NRW-Ministerpräsident Rüttgers hat Nokia davor gewarnt, das Werk in Bochum dicht zu machen. Dies könne wirtschaftliche Auswirkungen haben. Die Menschen an Rhein und Ruhr hätten ein "gutes Gespür für Fairness und Gerechtigkeit".
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers setzt im Kampf um die Rettung des Bochumer Nokia-Werks auch auf Reaktionen der Verbraucher. Im "Heute Journal" des ZDF sagte der CDU-Politiker am Mittwochabend, die geplante Werksschließung habe auch politische Auswirkungen auf das Image des finnischen Konzerns.
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Lautsprecher ohne Handy: Jürgen Rüttgers will Nokia zum Einlenken bringen. (© Foto: dpa)
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Schließlich wolle dieser auch in Deutschland weiter Handys verkaufen. Und die deutschen Verbraucher solle man nicht unterschätzen. Sie wüssten, wie man mit Menschen nicht umgehen solle. Man müsse sich "ein Stück wehren".
Rüttgers wies darauf hin, dass der Betriebsrat von Nokia in Bochum bereit gewesen sei, Veränderungen zu tragen, um in dem Werk ein gleiches Preisniveau wie in Ungarn zu erreichen. Er frage sich, warum man das nicht versucht habe. Darüber müsse mit den Konzernspitzen in Finnland und Deutschland noch gesprochen werden.
Warnung vor Imageschaden
Bisher sei kein nachvollziehbarer Grund genannt worden, warum die Produktion in Bochum eingestellt werden müsse. Der Lohnanteil an den Handykosten liege bei unter fünf Prozent, also könne man nicht mit zu hohen Lohnkosten argumentieren.
Bei den Rettungsbemühungen um das Bochumer Nokia-Werk wollten Landesregierung, Oberbürgermeisterin, Betriebsrat und Landtagsparteien sehr eng zusammenarbeiten, kündigte Rüttgers weiter an.
Auch in der Rheinischen Post trommelte Rüttgers für ein Einlenken des finnischen Konzerns: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Unternehmen, das weltweit tätig ist und auch künftig auf dem deutschen Markt seine Produkte verkaufen will, bereit ist, einen Imageschaden hinzunehmen", sagte er der Zeitung aus Düsseldorf.
"Nokia sollte bedenken, was das für Folgen - auch wirtschaftlich haben könnte." Die Menschen an Rhein und Ruhr hätten ein "gutes Gespür für Fairness und Gerechtigkeit". Er wolle gemeinsam mit den Mitarbeitern und den Gewerkschaften "Druck aufbauen", damit sich das Unternehmen seiner Verantwortung stelle.
Auch SPD-Fraktionschef Peter Struck kritisierte den Handy-Hersteller.In der Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung nannte er das Vorgehen des finnischen Konzerns "unanständig".
EU will Subventionen prüfen
Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Wend, kündigte in der Frankfurter Rundschau bereits an, künftig nicht mehr mit Handys von Nokia zu telefonieren. Das finnische Unternehmen müsse zu spüren bekommen, "dass dies in diesem Land nicht akzeptiert wird", und dass es "einen Zusammenhang gibt zwischen der Sozialen Marktwirtschaft und der Absetzbarkeit von Produkten". Wend, der selber bisher mit Nokia mobil telefoniert, unterstrich, er wolle sich "definitiv" einen anderen Handy-Ausrüster suchen.
Die Bild-Zeitung berichtete unter Berufung auf Kreise der Brüsseler EU-Kommission, die Europäische Union wolle prüfen, ob Nokia Geld aus einem regionalen Förderfonds erhalten habe. Dabei gehe es um den Europäischen Fonds für nationale Entwicklung, über dessen Mittelverwendung die rumänische Regierung selbstständig entscheiden könne.
Der Steuerfachmann des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Alfred Boss, plädierte im selben Blatt für eine drastische Kürzung staatlicher Subventionen. Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Rainer Brüderle sagte, der Fall Nokia zeige, dass auch teure Subventionen nicht langfristig Arbeitsplätze garantieren könnte.
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(sueddeutsche.de/AP/AFP/grc/mah)
Umstrittenes Anti-Piraterie-Abkommen
@gerhardt_124 Wie ich schon geschrieben habe, AEG hatte erhebliche Einbußen und der E-Lux Marktanteil in DE ist eher bescheiden. Hinzu kommt der die Marke Siemens in DE und Europa Marktführer ist. Man denkt dort eher an Innovation, als an Verramschen ! Übrigens, mit Rüttgers hat das herzlich wenig zu tun.
Zu Ihrem Kommentar von 16.09 möchte ich hinzufügen, dass Sie sich einfach mal schlau machen. Ein Hinweis
www.nachdenkseiten.de
dann können wir gerne auf sachlicher Basis mit weniger Ideologie weiter diskutieren.
ansonsten
Schönes Wochenende
Politiker haben i.d. R. von Wirtschaftsprozessenkeine Ahnung
Es ist eine Tragik für unser Land, dass unsere Lehrer und Beamtenparlamente von wirtschaftlichen Zusammenhängen wenig wissen, sonst gäbe es diese permanenten Subventionen nicht.
Der Standort Deutschlang verliert an Attraktibvität.
Nokia geht, Motorola ging, Ben Q ging, Siemens war nicht in der Lage ein attraktives Handy zu bauen und zu vermarkten.
