ellesmere Port wird beispielsweise der Astra gebaut, in Saragossa hauptsächlich die Modelle Corsa und Meriva.
"Bewusst lanciert"
Franz kritisierte, diese Informationen seien "bewusst lanciert und unseriös". In den Werken würden unterschiedliche Typen und Modell-Generationen gefertigt. "In der Zeit, in der ein Insignia gebaut wird, können drei Corsa gefertigt werden." Die genannten Stundenzahlen seien überdies falsch, so liege die Fertigungszeit für ein Auto in Rüsselsheim je nach Autotyp zwischen 24 und 26 Stunden.
Auch der Bochumer Opel-Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel widersprach dem Bericht. "Es ist Unsinn, Äpfel mit Birnen zu vergleichen", sagte er am Sonntag. "Jedes Auto ist unterschiedlich aufwendig zu fertigen, das ist nicht nur bei Opel so". Ein kleineres Auto sei relativ schnell im Vergleich zu einem größeren zu bauen.
Für den neuen Astra, der in England gefertigt werde, sei die Produktion optimaler. Der derzeitige Astra, der in Bochum gefertigt werde, habe dagegen eine längere Produktionszeit, sagte er. "Es ist unseriös, so eine Rechnung aufzustellen", sagte er über den Vergleich der Produktionszeiten.
"Es kann gar keine Ausreißer geben"
"Die Vorgänge sind weltweit standardisiert, daher kann es gar keine Ausreißer geben." Opel hat acht Auto-Produktionswerke in Europa. Auf der Streichliste des kanadisch-österreichischen Zulieferers Magna und seiner russischen Partner stehen rund 10.500 Stellen, davon etwa 4500 in Deutschland.
Gewerkschaften befürchten, dass am spanischen Standort Saragossa rund 1650 der insgesamt 7500 Jobs gestrichen werden sollen. In Großbritannien könnten an die 1200 Stellen von insgesamt zuletzt gut 4700 wegfallen. Das belgische Werk in Antwerpen ist von der Schließung bedroht.
Der hessische IG-Metall-Chef und Opel- Aufsichtsrat Armin Schild forderte eine verbindliche Zusage von Magna für den Erhalt des Werks in Antwerpen. Andernfalls würden die Arbeitnehmer nicht auf Lohn verzichten. "Wir werden so verhandeln, das harte Zusagen von Magna bei uns harte Zusagen und weiche Zusagen weiche Zusagen auslösen", sagte Schild dem Tagesspiegel am Sonntag.
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(sueddeutsche.de/dpa/pak)
Es gibt einen Unterschied in der Fertigung,wie der Leser Mapaed@: beschrieben hat. Es gibt Werke die ausschliesslich vorgevertigte Module zusammenbauen und andere die auch Module und Teile fuer alle Werke produzieren. Auch gibt es unterschiede in der Ausstattung,offt werden in den Englischen Werken nur die einfach Ausgestatteten Modelle gebaut. Auch hat das Ruesselsheimer Werk,die Sondermodelle,fuer Feuerwehr,Polizei und alle anderen Sonderausstattungen im Programm. Diese Abteilung ist hoch produktiv und rentabel,dass sind nur einige Beispiele. Leider ist es so das man in Gross - Britannien,die Grundrechenarten nicht mehr beherrscht,siehe Bankenkriese und mehr. Hier werden die Aepfel,die Birnen und die Tomaten als Gemuese gezaehlt,das es sich dabei um verschiedene Gemuesesorten handelt wird dabei glatt vergessen.
Mei,
dass die Zahlen "einfach mal so" veröffentlicht wurden sagt doch so einiges über die "Veröffentlichenden" aus. Deutlich mehr als über die Werke...
Die Entscheidungen von GM über die Firmenstrategie und die Modellpolitik waren und sind doch das Problem, nicht die "Fertigung vor Ort".
Wie die Fertigung nach dem "Toyota-System" sinnvoll aufgebaut werden sollte ist doch spätestens seit Anfang der 1990er Jahre bekannt. Und wurde Branchenweit angewandt.
Bekanntestes Beispiel ist Porsche.
Opel wäre überhaupt nicht mehr Wettbewerbsfähig wenn sie die Produktion nicht weitestgehend standardisiert und optimiert hätten. Der Vergleich der Produktionszeiten hängt ja auch von der jeweiligen Fertigungstiefe ab, netterweise wird ja nur die "Hersteller-eigene" Fertigungszeit angegeben. Wie lange ein Zulieferer für ein Bauteil braucht ist da nicht enthalten ... klar ist ein Auto schneller gefertigt wenn schon fertige Module zusammengeschraubt werden als wenn die Einzelteile erst zu Modulen zusammengebaut werden müssen. Äpfel mit Birnen und Pflaumen verglichen.
Die viel interessantere Frage ist doch:
"Wieso wird da im Ausland erst jetzt auf die Magna-Übernahme diskutiert?"
Hat da jemand gepennt?