Bei den Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst soll eine Einigung erzielt worden sein. Laut Verdi-Chef Bsirske mussten "alle Beteiligten Kröten schlucken".

"Es liegt ein Ergebnis vor", sagte der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske in Potsdam. Die Gremien der Tarifpartner beraten nach seinen Angaben darüber am Vormittag.

Frank Bsirske, Reuters

Auch er musste nach eigenem Bekunden "Kröten schlucken": Verdi-Chef Frank Bsirske. (© Foto: Reuters)

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Die Diskussion werde nicht einfach, da "alle Beteiligten Kröten schlucken müssen". Er sei aber zuversichtlich, dass auf dieser Grundlage ein Ergebnis erreicht werden könne. Die Verhandlungsergebnisse müssen jetzt von den Tarifkommissionen der Gewerkschaften und den Mitgliedern der kommunalen Arbeitgeber noch gebilligt werden.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur AP umfasst das Paket mit einer Laufzeit von zwei Jahren ein Gesamtvolumen von acht Prozent und nach Branchen gestaffelte Arbeitszeiterhöhungen. 2008 soll voraussichtlich ein Sockelbetrag von 50 Euro gezahlt werden bei einer Entgelterhöhung von 5,1 Prozent für die etwa 1,3 Millionen Angestellten von Bund und Kommunen.

Arbeitgeber und Gewerkschaften wollten um 9 Uhr ihre Gespräche wieder aufnehmen. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte deswegen eine Auslandsreise ab. Dies wurde bereits als positives Zeichen gewertet. Der größte Diskussionsbedarf besteht dem Vernehmen nach in den Reihen der Kommunen. Ein Scheitern der Verhandlungen gilt zwar inzwischen als unwahrscheinlich, ist aber immer noch nicht vollständig auszuschließen.

Die Tarifparteien hatten ihre Verhandlungsrunde am Sonntag überraschend um einen Tag verlängert und wollten bis in die Nacht weiterverhandeln. Ohne eine Einigung würden Streiks in der öffentlichen Verwaltung ab Mitte April drohen.

Die Gewerkschaften hatten den vergangene Woche veröffentlichten Schlichterspruch abgelehnt. Neben der für westdeutsche Kommunen und den Bund vorgesehenen Arbeitszeitverlängerung auf 39,5 Wochenstunden haben die Schlichter vier Prozent mehr Entgelt ab April 2008, einen zweiprozentigen Aufschlag für 2009 und zwei Einmalzahlungen von 450 Euro vorgeschlagen. Verdi und drei kleinere Gewerkschaften verlangen dagegen acht Prozent mehr Geld für ein Jahr bei gleichbleibender Arbeitszeit.

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(sueddeutsche.de/AFP/AP/dpa/Reuters/mel/gal)