Nur noch gemeldete Konten Schweizer Banken setzen deutschen Kunden Frist

Wer sein Konto nicht dem Finanzamt meldet, fliegt raus: Die Banken Julius Bär und Credit Suisse setzen allen Kunden aus Deutschland ein Ulitmatum. Für die Schweizer Geldhäuser hat Offshore-Leaks bereits finanzielle Konsequenzen.

Die Steueroase Schweiz steht zunehmend unter Druck. Nun preschen zwei Schweizer Banken vor: Die Credit Suisse und Julius Bär verlangen ihren deutschen Kunden Beweise ab, dass diese ihre Konten auch tatsächlich beim Fiskus gemeldet haben, schreibt der Tages-Anzeiger:

In der Schweiz findet eine groß angelegte Säuberung des Finanzplatzes von deutschen Steuersündern statt.

Sprecher beider Banken bestätigen den Bericht, meldet die Schweizerische Depeschenagentur. Kunden seien informiert worden, dass ihre Konten bei Zuwiderhandlung gesperrt würden. Die Aufforderung betrifft nicht nur kürzlich eröffnete Konten und Geldanlagen, sondern auch jene, die schon seit Jahrzehnten bestehen. Die Frist laufe Ende des Jahres ab.

Die größte Schweizer Bank UBS will keinen Druck auf ihre Kunden ausüben. Sie ließ über einen Sprecher wissen, dass sie ihre Kunden schon seit langem dazu ermutige, "ihre finanzielle Situation falls nötig zu regeln". Ein Ultimatum für die Vorlage entsprechender Beweisdokumente sei aber nicht angedacht.

Banken stehen wegen Offshore-Leaks als Helfer für ihre Dienste in Steueroasen in der Kritik. Das hat bereits finanzielle Auswirkungen auf die Geldhäuser: Ihre Aktienkurse sind diese Woche eingebrochen, notiert die Schweizer Zeitung NZZ.

Die Bankentitel haben eine schwere Woche hinter sich. Im Rahmen der unter der Überschrift "Offshore Leaks" erfolgten Enthüllungen zu Steueroasen tauchten auch die Namen von Schweizer Instituten auf. Am glimpflichsten kam hier die UBS mit einem Verlust von 2,5% davon. Die Aktien von Julius Bär verloren mit 2,8% etwas mehr, während die der Credit Suisse mit einem Minus von 3,4% am stärksten reagierten.