Woran liegt es, dass schnellebige Fashon-like Products in Deutschland keine Chance haben, analog er Foto- und Elektronicbranche.
Woran liegsts?
Vielleicht verhindern Gewerkschaftsdenke und 35 Stunden Mentalität ein flexibles Reagieren auf Marktströmungen.
WEnn Ben Q darüber klagt, dass keine Neuentwicklung, die von Siemns kam marktreif war, d.h. funktionierte und erst in zeitraubenden Nacharbeiten fertig gestellt wurde, dann ist verständlich , warum diese Verbindung keine Chance hatte.
Taiwanesen arbeiten 50 Stunden die Woche ,wenn nötig, Siemnsianer 35 Stunden,hier stimmen die Verhältnisse nicht.
Unsere Politiker haben noch nicht erkannt, dass kein Unternehmen nach Deutschland geht mit dem Ziel: Arbeitsplätze zu schaffen, sondern um ERlös und Ertrag zu erwirtschaften und offenbar auch um Subentionen abzufischen, die von den jetzt emotionalisierenden Politikern verteilt werden.
Ob dies den Bonzen der IGM passt oder nicht.
Wir müssen die Attraktivität des Standortes erhöhen und damit aufhören zu klagen, dasss Österreich oder die Slowakei niedrigere Steuern haben.
Vielleicht hätten wir dies auch , wenn unsere Politiker nicht alle mit Subventionen beglücken möchten.
Dre Staat ist der grösste Kostentreiber, siehe MwSt. ERhöhung
Ein bisschen naiv sind Sie aber schon.
Der Fall AEG war ähnlich gelaufen,aber das waren halt für die Firma Umstrukturierungskosten. Und, die Deutschen kaufen lustig Elekrolux Geräte. Warum?
Weil sie billiger sein als Bosch oder andere. Die Schweden sind es zufrieden.
Träumen Sie mal ruhig mit Rüttgers und Co. weiter.
Übrigens hat das nichts mit meiner Parteipräferenz zu tun, nur Rüttgers ist nun mal unser MP hier in NRW.
Zitat: "Auch den Einwand, dass wir Verbraucher nichts dagegen tun können, und überhaupt Nokia kein Vorwurf zu machen sei kann ich nicht gelten lassen."
Was wollen Sie denn dagegen tun,bei einer Marktsättigung von über 100% in Deutschland?
Jeder Deutsche, einschl. der Babys hat durchschnittlich 2,2 Handys.Die Neuanschaffungen die sie in Deutschland absetzen sind vernachlässigbar. Dann sind da noch andere Kriterien die den deutschen Markt in Zukunft vollkommen uninteressant machen werden. Wenn alle deutschen Verbraucher keine Nokia Handys mehr kaufen würden,würde das bei Nokia nur ein klammes lächeln nach sich ziehen.
Was denken Sie denn warum Siemens seine Handyproduktion dicht gemacht hat,wegen der Löhne? Sicher nicht. Warum können die Deutschen nicht im Speicherbereich Fuß fassen? Wegen der Löhne? Eher nicht.
Unsere Politiker treiben ein gefährliches Spiel, welches jetzt schon gefährliche Ausmaße annimmt und immer schlimmer wird. Diese deutsche Arroganz ist für viele ausländische Unternehmen teilweise unerträglich. Dieser Zukunftsangst der Deutschen steht man mit totalem Unverständnis gegenüber.
Nehmen Sie doch mal unsere Fasanen,Frau Thoben, Herrn Rüttgers, Herrn Glos,Frau Merkel oder Herr Aschenbrenner (Bochum), alles liebe nette Leute, die aber doch nicht in unsere heutige schnelllebige moderne Zeit passen. Der Innovationszyklus in den letzten 30 Jahren ist um 80% gesunken. D.h. wenn Sie vor 30 Jahren noch 10 Jahre gebraucht haben um ein Produkt vom der Idee bis auf den Ladentisch zu bringen,brauchen Sie heute nur noch 2 Jahre. Nur wo haben Sie hier zu Lande solche Menschen, die so denken und handeln können?
@ gerhardt_124: Ihrer Antwort ist wenig hinzuzufügen, und dennoch bleibe ich dabei um dem Treiben nicht tatenlos zuzusehen, sondern aktiv solidarisch zu sein. Selbstverständlich wird, nein kann Nokia nicht zurückschrecken. Die würden nämlich ihr Gesicht verlieren.
Das die Politik ihrerseits so schlafmützig ist, wie sie ist, hatte ich in meiner erwiderung schon angedeutet. Nun kann mir auch niemand weismachen, dass man die Vorgänge in Rumänien nicht gekannt hat, vor allem, wenn sie seit Monaten statt gefunden haben. Trotzdem, ist es eine moralische Sauerei. In diesem Zusammenhang sei auf einen Kommentar in der SZ von Denkler verwiesen, der von sozialer und nachhaltiger Verantwortung faselt.
Nun hat es halt Nokia erwischt. Das Signal könnte also heißen für alle anderen, Achtung, in DE ist es nicht ganz so einfach seinen Laden dicht zu machen, die machen gleich Druck.
Übrigens, vielleicht erinnern Sie sich an die Affaire AEG. Die Folge war de, Vernehmen nach, dass AEG in DE empfindliche Einbußen hinnehmen musste.
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