Erst wurde der Südwesten bestreikt, jetzt ist Ost- und Mitteldeutschland an der Reihe. Der Arbeitskampf nimmt mittlerweile enorme Dimensionen an.
Am dritten Tag in Folge haben die Gewerkschaften im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes ihre Warnstreiks am Freitag fortgesetzt. Die Schwerpunkte der Ausstände sind nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Bundesländer Hessen, Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt.
Verdi rechnet mit bis zu 100.000 Streikenden. Der Schwerpunkt des Streiks liegt auf den Bundesländern Hessen, Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt. (© Foto: ddp)
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Erstmals in diesem Jahr könnten sich deutlich mehr als 100.000 Angestellte an den Warnstreiks beteiligen, hieß es. Damit wird der Arbeitskampf vor dem Wochenende erneut spürbar ausgeweitet.
Am Mittwoch hatten sich nach Verdi-Angaben 22.000 Mitarbeiter und am Donnerstag 52.0000 Mitarbeiter des öffentlichen Dienst an den Arbeitsniederlegungen beteiligt.
In Saarbrücken ließen die Angestellten der Müllabfuhr ab 5 Uhr früh ihre Arbeit ruhen. Zu Warnstreiks aufgerufen sind zudem mehrere Tausend Mitarbeiter von kommunalen Strom- und Gaswerken, von Kommunalverwaltungen, Nahverkehrsunternehmen, Sozialversicherungen, Bundeswehreinrichtungen sowie der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung.
In Hessen werden Bedienstete des Deutschen Wetterdienstes, des Statistischen Bundesamts sowie kommunaler Verwaltungen bei Arbeitskampfmaßnahmen erwartet. Wegen des Ausstands müssen sich Pendler im Rhein-Main-Gebiet auf Behinderungen im Nahverkehr etwa bei der Verkehrsgesellschaft in Frankfurt am Main einstellen. In Sachsen und Sachsen-Anhalt sind Warnstreiks in 16 Städten geplant.
Die Gewerkschaften fordern fünf Prozent höhere Gehälter für die 1,3 Millionen Angestellten des Bundes und der Kommunen. Die zweite Tarifrunde war am Montag in Potsdam ohne Arbeitgeberangebot vertagt worden. Mittwoch sollen die Verhandlungen in der dritten Tarifrunde in Potsdam fortgesetzt werden.
(sueddeutsche.de/AFP/jcb/hgn)
Vor der EM in Polen und der Ukraine
Wer einmal ganz genau hinschaut, der wird eine auffällige Ähnlichkeit zwischen den real geleisteten Leistungen der stalinistischen Kaderfunktionäre der alternativlosen und dogmatischen Planwirtschaft der SED und den heute immer extremer aufbrechenden Folgen der alternativlosen Prognose- und Planvorhersagewirtschaft, die zwar nicht von der Gesetzmäßigkeit der Geschichte geleitet werden, dafür aber von den durch pathologische Gier gezeichneten "Finanzinvestoren" und ihren Lakaien und Prätorianern in solche Organisationen wie der FDP, CDU/CSU, der Gruppe Schröder im Seeheimer Kreis der SPD und dem Metzger-Flügel von Bündnis90/Die Grünen.
Dass die seit Mitte der 1980er Jahre immer extremistischer gesteigerte Kompression an den Arbeitsplätzen trotz der Arbeitszeitverkürzung zu einer radikalen Arbeitslosenrate geführt hat, ist in erster Linie der faktischen Inkomptetenz und fachlichen Unfähigkeit der sogen. "Führungskräfte" zuzuschreiben, denen jeder Sinn für wertschöpfende Produktivarbeit fehlt, die dafür aber unvorstellbare Energien auf Selbstdarstellung, -inszenierung und -vermarktung verwenden und dafür auch noch Unsummen als Entlohnung bekommen, weil sie mit ihren Mätzchen Börsenkurse so manipulieren, dass die "Shareholder" Zockerprofite einstreichen können.
Dass über die Zeit damit aber die Substanzvernichtung der Unternehmen einhergeht und die Rettung dann in immer furioseren und spektakuläreren Fusions- oder Verlagerungsaktionen (oft sogar noch mit Staatssubventionen wie im Falle Nokia's Wanderung nach Rumänien) gesucht wird, ist der gleich Prozess, den einzelne Betriebe vor ihrem Bankrott durchlaufen: Immer schnellere Veränderungszyklen, immer imposantere Repräsentationsaktionen, Hochglanzprospekte und immer extremere Personalkostenreduktionen.
Die Hybris des untergehenden, post-demokratischen Kannibalkapitalismus. Vielleicht sogar schon in der Transformationsphase hin zu "Imperium" von dem Hardt und Negri geschrieben haben. Mal genau hingucken, was uns dieses 2010 in realita bringt.
Müllabfuhr,Feuerwehr,Polizei usw,
sind genau Systemrelevant
wie die Banken.
Banken bekamen 100 milliarden,
da sollten doch für den öffentl.Dienst
100 millionen drin sein.
Vom Statistischen Bundesamt:
Die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst ist seit der Wiedervereinigung deutlich gesunken. Im Jahr 1991 waren noch rund 6,7 Millionen Personen im öffentlichen Dienst beschäftigt, am 30.06.2008 dagegen noch 4,5 Millionen. Aktuelle Trends im Bereich der Beschäftigung bei den Gebietskörperschaften sind beispielsweise zunehmende Teilzeitbeschäftigung sowie die Privatisierung von kommunalen Krankenhäusern und die Auslagerung von kommunalen Dienstleistungen wie etwa Abfallentsorgung oder Straßenreinigung.
Hat da noch jemand Zweifel, dass die Arbeitsbelastung für die, die da noch arbeiten, gestiegen ist?
Und die outgesourcten sprich privatisierten Bereiche, die z.T. ohne Schutz des Tarifvertrags arbeiten müssen, die können sich dann noch ALGII abholen, weils hinten und vorne nicht mehr reicht.
Aber immer feste auf den öffentlichen Dienst schimpfen, das ist einfach.
Hallo, Ihr müsst einmal auf verdi.de (genauer
http://www.verdi.de/muenchen/tarifauseinandersetzungen/tarifrunde-bund-und-kommunen-2010/data/Tarifinfo-extra-Forderungen-fur-die-Tarifrunde.pdf)
die genauen Forderungen lesen.
Da steht nirgends was von 5% mehr Geld für alle.
Die 5% würde es die Arbeitgeber unsgesamt kosten, wenn alle Forderungen erfüllt würden, aber wann hat's das schon einmal gegeben?
Es geht um die Übernahme aller Azubis nach der Ausbildung, außerdem sollen sie 100.-- Euro mehr im Monat bekommen.
Die Altersteilzeitregelung soll verlängert werden.
Regelungen zum Aufstieg sollen wieder in Kraft gesetzt werden, weil seit dem in Kraft treten des TVöD keine neue Entgeltordnung abgeschlossen werden konnte.
Natürlich soll auch mehr Geld in die Lohntüte, mit einem Extra für die unteren Lohngruppen, damit denen auch mehr bleibt.
Die pauschale Angabe 5% ist irreführend!!
@ Veltliner:
Schön, Sie machen sich über die Umsetzung meines Vorschlags Gedanken. Ich schließe daraus, dass Sie ihn auch gut finden, Glückwunsch!
Aber machen Sie sich nicht allzu viele, dann bei dem derzeitigen Rechtsempfinden (besser Linksempfinden Vorsicht Wortspiel!) in der Bundesrepublik, wird eher noch Lafontaine Gastredner auf einem SPD-Parteitag.
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