Schwere gegenseitige Vorwürfe nach den erfolglosen Tarifgesprächen in Potsdam: Da auch die dritte Runde ohne Ergebnis vertagt wurde, könnte es ab Donnerstag zu Warnstreiks kommen.

Die dritte Tarifrunde wurde am Dienstag in Potsdam ergebnislos vertagt. Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, sagte, er werde der Tarifkommission Warnstreiks empfehlen. Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen wurden auf den 25. Februar vertagt.

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Die Gewerkschaft der Polizei, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sowie der Beamtenbund machten deutlich, dass sie sich den Aktionen anschließen werden. Diese soll es dem Vernehmen nach bereits von Donnerstag an in unterschiedlichen Bereichen geben.

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) warf den Gewerkschaften vor, ihr Streik-Drehbuch bereits vor der Tarifrunde festgelegt zu haben. Der VKA lägen konkrete Planungen für Streiks und Aktionen im ganzen Bundesgebiet vor. Die hohen Schulden der Kommunen begrenzten die finanziellen Spielräume für Tariferhöhungen.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) warf den Gewerkschaften eine kompromisslose Haltung vor. Mit dem Angebot von insgesamt fünf Prozent mehr Einkommen seien die Arbeitgeber den Gewerkschaften einen großen Schritt entgegengekommen, sagte Schäuble.

Bsirske warf den Arbeitgebern "eine Fortsetzung der Politik des Reallohnverlustes" vor.

Die Bundestarifkommission der Gewerkschaft Verdi trat noch am Dienstagnachmittag zusammen, um über Warnstreiks zu entscheiden.

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(sueddeutsche.de/dpa/AP/mah)