Während die europäische Wirtschaft langsamer wächst, legt die deutsche Konjunktur im laufenden Quartal zu. In der USA hingegen wird eine Rezession wahrscheinlicher.

Die deutsche Wirtschaft trotzt vorerst dem weltweiten Trend. Nach einer Prognose der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) verfestigt sich der Aufschwung des vergangenen Jahres. Die deutsche Wirtschaft soll im ersten Quartal um 0,6 Prozent wachsen - fast doppelt so schnell wie noch Ende 2007.

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Keine Spur von Konjunkturflaute: Die deutsche Wirtschaft setzt ihren Boom aus dem Vorjahr fort. (© Foto: afp)

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Ganz anders die US-Wirtschaft. Angesichts der Krise auf den internationalen Finanzmärkten droht der US-Wirtschaft nach Einschätzung der OECD eine Stagnationsphase. Im ersten Quartal rechnet die OECD lediglich mit einem Wachstum von 0,1 Prozent im Vorjahresvergleich. Im zweiten Quartal sei sogar mit einem Nullwachstum zu rechnen, erklärte die Organisation am Donnerstag in Paris in ihrem Zwischenbericht. "Das Wirtschaftswachstum der USA wird in den ersten beiden Quartalen sehr schwach sein", sagte OECD-Chefökonom Jorgen Elmeskov.

"Wirtschaftsflaute breitet sich schnell aus"

Für die USA hatte die OECD im Dezember noch ein Wachstum von 1,1 und 1,5 Prozent für die beiden ersten Quartale 2008 berechnet. Nun komme die Konjunktur nach einem Wachstum von 0,1 Prozent zum Jahresbeginn im zweiten Quartal zum Stillstand. "Es könnte zu früh sein, von einer Rezession zu sprechen, aber die Wirtschaftsflaute breitet sich schnell aus."

Für die deutsche Wirtschaft gehen die Experten außerdem davon aus, dass der Aufschwung sich auch in den nächsten Quartalen fortsetzt. Für das Frühjahr sagt sie mit 0,4 Prozent ein robustes Wachstum voraus. Damit legt Deutschland im ersten Halbjahr kräftiger zu als der Euro-Raum. Die Aussichten für das Währungsgebiet seien insgesamt nicht schlecht. "Der Himmel stürzt nicht ein", sagte Elmeskov angesichts zunehmender Konjunktursorgen.

Für den Euroraum soll das Wachstum bei 0,5 im ersten und 0,4 Prozent im zweiten Jahresviertel liegen. Im Dezember war die OECD noch von 1,8 und 1,9 Prozent Wachstum ausgegangen. Hier macht ein Konjunkturprogramm oder eine Zinssenkung nach Meinung von Elmeskov derzeit keinen Sinn. So liege die Inflation angetrieben von hohen Preisen für Öl, Rohstoffe und Nahrungsmittel bereits "oberhalb eines angenehmen Niveaus" und die Wirtschaftsleistung wiederum nur wenig unterhalb des Potenzials.

Auch eine Umfrage unter mehreren tausend Unternehmen in der Union zeigt, dass die deutschen Unternehmen mit dem schwierigen Umfeld besser klar kommen als ihre Konkurrenten. Sowohl die Industrie als auch die Dienstleister aus der größten Volkswirtschaft des Euro-Raums berichteten im März von anziehenden Geschäften, so das britische Forschungsinstitut NTC.

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(sueddeutsche.de/dpa/ap/Reuters/jkf)