OECD-Studie zur Volkswirtschaft In vier Jahren ist China die Nummer eins

Viel Zeit an der Spitze gibt die OECD den USA nicht mehr. Spätestens 2016 soll China die größte Volkswirtschaft der Welt sein. Auch für Deutschland sagt die Organisation dramatische Veränderungen voraus.

Blick auf Container im Yangshan-Hafen in Shanghai: China soll in den kommenden Jahren den Rest der Welt bei der Wirtschaftsentwicklung überholen.

(Foto: dpa)

Die Gewichtung der Wirtschaftsmächte wird sich in den kommenden fünfzig Jahren dramatisch verschieben. Dies geht aus einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor. China und Indien sollen in den kommenden Jahrzehnten den Rest der Welt hinter sich lassen. Bis 2060 würde der Anteil beider Länder am weltweiten Bruttoinlandsprodukt von zusammen 24 Prozent im Jahr 2011 auf dann 46 Prozent steigen.

Schon 2016 soll es an der Spitze zum Wechsel kommen, wenn China die USA als Volkswirtschaft Nummer eins ablösen. Zusammen mit Indien werde China schon in gut zehn Jahren ein größeres Bruttoinlandsprodukt erwirtschaften als die sieben stärksten Industriestaaten (G-7). "Die Welt, in der unsere Kinder und Enkel leben werden, wird sich von unserer heutigen Welt fundamental unterscheiden", sagte OECD-Generalsekretär Ángel Gurría bei der Vorstellung des Berichts.

Deutschlands wirtschaftliche Bedeutung halbiert sich

Gleichzeitig prognostiziert die Organisation für die 34 OECD-Länder ein Absinken ihres Anteils an der weltweiten industriellen Produktion von 65 auf 43 Prozent. Im Schnitt rechnet die Studie jedoch mit einem weltweiten Wachstum von jährlich drei Prozent.

Deutschland soll in den kommenden 50 Jahren seinen Platz als fünftstärkste Wirtschaftsmacht verlieren und im weltweiten Vergleich auf Platz zehn zurückfallen. Generell würden "jüngere" Staaten wie Brasilien die europäischen Länder und Japan, die eine "ältere" Bevölkerung haben, beim Wachstum überholen.