Das Gezerre geht weiter: Vizekanzler Steinmeier setzt weiter auf Magna, während Ripplewood mit der Bundesregierung verhandelt.
Das Gezerre um Opel wird immer heftiger. Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier erwartet, dass die Gespräche zwischen dem bisherigen Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) und dem Kfz-Zulieferer Magna über den Verkauf des deutschen Autobauers zügig abgeschlossen werden.
Er hat einen klaren Favoriten: Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier setzt auf Magna als neuem Opel-Eigentümer und glaubt an einen schnellen Erfolg des Autozulieferers. (© Foto: ddp)
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Er habe "keine Anhaltspunkte, dass die Verhandlungen zwischen Magna und GM scheitern", sagte er dem Magazin auto motor und sport. Derweil verhandelte der amerikanisch-belgische Finanzinvestor Ripplewood mit dem Bundeswirtschaftsministerium über einen möglichen Einstieg.
Die Gespräche zwischen Magna und GM waren zuletzt ins Stocken geraten. Allerdings soll sich das Klima zwischen den Konzernen inzwischen wieder gebessert haben.
Die Phase der Anspannung ist vorbei", verlautete aus Verhandlungskreisen. Der Kampf um einen Opel-Einstieg hat sich allerdings zugespitzt, seit der Finanzinvestor Ripplewood von Verhandlungen mit GM "in einem fortgeschrittenen Stadium" gesprochen hat.
Nägel mit Köpfen
"Ende dieser Woche will Ripplewood einen unterschriftsreifen Vertrag vorlegen. Am Mittwoch stellte der Finanzinvestor sein Konzept im Bundeswirtschaftsministerium vor.
Die für die Opel-Rettung zugesagten Staatshilfen gelten der Bundesregierung zufolge aber vorerst nur für eine Übernahme durch Magna. Sollte ein anderer Bieter zum Zuge kommen, müssten die Zusagen noch einmal geprüft werden, erklärte Regierungssprecher Thomas Steg am Mittwoch in Berlin.
Der russische Präsident Dmitri Medwedew will sich bei seinem Deutschland-Besuch an diesem Donnerstag für die Opel-Offerte von Magna und der russischen Sberbank starkmachen.
Russland: Der Präsident selbst vermittelt
"Wir werden in München für das Angebot werben", sagte Medwedews außenpolitischer Berater Sergej Prichodko. "Es ist ein gutes Geschäft. Wir hoffen, dass es auch andere ebenso unterstützen." Medwedew trifft an diesem Donnerstag Bundeskanzlerin Angela Merkel in Oberschleißheim bei München.
Wie Steinmeier drängt auch der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz, der Ripplewood als Investor ablehnt, auf eine schnelle Entscheidung. Er sagte: "Es ist allerhöchste Eisenbahn für eine Einigung. Magna muss sich einen Ruck geben und in den Verhandlungen mit GM kompromissbereit sein."
Er wolle Magna als Investor, weil das Unternehmen Opel und den Mitarbeitern "eine nachhaltige Zukunft" biete und "am sorgsamsten mit der Kreditbürgschaft" umgehen werde. Er erwarte auch Unterstützung aus der Politik, damit Opel aus dem GM-Konzern herausgelöst werden könne, so Franz.
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(SZ vom 16.07.2009/kfa/pak)
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