Die Gewerkschaft Verdi drängt auf ein besseres Tarifangebot im öffentlichen Dienst: Einrichtungen wie Kindertagesstätten oder Bäderbetriebe müssen sich wieder auf Streiks einrichten.

Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst werden am heutigen Donnerstag stark ausgeweitet.

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Die Gewerkschaft Verdi rief in den meisten Bundesländern zu Arbeitsniederlegungen auf, um ihrer Forderung nach einem verbesserten Tarifangebot der Arbeitgeber in Bund und Kommunen Nachdruck zu verleihen. Betroffen sind erneut zahlreiche Kindertagesstätten sowie andere städtische Dienstleistungen und Betriebe.

In Berlin wurden die Beschäftigten der Bezirksämter, Kindertagesstätten und Schulhorte, der Feuerwehr und Bäderbetriebe zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen.

Demonstration organisiert

Verdi organisierte eine Demonstration der Streikenden, an der sich auch Beschäftigte des Einzelhandels beteiligen sollen, die ebenfalls für höhere Gehälter streiken.

In Nordrhein-Westfalen sollen 695 Kindertagesstätten zeitweise geschlossen bleiben, weil die Gewerkschaft mehr als 3000 Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen in 21 Städten und Kreisen zu Warnstreiks aufrief.

Die Eltern wurden vorher über die Aktionen informiert. Allein in Köln bleiben laut Verdi über 200 Einrichtungen geschlossen.

In Hessen werden nach Gewerkschaftsangaben die Stadtverwaltungen von Frankfurt und Wiesbaden sowie kommunale Betriebe in Dillenburg bestreikt. Aktionen finden auch in den Landkreisen Limburg-Weilburg und des Rheingau-Taunus-Kreises sowie in öffentlich-rechtlichen Sparkassen und Bundesdienststellen statt. In Frankfurt sollten viele Kindertagesstätten ganztägig geschlossen bleiben.

Bsirske redet in Mannheim

Streikschwerpunkte in Baden-Württemberg sind Ulm, Mannheim, Heidelberg, Karlsruhe und Reutlingen. In Mannheim wird der Verdi-Bundesvorsitzende Frank Bsirske als Redner erwartet.

In Bayern soll der Schwerpunkt der Streikaktionen in München liegen: Beschäftigte von mehr als 200 Kinderbetreuungseinrichtungen sollen in den Ausstand treten. Zur Kundgebung werden mehr als 1000 Teilnehmer erwartet. Warnstreiks finden laut Verdi auch in Niederbayern und der Oberpfalz statt.

In Sachsen sind Arbeitsniederlegungen in Freitaler Kindertagesstätten und in Dresdner Bundeswehreinrichtungen angekündigt, außerdem Streikaktionen in den Stadtverwaltungen Chemnitz und Zwickau sowie beim Kreiswehrersatzamt Leipzig und dem Truppenübungsplatz Weißkeißel.

Im Saarland kündigte Verdi für Freitag massive Streikmaßnahmen im Raum Neunkirchen an.

Rückwirkende Einkommenssteigerung von acht Prozent gefordert

Verdi fordert für die Beschäftigten eine rückwirkende Einkommenssteigerung von acht Prozent ab 1. Januar 2008, mindestens jedoch 200 Euro mehr. Die Arbeitgeber bieten fünf Prozent - allerdings verteilt auf zwei Jahre und bei Aufstockung der Arbeitszeit im Westen auf 40 Wochenstunden.

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(sueddeutsche.de/AP/pak/aho)