Der Preisunterschied zwischen Normal- und Superbenzin beträgt nur noch einen Cent. Die Automobilklubs befürchten die "mittelfristige Abschaffung des Normalbenzins".
Der aktuelle Preis für einen Liter Normal (91 Oktan) in München liegt derzeit zwischen 1,29 und 1,36 Euro, der Literpreis für Superbenzin (95 Oktan) rangiert zwischen 1,32 und 1,37 Euro.
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Von dieser Angleichung der Preise sind vor allem die Fahrer älterer, auf Normalbenzin ausgelegter Fabrikate betroffen. Neu- und Sportwagen sind fast durchwegs auf Super oder das noch teurere Super Plus ausgelegt. Jahrelang konnten Autofahrer sich auf die Preisdifferenz verlassen.
Wer aus Kostengründen Normal statt Super tankt, spart bei einem Tankinhalt von 50 Litern nur noch 50 Cent statt vormals 1 Euro. Jahrelang lag der Preisabstand zwischen den beiden Benzinsorten bei 2 Cent. Bei einer Tankfüllung pro Woche sinkt die jährliche Ersparnis nun von rund 50 Euro auf 25 Euro. Für diesen minimalen Preisunterschied lohnt es sich nicht mehr, den Motor mit einer niedrigeren Oktanzahl zu malträtieren.
Zusätzliche Einnahmen
Branchenexperten vermuten seit Jahren, die Mineralökonzerne wollten Normalbenzin lieber heute als morgen abschaffen. Der erzwungene Wechsel von rund einem Viertel der Autofahrer auf das teurere Super würde den Tankstellenbetreibern zusätzliche Millioneneinnahmen bescheren.
"Man versucht zu testen, wie die Nachfrage reagiert, und will möglicherweise den einen oder anderen bewegen, Super statt Normal zu nehmen", erklärt Jürgen Albrecht, ein Experte des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC).
Mit dieser Meinung steht Albrecht nicht alleine: "Es deutet alles auf die mittelfristige Abschaffung von Normalbenzin hin", sagt Wolfgang-Ernst Fürst zu Ysenburg, Präsident des Automobilclubs von Deutschland (AvD) zur Bild-Zeitung. "Super wird das neue, dann aber teurere Normal."
Drastischere Töne
Die Präsidenten beider Automobilklubs scheuen sich nicht davor, noch weitaus drastischere Töne anzuschlagen. Fürst zu Ysenburg forderte sogar ein Eingreifen des Kartellamtes, "weil wieder alle Anbieter zur gleichen Zeit verteuert haben". Ysenburg weiter: "Dieses unverschämte Abkassierprogramm bedeutet eine neue, eiskalte Abzocke zulasten des Normalverbrauchers. Wenn das auf Dauer so bleibt, erleben wir eine der krassesten Benzinpreiserhöhungen aller Zeiten."
ADAC-Präsident Peter Meyer stellt klar, wer als Adressaten gemeint sind: "Den Mineralölfirmen geht es bei dieser Maßnahme natürlich nur um eines: Ertragssteigerung. Ein anderer Grund für die Verringerung der Preisdifferenz zwischen Super- und Normalbenzin ist nicht erkennbar."
Hohe Nachfrage von China und den USA für Normalbenzin
Als Grund für die Preisentwicklung nennen die Konzerne die weltweit hohe Nachfrage nach Normalbenzin. Zeitweise sei es auf den internationalen Märkten sogar teurer gewesen als das eigentlich hochwertigere Superbenzin.
"Auf dem Weltmarkt gibt es eine starke Nachfrage aus den USA, aber auch aus China nach Normalbenzin", berichtet Esso-Sprecherin Gabriele Radke. In beiden Ländern gebe es viele Fahrzeuge, die nur 91-oktaniges Benzin bräuchten.
Der ADAC hegt Zweifel an dieser These: "Zumindest in Europa erscheint das fragwürdig", sagt Sprecher Peter Hemschik, "denn außer Deutschland gibt es kaum noch Länder mit Normal und auch hier zu Lande fällt die Nachfrage." Seine Vermutung: "Vielleicht wollen die Konzerne mehr Kunden zum Super locken?"
In Deutschland ist Normalbenzin seit Jahren im Niedergang. Im Jahr 2006 betrug der Anteil nur noch rund 27 Prozent des Gesamtvolumens. Super kam auf 70 Prozent, Superplus auf drei Prozent. In Österreich sind die Anteile der verschiedenen Kraftstoffsorten ähnlich verteilt.
