Erst drosselt der russische Ölkonzern Lukoil die Lieferungen an Deutschland - jetzt will er mehr Geld haben. Unmöglich.
Man stelle sich vor: Die Stadtwerke drehen ihren Kunden den Strom ab und verlangen ein paar Tage später höhere Tarife für die Kilowattstunde. Oder die Mineralölkonzerne schließen ihre Tankstellen für eine Woche, um nachher höhere Spritpreise zu verlangen.
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So ähnlich läuft das Energiegeschäft derzeit mit Russland. Vor einigen Monaten drosselte der russische Ölkonzern Lukoil klammheimlich die Lieferungen, die durch die Pipeline mit dem schönen Namen Druschba (Freundschaft) nach Deutschland flossen, um ein Drittel.
Eine Erklärung gab er nicht. Jetzt wissen wir, warum der private Konzern, der beste Beziehungen zum Kreml hat, nach dieser Wildwest-Methode handelte. Er will höhere Preise für sein Öl.
Solches Verhalten erstaunt. Es ist zwischen zivilisierten Nationen nicht üblich, wirtschaftliche Erfolge mit so plumpen Methoden zu erzeugen wie der plötzlichen Verknappung von Lieferungen.
Auch für die in diesem Fall betroffenen Mineralölkonzerne BP, Shell, Agip und Total dürfte es ungewöhnlich sein, dass ihr russischer Lieferant zu so rücksichtslosen Mitteln greift. Eigentlich könnte man erwarten, dass Lukoil den Wunsch nach höheren Preisen in Verhandlungen mit den Partnern zur Sprache bringt.
Das unmögliche Verhalten der Russen sollte die westlichen Abnehmer nachdenklich machen. Sie können sich darauf einstellen, dass sie immer wieder mit wenig feinen Methoden vor vollendete Tatsachen gestellt werden und sollten sich verstärkt nach zuverlässigeren Lieferanten umsehen.
Zudem wird immer deutlicher, dass Russland auf die Dauer den Energiehunger der Deutschen weit weniger befriedigen kann als bisher angenommen. Das große Land braucht immer größere Ölmengen selbst, und auch seine Vorkommen sind beschränkt.
(SZ vom 29.08.2007)
Schon der normaldenkende Bürger wusste, wohin der Deal mit den Russen führt. Putin hat es in der Vergangenheit immer wieder vorgemacht.
Wie dumm muss man noch sein (hier Schröder, Bundeskanzler a.D.) um die Methode nicht zu erkennen?
Mit den Russen (auf Putin-Ebene) kann man keine Geschäfte machen. Die gehen über Leichen!!
Na, dann ist es ja gut! Was für Ihre "emotionale" Reaktion gilt, gilt ebenso für meine emotionale Gegenreaktion. Ich bestreite ja nicht, dass wir Probleme mit Rechtsradikalen (die wohl in der Tat niemals ihr Hirn einschalten) im eigenen Land haben. Jedoch haben wir zumindest eine Regierung und Staatsorgane, die sich an demokratische Gepflogenheiten hält. Auf Ihre (doch sehr dreiste) Verbindung meines ersten Beitrags mit den Vorfällen von Mügeln konnte ich nicht anders als mich energisch zur Wehr zu setzen! Allerdings gebe ich Ihnen Recht, dass Pauschalisierungen nicht weiter helfen! Bzgl. des russischen Machtapparates lasse ich meine Aussage dennoch stehen!
Ihr Gedankengang geht für mich an der Wirklichtkeit vorbei.
Natürlich gibt es Spritschleudern. Ein Golf beispielsweise verbraucht weit weniger Benzin als ein Käfer früher verbraucht hat. Der Sinn des Energiesparens ist durchaus in das Bewußtsein der meisten Menschen eingedrungen. Nur wollen sich die meisten Menschen dabei nicht politisch mißbrauchen lassen.
Diese Preiserhöhungen funktionieren, weil die Energie benötigt wird. Wer will schon im Winter in einer ungeheizten Wohnung sitzen und sein Essen bei Kerzenlicht auf einem Stöfchen kochen. Damit gibt es für die Energieunternehmen auch keinen Grund, dieser Preisentwicklung ernsthaft etwas entgegenzusetzen. Ihnen wird kein Kunde deswegen verlorengehen.
Was ich mit meinem (vielleicht etwas zu emotionalen) Kommentar zum Ausdruck bringen wollte, ist der Vorschlag sich erst der Probleme im eigenen Lande bewusst zu werden, bevor man andere Nationen/Länder pauschal als unzivilisiert bezeichnet.
Ach, übrigens, Ihre Wortwahl - "Gehirn einschalten", "Schwachsinn verzapfen" - ist entzückend, habe mich sehr amüsiert.
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