Öko-Benzin in den USA Die Ethanol-Weltmacht

Kein Land produziert so viel Ethanol wie die USA. Ex-Präsident Bush hatte beschlossen, den Anteil von Biosprit zu verfünffachen. Vor allem der Mais-Staat Iowa profitiert vom E15 an den Tankstellen.

Von Charlotte Theile

Während in Deutschland noch über E10 diskutiert wird, ist in den USA bereits eine neue Kraftstoffsorte auf dem Markt: E15. Seit Januar diesen Jahres hat die Umweltschutzbehörde EPA die Mischung mit fünfzehn Prozent Ethanol freigegeben - für Fahrzeuge, die zwischen 2001 und 2006 produziert wurden.

Die Beamten reagieren damit auf die zunehmende Bedeutung von Ethanol in Staaten wie Iowa. Der Staat im Mittleren Westen der USA ist für seine großen Maisfelder bekannt und produziert mittlerweile fast ein Drittel der gesamten Menge an Ethanol in den USA.

2010 haben die Vereinigten Staaten Schätzungen zufolge 45 Milliarden Liter davon hergestellt. Sie sind damit der weltweit größte Produzent.

Das ist politisch gewollt. Der sogenannte Biofuel Plan wurde 2007 von der Regierung des George W. Bush beschlossen und sieht vor, die Produktion von Biokraftstoffen bis 2022 zu verfünffachen. Nachfolger Barack Obama führt dieses Vorhaben angesichts schwindender Erdölreserven und der ungebrochen hohen Ölnachfrage fort.

Iowa setzt inzwischen ganz auf Biokraftstoff. Zehntausende Arbeitsplätze hängen allein in dem ländlichen Drei-Millionen-Staat an der stark subventionierten Produktion von Bio-Benzin und Bio-Diesel.

Dabei sorgt Ethanol auch in den USA für Diskussionen: Ist Bio-Sprit wirklich ökologisch sinnvoll? Und erweist man seinem Fahrzeug mit der immer höheren Beimischung von Ethanol einen Gefallen?

So sorgte auch die Freigabe von E15 vor einigen Wochen für Proteste: Automobilklubs und Industrie riefen die Umweltbehörde auf, den Stoff zurückzuziehen, bis gesicherte wissenschaftliche Informationen zu dessen Verträglichkeit vorlägen.