Abwärts ging es im Eiltempo, jetzt erholt sich die Wirtschaft wieder - und zwar schneller als gedacht, schreibt die OECD. Doch den Aufstieg gibt es nicht zum Nulltarif.
Der Einbruch der Weltwirtschaft war rasant und ging tief - jetzt jedoch spricht einiges dafür, dass sich die Märkte schneller erholen, als Experten dies noch vor wenigen Monaten vermutet hatten.
Container an einem Hafen am Jangtse-Fluss in China: Für eine Entwarnung ist es zu früh. (© Foto: dpa)
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Die Forscher der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) schreiben in ihren Zwischenausblick auf die Konjunktur, auch in Deutschland dürfte der Einbruch im Jahr 2009 weniger stark ausfallen als befürchtet. Trotzdem: Der zarte Aufschwung braucht weiterhin die Unterstützung der Staaten und ihrer Notenbanken. "Kurzfristig werden weiter starke wirtschaftspolitische Anreize benötigt", heißt es in dem OECD-Bericht.
Für das dritte Quartal erwartet die OECD in Deutschland ein auf eine Jahresrate hochgerechnetes Wachstum von 4,2 Prozent. Im vierten Quartal sollen es noch 1,8 Prozent sein.
In ihrem Ausblick vom Juni hatte die OECD für das Gesamtjahr die Schrumpfung auf 6,1 Prozent beziffert, diese Prognose werde jedoch nicht verändert. Aufwärts geht es danach im laufenden Quartal auch in den USA und Frankreich, während in Großbritannien, Italen und Kanada die Wirtschaft weiter schrumpft.
Auch die Europäische Zentralbank (EZB) erwartet im Euro-Raum bereits 2010 ein leichtes Wirtschaftswachstum. Die raschere Erholung der Konjunktur dürfte allerdings mit einem Mini-Zuwachs von 0,2 Prozent holprig ausfallen.
Zu einem Zugpferd der Konjunktur wird den OECD-Aussagen zufolge China, dort wuchs die Wirtschaft im zweiten Quartal zweistellig. In den USA und Großbritannien stabilisierten sich Aussagen der OECD-Forscher zufolge die Immobilienmärkte und der Lagerabbau bremse die Produktion nicht mehr.
Drängen auf rasche Steuersenkungen
Für eine Entwarnung ist es trotzdem zu früh. Die Erholung bleibe "für einige Zeit bescheiden", heißt es: "Hohe Kapazitätsreserven, geringe Rentabilitätsquoten, hohe und steigende Arbeitslosigkeit, ein blutleeres Wachstum der Arbeitseinkommen und weitere Korrekturen am Häusermarkt werden jeden Anstieg der privaten Nachfrage dämpfen." Eine große Gefahr für die Konjunktur sei zudem die steigende Arbeitslosigkeit.
Aus diesem Grund müssten die Staaten angekündigte Steuersenkungen schnell umsetzen. Allerdings glauben die OECD-Experten selbst nicht so ganz daran. Denn die leichte Erholung "verringert die Wahrscheinlichkeit, dass weitere Steueranreize in den Ländern nötig werden, die auf diese Maßnahmen zurückgegriffen haben", schreiben die Fachleute.
Auch an die Zentalbanken hat die OECD einen Wunsch. Sie sollten bis "weit in das Jahr 2010 hinein" mit einer "Normalisierung der Zinspolitik" warten. Die Deflationsgefahr sei gering. Daher sollten die Notenbanken die Zinsen niedrig halten und dem Markt klar ihre Absichten deutlich machen.
Die EZB hat diesem Wunsch prompt entsprochen und ihren Leitzins auf dem Rekordtief von einem Prozent belassen. Das wird aller Voraussicht nach auch noch einige Zeit so bleiben. "Die Unsicherheit bleibt hoch und die Erholung wird holprig verlaufen", sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet. Zuletzt seien einige Konjunkturdaten besser ausgefallen als vom Rat erwartet. Der derzeitige Leitzins bleibe aber "angemessen".
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(sueddeutsche.de/dpa/Reuters/tob/pak)
Gysi und Lafontaine beim Linke-Parteitag
Auch wenn ihre Rettungspakete inzwischen beispiellosen Umfang erreichen, ist das immer noch winzig im Vergleich zu der Krebsgeschwulst, die sie retten wollen.
Die treibende Kraft in alledem ist jenes globale Kasino, das man den Derivatmarkt nennt - ein Markt, der alle Hypotheken-, Anleihe - und Aktienmärkte der Welt zusammen weit in den Schatten stellt. Während sich die Hypotheken, Bonds und Aktien insgesamt zu Billionen summieren, hat der weltweite Derivatmarkt ein Volumen von Billiarden ...
Das Gesamtvolumen genau zu beziffern, ist unmöglich - aber es ist sehr leicht anzugeben, wie viel dieser Derivatmarkt wert ist: gleich null.
Man könne keine genauen Zahlen erhalten, weil der überwiegende Teil der Derivatkontrakte außerbilanziell unreguliert gehandelt wird.
Nun zerstört der Kollaps des Derivatmarkts das Weltfinanzsystem und die Spekulanten kämpfen darum, ihre fiktiven Profite durch die größte staatliche Rettungsaktion der Geschichte zu retten.
w w w.poolalarm.de/kindersuchdienst/finanzen/weltfinanzsystem.htm#Derivatmarkt
Vor ein paar Wochen brachte die SZ einen Artikel, dass jetzt sogar Europäer in den USA auf Einkaufstour gehen. In Detroit bekommt man ein Einfamilen-Wohnhaus schon für eine 1-Dollar Briefmarke.
Bleiben wir gleich mal in den USA. In den letzten 12 Monaten wurden in den USA ca. 20 Billionen Dollar für Rettungspakete der Banken und Konjunkturprogramme ausgegeben.
Über einen läppischen Betrag von 3 Billionen Dollar konnte Bernanke nicht mal sagen, an wen diese Summe ausbezahlt wurde.
Ohne diese massive Unterstützung wäre das öffentliche Leben schon lange zusammengebrochen, wie in vielen anderen Ländern auch, die ohne die Milliarden des IWF nicht mal mehr die Löhne für die Verwaltung und Sicherheit bezahlten könnten.
Von Hilfestellung kann man da nicht mehr reden, sondern von den letzten Zuckungen der Weltwirtschaft, außer in China.
die USA vermelden "keine weiter sinkenden Immobilienpreise". Irgendwie haben die Grundstücke bei 1 $ pro Quadratfuß standgehalten, wer hätte das gedacht.
Eigentlich wären mir die Prognosen egal, aber die Experten kassieren dafür Geld - echtes Geld, kein Prognosegeld.
"jetzt jedoch spricht einiges dafür, dass sich die Märkte schneller erholen, als Experten dies noch vor wenigen Monaten vermutet hatten." und "Prognose werde jedoch nicht verändert" - widersprechen sich diese Aussagen nicht?
Eine Krise, die von den meisten Experten nicht kommen gesehen wurde, soll jetzt von eben diesen Experten in ihrem Verlauf eingeschätzt werden. Was dafür spräche, dass es konjunturell aufwärts gehe, wird interessanter Weise nicht angesprochen.
Besonders spannend: "ein blutleeres Wachstum der Arbeitseinkommen [...] [wird] jeden Anstieg der privaten Nachfrage dämpfen." Wieso? Wenn die Einkommen ein höheres Wachstum aufweisen als die allgemeine Preissteigerung, dann haben die Menschen nicht nur absolut, sondern auch relativ mehr Geld.