Notenbanker Ex-Bundesbankpräsident Karl Otto Pöhl ist tot

Archivaufnahme von Karl Otto Pöhl am 31.01.1991

(Foto: dpa)

Mehr als zehn Jahre leitete er die Deutsche Bundesbank. Nun ist Karl Otto Pöhl im Alter von 85 Jahren gestorben. Jens Weidmann würdigt ihn als "herausragenden Notenbanker".

Der frühere Bundesbank-Präsident Karl Otto Pöhl ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 85 Jahren, wie die Bundesbank mitteilte. Pöhl hatte die Notenbank von 1980 bis 1991 geleitet, bis er aus Enttäuschung über die aus seiner Sicht überhastete deutsche Wiedervereinigung sein Amt niederlegte.

Pöhl hatte erst am 1. Dezember an seinem Alterssitz in der Schweiz seinen 85. Geburtstag gefeiert. Er habe dazu beigetragen, dass die Unabhängigkeit der Bundesbank zum Modell für die Europäische Zentralbank (EZB) geworden sei, hieß es von der deutschen Bundesbank. Ihr derzeitiger Chef Jens Weidmann würdigte Pöhl als "herausragenden Notenbanker".

Weidmann sagte: "Karl Otto Pöhl lieferte den Beleg, dass Preisstabilität und Wachstum auch in Zeiten großer geldpolitischer Herausforderungen keine Gegensätze sind, sondern Preisstabilität vielmehr die Grundlage für nachhaltiges Wachstum ist."