Die Tarifeinigung im Öffentlichen Dienst wird für die Arbeitgeber von Bund und Kommunen teuer. Doch es besteht Planungssicherheit - das ist doch was.
Die gute Nachricht vorneweg. Auch der Öffentliche Dienst ist befriedet, nach einer kurzen Schlichtung. Noch rascher war es vor Wochenfrist in der Metall- und Elektroindustrie gegangen. Damit entwickelt sich 2010 zum Jahr der schnellen Tarifrunden. Das bringt etwas Sicherheit in eine ansonsten ausgesprochen unsichere wirtschaftliche Lage.
Erst die Schlichtung, dann die Einigung: Der Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst ist beigelegt. (© Foto: ddp)
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Es ist ja weiterhin ungewiss, ob aus dem verzagten Wachstum der jüngsten Zeit übers Jahr ein belastbarer Aufschwung wird, oder ob - was mancher Experte vermutet - noch einmal eine kräftige Delle kommt. Die Arbeitnehmer und ihre Interessenvertreter jedenfalls tragen ihren Teil dazu bei, die Volkswirtschaft zu stärken.
Namentlich die IG Metall ist für ihre wirtschaftliche Vernunft und ihren Weitblick viel gelobt worden, weil sie sich in schwierigem Umfeld für Beschäftigungssicherung zulasten von Gehaltserhöhungen entschieden hatte. Die Metaller erhalten in diesem Jahr nur eine Einmalzahlung, erst 2011 sollen die Löhne wieder prozentual steigen. Im Vergleich dazu war Verdi mit einer Fünf-Prozent-Forderung in die Verhandlungen im öffentlichen Dienst gezogen und hatte seinem schlechten Ruf zunächst alle Ehre gemacht. Am Ende war der Realitätssinn größer, als Kritiker vermutet hatten.
Das Ergebnis der Runde ist problematisch genug, aber sicher kein Desaster. Leichte Lohnerhöhungen, vorsichtig gestaffelt, und eine überschaubare Einmalzahlung sind für die klammen Arbeitgeber von Bund und vor allem Kommunen schwer zu verkraften. Immerhin bringt der Abschluss mit seiner vergleichsweise langen Laufzeit von 26 Monaten Planungssicherheit, und die Möglichkeit leistungsbezogener Bezahlungen wird ausgeweitet. Das ist doch was.
(SZ vom 01.03.2010/mel)
Linke mit neuer Führung
Es hat den -Anschein, dass Beise ganz vorsichtig eine Kehrtwende versucht. Jedoch mit mäßigem Erfolg.Das für ihn die Gewerkschaften der Grund allen Übels sind, ist bekannt. Dumm nur, dass diese im GG garantiert sind.
xpeten: merci für den rat.
nicknorris: das können sie sich sparen, das will hier keiner lesen. grenzt ja schon fast an logik. probieren sie es doch mal mit "blühenden landschaften" und "die-märkte-regulieren-sich-selber"... kommt immer gut an. zumindest beim wähler.
Lieber Herr Beise,
2,3 % für 26 Monate sind also "problematisch genug".
Gut beobachtet.
Wie ist das dann mit den Preiserhöhungen für das SZ-Abo? Ich bekomme ja auch trotz höhrerer Preise keinen Mehrwert.
Mein Vorschlag: Die Preiserhöhungen der SZ werden an die Abschlüsse des öffentlichen Dienstes gekoppelt (rückwirkend möglichst) und wenn dann das Geld nicht reicht wird das einfach durch Abzüge an Ihrem Gehalt - und dem der anderen neoliberalen Ideologen - eingespart.
Müsste doch ganz in Ihrem Sinne sein, nicht?
Löhne tief = gut, Löhne tiefer = besser, Löhne zahlt der Staat = am besten.
Wenn die Löhne gegen 0, wer kauft dann die Ware?
Die Ausländer. Und wenn das nicht reicht wird der Rest der Produktion im Inland verschenkt.
Aber die Gewerkschaften sind nicht dumm: Ware wird dann nur gegen Entschädigung abgeholt.
Die gleichen Geistesgrößen, die jetzt Abschlüsse unter der Inflationsrate bejubeln sind dann die ersten,
die jammern wenn Deutschland seine Innovationskraft verliert, weil keine Forschungsabteilung ihre Mitarbeiter halten kann,
die jammern wenn Operationen in Kliniken verschoben werden müssen, weil nicht einmal mehr die Osteuropäer unter den gebotenen Arbeitsbedingungen tätig werden wollen,
die jammern weil der Schnee vor ihrer Hütte nicht weggeräumt wird,
die jammern, dass alle nur noch bei Aldi und Plus einkaufen,
die jubeln, dass A .. Turnschuhe für 5 Euro in Fernost herstellen lässt um sie dann als deutsches Markenprodukt für ein vielfaches in Europa verkauft,
die einfach immer nur bis zu ihrer Jacke denken und die Hose außer Acht lassen.
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