Von Von Karl-Heinz Büschemann

Der europäische Teil von General Motors steht vor einem großen Umbau. Der Chef der Konzerntochter Opel, Carl-Peter Forster, wird eine führende Rolle bei GM-Europa übernehmen. Nachfolger an der Opel-Spitze wird der bisherige Entwicklungschef Hans Demant.

Der Autohersteller Opel erhält einen neuen Chef. Wahrscheinlich in der kommenden Woche wird der Aufsichtsrat des Rüsselsheimer Autoherstellers, der im Besitz des US-Konzerns General Motors (GM) ist, Hans Demant zum Nachfolger von Carl-Peter Forster ernennen, der zum zweiten Mann in der europäischen Organisation von GM aufsteigen wird.

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Die Opel-Zentrale bestätigt diese Meldungen nicht, doch wird schon seit einiger Zeit über einen Wechsel Forsters in die GM-Zentrale nach Zürich und den umfassenden Umbau des europäischen GM-Teilkonzerns spekuliert.

In Europa gehören zu GM neben Opel noch die britische Automarke Vauxhall und der schwedische PKW-Hersteller Saab; außerdem der europäische Teil des koreanischen Autoherstellers Daewoo und zwei Gemeinschaftsfirmen für den Autoteile-Einkauf, für wie Motoren und Getriebe, die GM gemeinsam mit Fiat hält.

Offensichtlich missfällt der amerikanischen Muttergesellschaft die Entwicklung des größten Autoherstellers der Welt in Europa. Die Europa-Gruppe von GM wird in diesem Jahr wahrscheinlich wieder Verluste machen.

"Nicht effizient"

Für vier Monate war daher der Entwicklungschef von GM, der aus der Schweiz stammende Bob Lutz, als Europa-Chef eingesprungen, um deren Umorganisation einzuleiten. "Die Organisation ist nicht effizient", sagte dazu der 72-jährige Autoveteran, der bei GM über großen Einfluss verfügt.

"Wenn man die Zahlen ansieht, sieht man, dass es Zeit zum Eingreifen ist." General Motors hat im vergangenen Jahr 384 Millionen Euro verloren und schlechter abgeschnitten als erwartet. Im ersten Quartal dieses Jahres betrug der Verlust etwa 100 Millionen Euro.

Die Grenzen zwischen den Teilunternehmen werden stärker verwischen als bisher, wenn nach den Vorstellungen von Lutz ein europäischer Fertigungsverbund entsteht.

Um Kosten zu senken, ist offenbar geplant, zwischen den verschiedenen Marken mehr gleiche Teile zu verwenden als bisher. Besonders die Marke Saab soll stärker an Opel heranrücken.

Die amerikanische Konzernzentrale will offenbar nicht mehr hinnehmen, dass die schwedische Marke hohe Verlust einfährt, aber nur wenige Teile verwendet, die auch in Opel-Fahrzeugen genutzt werden. In Zukunft werden sogar Opel- und Saab-Fahrzeuge vom selben Band in Rüsselsheim laufen.

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