Hohe Oktanzahlen schonen die Motoren
Der Unterschied zwischen Normal- und Superbenzin liegt in der höheren Oktanzahl. Sie beschreibt die so genannte "Klopffestigkeit" des Kraftstoffs. Ein Benzinmotor läuft unruhig, wenn das Luft-Benzingemisch in den Zylindern nicht gleichmäßig verbrennt. Das resultierende "Klopfen" kann die Lebensdauer von Motoren verkürzen. Je höher die Oktanzahl, desto gleichmäßiger und auch effektiver verbrennt das Benzingemisch.
Die höhere Oktanzahl wird laut Industrie vor allem durch besondere Zusatzstoffe erreicht, so genannte Additive. Additive für Super sind teurer als für Normal, was den höheren Preis für Super erklärt. Bis in die 80er Jahre wurde dem Benzin Blei als Anti-Klopfmittel beigemischt.
Wegen Gesundheitsrisiken wurde der Verkauf von verbleitem Normalbenzin in Deutschland 1988 verboten. Seit dem Jahr 2000 darf EU-weit kein verbleiter Ottokraftstoff, gleich welcher Oktanzahl, mehr angeboten werden.
(sueddeutsche.de/AP)
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der Artikel ist auch vom 13.8. Allerdings immer noch im Kern aktuell und teilweise eben falsch.
Der Preis für das Autobenzin ist eine Sache, aber die anderen Energieformen basieren in der Preisbildung auf öl, auch wenn deren Preis ursächlich nichts mit Rohöl zu tun hat. Und was erst, wenn der $-Kurs - aus welchen mechanismen heraus auch immer - steigen sollte.
Das führt dann mit paar Monaten time lag schnell zu kalten Stuben und zu größeren Wirtschaftseinbrüchen, als durch ein paar Lokführer, und das auch nicht nur im Export. Die sekundäre Ausbeutung - über Oligopole und Spekulanten - läuft bald der primären den Rang ab. Also bloß keine Verengung der Sicht aufs Auto.
PS Im übrigen scheint der Artikel "vorgestrig": im Raum Frankfurt liegt der Benzinpreis bei 1,47 /l.
Da werden falsche Dinge unreflektiert wiedergegeben: Einem auf 91 Oktan ausgeleten Motor nutzt Super nichts, rein gar nichts. Weder hat er mehr Leistung mit Super, noch wird er mit Normalbenzin "malträtiert" oder zeigt Klopfzeichen. Das wird einfach nicht passieren, weil die Zündsteuerung (und Verdichtung etc.) auf 91 Oktan ausgelegt sind.
Da sieht man, wie schon der Journalist auf den Blödsinn der Mineralölkonzerne hereinfällt.
Das Auto gilt sicherlich als luxusgüter ,
es ist aber leider unersetzlich wenn man auf dem Land wohnt und leider keine Arbeitszeiten von 08 - 16 Uhr hat.
Das an den Arbeitsplatzranziehen hat vor und nachteile .
Auf jeden Fall sieht man das Vorteil-Argument der Umwelt sehr oft.
Ich arbeite aber um zu Leben und nicht umgekehrt.
Und sobald sich mit den im übrigen immer steigenden Spritpreisen das Arbeiten nicht mehr rentiert , hat sich das erledigt.
Also , immer schön Steuern und Sprit rauf - dann brauche ich bald nicht mehr arbeiten.
Und die 800 * 600 km Deutschland , retten die Welt im moment rein geldlich am meisten , aber da Länder wie USA und China nicht mitziehen - und es auch nicht werden- werden wir alle gemeinsam untergehen. Also geniessen wir unsere Zeit - nicht wahr?
Totgesagte Leben länger, sagt der Volkmund. Wenn man den derzeitigen Schlagzeilen der Presse folgen darf, hören einige selbsternannte Experten mal wieder die Sterbeglocke für die Kraftstoffart Normalbenzin läuten wie so oft schon in der Vergangenheit. Bis heute lebt Regularbezin stattdessen immer noch und zwar mit 27 % Betankungs-Anteil bei Ottokraftstoffen im Grunde noch recht komfortabel. Aus der Zentrale der BP/Aral als Marktführer auf dem deutschen Tankstellenmarkt konnte man im Frühsommer ein unmissverständliches Bekenntnis zum Festhalten am Normalbenzin vernehmen. Als Fahrer eines mit Normalbenzin getriebenen Fahrzeugs würde ich mir derzeit nicht allzu große Sorgen machen, dass die Kraftstoffsorte Normal zugunsten des teureren Superkraftstoffes entfällt und rufe aus: Ja es lebt noch, das Normalbenzin! -Tankstelle heute (http://tanke.blogg.de)
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