Die deutsche Wirtschaft wird 2010 stärker wachsen als die anderer EU-Länder - und dennoch steigt die Arbeitslosigkeit.
Die Konjunkturprogramme der Industrienationen zeigen Wirkung - und das schürt den Optimismus der Wirtschaftsforscher. Auch der Export erholt sich langsam von den Schockwellen der Krise. Hauptprofiteur dieser Entwicklung ist Deutschland. So kommt die Bundesrepublik deutlich besser durch die Krise als viele andere EU-Partner. Im kommenden Jahr rechnet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mit einem Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt von etwa 1,5 Prozent. Im Juli hatte die OECD noch ein kleines Plus von 0,2 Prozent erwartet.
Container am Hamburger Hafen: Der Export zieht die deutsche Wirtschaft nach oben. (© Foto: dpa)
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"Das Schlimmste liegt hinter uns. Wir erleben in Deutschland jetzt einen klassischen exportgetriebenen Aufschwung", sagte OECD-Experte Felix Hüfner. 2011 könne Europas größte Volkswirtschaft sogar um knapp zwei Prozent zulegen. Die Länder der Euro-Zone wachsen nicht so stark. Hier rechnen die Forscher für 2010 mit einem Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent und für 2011 von 1,7 Prozent.
Enge Spielräume für Steuergeschenke
Während sich die Wirtschaft langsam wieder berappelt, steht den Arbeitnehmern das Schlimmste noch bevor. 2011 werden nach OECD-Angaben im Jahresdurchschnitt etwa 4,3 Millionen Menschen ohne Job sein. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 9,7 Prozent. Im Oktober gab es bundesweit rund 3,23 Millionen Arbeitslose (Quote: 7,7 Prozent). "Ohne die Kurzarbeit hätten wir 500.000 mehr gehabt", sagte Arbeitsmarktexpertin Isabell Koske.
Wegen sinkender Steuereinnahmen und höherer Sozialausgaben werden die Spielräume für die Regierung immer enger. Für dieses Jahr sagt die OECD eine Neuverschuldung in Deutschland von 3,2 Prozent voraus. Für das kommende Jahr rechnet sie mit einem Anstieg auf 5,3 Prozent, erst 2011 geht die Neuverschuldung der Prognose zufolge wieder zurück. Die Europäische Union fordert von Staaten mit dem Euro an sich eine Neuverschuldung unter drei Prozent.
Aus diesem Grund appelliert die OECD an die schwarz-gelbe Regierungskoalition, den Schuldenabbau nicht aus dem Blick zu verlieren. "Die neue Schuldenbremse wird in Europa als Stabilitätsanker wahrgenommen. Deutschland hat da eine enorme Vorbildfunktion", sagte Ökonom Andreas Wörgötter. Auch müsse es mittelfristig einen vernünftigen Rückzug aus den riesigen Hilfsprogrammen der Staaten und Notenbanken für die Finanzmärkte geben. Schon jetzt erhole sich die Wirtschaft deutlich, sagte OECD-Experte Hüfner. "Grundsätzlich ist die Frage, ob man der Konjunktur noch weitere Stimuli geben muss."
(sueddeutsche.de/AFP/AP/dpa/tob/mel)
So konnte man vor einiger Zeit auch lesen, Deutschland wird zum Konjunkturmotor für Europa !
Gerne hat man dabei das unterschiedliche Niveau des Wirtschaftsabschwungs in den europäischen Ländern unterschlagen, dass in Deutschland am stärksten ausgefallen ist und die Wachstumsraten anderer Länder von diesem unterschiedlichen Niveau aus zu messen.
Aber darauf kommt es ja auch gar nicht an . Hauptsache der Bürger lässt sich weiter einlullen.
Hier einige Überakkumulationsraten: Industriesektor 20 % (Autobranche noch stärker), Logistikbranche 30 %, Banken und Finanzsektor 50 % - mindestens-.
Für dümmer verkaufen als er schon ist , sollte sich der Marktbürger aber irgendwann nicht mehr!
Und zum Schluss Angela Merkel: " Die volle Wucht der Krise wird uns im nächsten Jahr erreichen ".
"Die deutsche Wirtschaft wird 2010 stärker wachsen als die anderer EU-Länder - und dennoch steigt die Arbeitslosigkeit."
Die Taktik der Deutschen Wirtschaft geht auf. Nicht nur, dass die Wirtschaft heute mehr Transitleistungen (=Sozialleistungen) bekommt, sie kann so auch den Kündigungschutz umgehen (Stichwort: betriebsbedingte Kündigung). Schließlich sollen neue Mitarbeiter eingestellt werden. Aber nur mit befristeten Verträgen oder als Zeitarbeitnehmer.
............... man kann in der Tat bei "trotz" den Genitiv oder den Dativ verwenden!
Die Industrie nimmt gerne jede Hilfe vom Staat ( vom Bürger). Kauft damit Maschinen und entlässt Menschen. Sei es über Abschreibungen oder direkt über Wachstums Gelder.
Diese Maschinen zahlen aber nict in die sozial Kassen. Der Ausverkauf ist ab zu sehen.
In einer Zeitung wie der SZ möchte ich so eine Überschrift nicht lesen müssen - es heißt immer noch "trotz höheren Wachstums".