Opel: Die Pläne von Magna Ein Astra für Kanada

Die USA und China sind tabu, das Ziel heißt Kanada: Opel soll bald auch außerhalb Europas punkten. Doch noch ist der Deal mit Magna nicht gesichert. Der Bund sondiert Alternativen - und Fiat hofft auf eine zweite Chance.

Vier Jahre Schonfrist gibt Frank Stronach Opel - dann soll der deutsche Autokonzern wieder Gewinne abwerfen. Mit einer neuen Modellpalette werde der Hersteller binnen drei Jahren aus den roten Zahlen herauskommen und im vierten Jahr wieder profitabel arbeiten, sagte der Konzernchef von Magna. Der kanadisch-österreichische Zulieferer und die russische Sberbank wollen Opel in den kommenden Monaten übernehmen.

In vier Jahren soll Opel wieder Gewinne einfahren - und seine Autos in Kanada verkaufen.

(Foto: Foto: dpa)

Und dann soll sich der deutsche Traditionshersteller nicht nur in Europa einen Namen machen, sondern auch auf anderen Kontinenten. Ende des Jahres bereits solle Opel Autos nach Kanada importieren und dort verkaufen, sagte Stronach der Zeitung Toronto Star - und kündigte an: Magna wolle in den kommenden Jahren auch Opel-Modelle in Kanada bauen. Einen genauen Zeitpunkt dafür nannte er allerdings nicht.

In den USA sollen die Opel-Autos jedoch nach Aussage Stronachs nicht verkauft werden. Opel werde seiner Mutter General Motors (GM) auf deren Heimatmarkt sowie in China keine Konkurrenz machen. Allerdings könne sich dies nach ein paar Jahren ändern. Stronach kann sich eine Änderung der Abmachung vorstellen, wenn es für GM sinnvoll ist. "Ich glaube sehr, dass man einige Dinge immer ändern kann, wenn man mit einem guten Vorschlag kommt, der für alle sinnvoll ist."

Fiat weiter interessiert

Vor dem Expansionsdrang steht allerdings eine geglückte Übernahme. Magna-Co-Chef Siegfried Wolf sagte, er rechne mit einem "sehr sehr schnellen Abschluss" der Verhandlungen. In den kommenden Wochen müssten wichtigste Details geklärt werden. Spätestens Ende September solle der Einstieg dann unter Dach und Fach gebracht werden.

Zuvor hatte Wolf gemeinsam mit GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster und Betriebsratschef Klaus Franz den Beschäftigten auf einer Betriebsversammlung am Opel-Stammsitz die Pläne für die Übernahme vorgestellt. Die Managementstrukturen des neuen Unternehmens aus Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall sollten innerhalb der kommenden vier bis fünf Wochen stehen, sagte Franz. Forster soll dabei dem Team zur Umstrukturierung des Unternehmens vorstehen.

Allerdings ist noch unklar, welche der europäischen Standorte erhalten werden können. Die Verhandlungen über die Zukunft der Werke im belgischen Antwerpen, dem britischen Luton und Bochum in Nordrhein-Westfalen würden "eine harte Nuss", sagte Franz.

Und ganz gesichert ist der Magna-Deal ohnehin noch nicht. Der Konzern hält sich noch immer eine Hintertüre offen, die Übernahme platzen zu lassen. Für den Fall der Fälle hat die Bundesregierung offenbar vorgesorgt. Einem Bericht des Handelsblatts zufolge verhandelt die Bundesregierung auch weiter mit anderen Interessenten. Am Dienstag trafen sich demnach Vertreter der Politik mit Spitzenleuten des chinesischen Konzerns BAIC, der ebenfalls Interesse an Opel signalisiert hatte. Auch die Fiat-Führung hat wohl eindeutige Signale nach Berlin gesandt, weiter an einer Übernahme von Opel interessiert zu sein.

Die Geier kreisen schon

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