Krankenhäuser, Kindergärten, Verkehrsunternehmen: In mehreren Bundesländern streiken Beschäftigte von Bund und Kommunen für mehr Geld.
Es wird gestreikt - zumindest teilweise: Weit mehr als 10.000 Angestellte von Bund und Kommunen haben sich Gewerkschaftsangaben zufolge am Auftakt der Warnstreiks im öffentlichen Dienst beteiligt.
Die Gewerkschaft Verdi fordert für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes fünf Prozent mehr Geld und einen besseren Tarifvertrag. Eine Szene aus dem städtischen Krankenhaus München-Bogenhausen. (© Foto: dpa)
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Schwerpunkte der Warnstreiks lagen am Mittwoch in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte. Sprecher der Verdi-Landesverbände berichteten, gegen sieben Uhr seien die Operationssäle wichtiger Kliniken auf Notbesetzung heruntergefahren worden. Die Arbeitsniederlegungen sollen punktuell bis zum Ende der Spätschicht anhalten.
Geplante Operationen seien abgesagt worden, Not-OPs werde es aber geben, teilte Verdi mit.
Verstärkter Streik in den kommenden Tagen
Weiter bestreikt werden unter anderem Stadtverwaltungen, Kindertagesstätten oder die Müllabfuhr. Am frühen Nachmittag will Verdi Zwischenergebnisse über die Streikbeteiligung vorlegen. Die Warnstreiks seien gut angelaufen, sagte auch ein Verdi-Sprecher in Bayern.
Der Aufruf zum Warnstreik richtete sich zunächst nur an einen Teil der 1,3 Millionen Angestellten des Bundes und der Kommunen. In den kommenden Tagen sollen die Warnstreiks in mehreren Bundesländern punktuell ausgeweitet werden und am Montag in Thüringen enden. Am nächsten Mittwoch wollen die Tarifparteien in Potsdam zur dritten Runde an den Verhandlungstisch zurückkehren.
Im Video: Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes legten am Mittwochmorgen erste Belegschaften ihre Arbeit vorübergehend nieder.
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Verdi-Chef Frank Bsirske erwartet, dass in der Tarifauseinandersetzung ein Vermittler angerufen wird. Auf einer Kundgebung in Mannheim sagte Bsirske vor rund 600 Gewerkschaftsmitgliedern: "Die setzen offenbar jetzt schon auf die Schlichtung."
Die Steuergeschenke der schwarz-gelben Koalition für Hoteliers nannte Bsirske eine "Frechheit", während rund zwei Millionen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in diesem Jahr leer ausgehen sollten.
Sowohl bei der geforderten Altersteilzeit als auch bei der Lohnerhöhung für die Beschäftigten werde es mit Verdi keine faulen Kompromisse geben.
Angesichts der Tatsache, dass beispielsweise die Mehrzahl der Müllmänner, Stadtreinigungskräfte und Krankenhausmitarbeiter das Rentenalter gar nicht erreichten, sei die Blockadehaltung der öffentlichen Verhandlungsführer nicht nachvollziehbar.
Bsirske äußerte zudem die Befürchtung, dass sich die Arbeitgeber auch bei der nächsten Verhandlungsrunde unnachgiebig zeigen werden. Er warnte vor einem Jahrzehnt der Lohnkürzungen, Nullrunden und des Gehaltsverzichts.
In seiner Rede verteidigte der Verdi-Chef erneut die Gewerkschaftsforderung mit einem Gesamtvolumen von fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt für die Beschäftigten von Bund und Kommunen.
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(sueddeutsche.de/AFP/dpa/apn/hgn/mel/tob)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Da werden Kindergärten, Schulbusse, etc bestreikt. An die betroffenen Eltern, oft ja auch noch Alleinerziehende, denkt die Verdi-Gewerkschaft nicht. Gestern wurde noch von den Kummunalen Spitzenverbänden verkündet, daß viele Stadte an den Kollaps angelangt sind. Und trotzdem werden 5 % mehr an Belastungen von den Arbeitgebern erzwungen. Wenn bei meinem mittelständischen Betrieb ( 2400 Mitarbeiter ) die Wirtschaftslage schlecht war, wurde um die Arbeitsplätze nicht zu gefährden, Forderungen oberhalb der Infaltionsgrenze nicht verwirklicht. Aber so ist das eben, das eine ist der öffentliche Dienst das andere die freie Marktwirtschaft. Bald wird man im Fernsehen wieder die streikenden Müllmänner gezeigt bekommen während sich der gehobene Dienst ( OB, Studienräte, Landräte etc ) die Hände reiben.
Kindergärten zu bestreiken können sich nur kranke Hirne ausdenken.
Die Gewerkschaften sollten denjenigen schwachen Arbeitnehmern, welche sich selber nicht zu helfen wissen, Beistand sein. Das ist ihr Sinn und ihre Aufgabe. Wenn sie dann noch dafür sorgen, dass für die niedrigen und mittleren Einkommen regelmäßig ein Inflationsausgleich vorgenommen wird, ist das auch in Ordnung.
Sie sollte aber nicht -aus purem Eigeninteresse- den öffentlichen Kassen, und damit den Bürgern und letztlich auch sich selbst, den Garaus geben.