In Nordrhein-Westfalen drohen am Freitag neue Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr. Eltern müssen sich am Donnerstag schon auf geschlossene Kitas einstellen.

In Nordrhein-Westfalen droht am Freitag wegen eines Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr ein Verkehrschaos. Wie die Kommunalgewerkschaft komba und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di am Mittwoch mitteilten, sollen Busse und Bahnen vom frühen Morgen an bis zum Mittag in mehreren Städten in den Depots bleiben.

Eine Mutter holt in Düsseldorf ihr Kind aus einer geschlossenen städtischen Kindertagesstätte ab. (© Foto: dpa)

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Bereits am Donnerstag müssen sich Eltern in weiten Teilen Nordrhein- Westfalens auf Warnstreiks in Kindertagesstätten einstellen. "Insgesamt sind 695 kommunale Kitas komplett oder zeitweise geschlossen", sagte ver.di-Vertreter Jörg Verstegen. Betroffen seien Einrichtungen in 21 Städten und Kreisen.

Einen Tag später wollen sich dann Beschäftigte im Nahverkehr in einem Dutzend Städten und Regionen den Warnstreiks anschließen. Betroffen seien Köln, Düsseldorf, Bonn, Krefeld, Aachen, Bochum, Gütersloh, Wuppertal, Remscheid, Solingen und der Ennepe-Ruhr-Kreis.

"Tag für Tag und fast rund um die Uhr sind die Beschäftigten im Nahverkehr für andere Menschen da, und das zu wenig üppigen Gehältern", sagte der ver.di-Geschäftsführer im Bezirk Düsseldorf, Gustav Wilden. Zudem soll es am Freitag zu einem ganztägigen Warnstreik bei den Düsseldorfer Stadtwerken und dem kommunalen Entsorgungsunternehmen Awista kommen.

Die Gewerkschaften wollen mit den Arbeitsniederlegungen den Druck auf die Arbeitgeber im bundesweiten Tarifstreit des öffentlichen Dienstes erhöhen. Sie fordern acht Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 200 Euro.

"Diese Forderung kann niemand als überhöht ansehen", sagte der nordrhein-westfälische komba-Chef Uli Silberbach laut einer Mitteilung. Bund und Kommunen als Arbeitgeber haben bislang fünf Prozent angeboten, verteilt auf zwei Jahre bei gleichzeitiger Verlängerung der Arbeitszeit.

Zu den Arbeitsniederlegungen in den Kitas am Donnerstag wurden laut ver.di 3000 Erzieherinnen aufgerufen. Schwerpunkt der Aktionen sei Köln mit etwa 200 Einrichtungen. Arbeitsniederlegungen gebe es auch etwa in Aachen, Bochum, Duisburg, Mönchengladbach, Oberhausen, Solingen und Warstein.

Laut ver.di wurden die Eltern informiert. Auch die Städte wüssten von den Plänen, um Notdienste zu organisieren. Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Nordrhein-Westfalen (GEW), Andreas Meyer-Lauber, rechtfertigte die Warnstreiks in den Kitas mit den niedrigen Gehältern von Erzieherinnen.

"Wenn man für Kinder eine hohe Qualität in der Bildung will, muss man den Erzieherinnen und Erziehern ein Gehalt zahlen, das dem Niveau und der Verantwortung der Arbeit entspricht", teilte er in Essen mit. Derzeit verdienten neu eingestellte Erzieherinnen weniger als 2000 Euro brutto im Monat.

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(dpa/jkr)