Das Management von Nokia empfiehlt Bochumer Mitarbeitern den Umzug nach Rumänien. Das offenbart, wie weit die Realität vom sonstigen Marketing-Blabla des Unternehmens abweicht.
Nokia hat einen Slogan, er heißt "Connecting People" - Menschen verbinden. Und Nokia hat viel dafür bezahlt, auch das emotionale Umfeld dieses Slogans zu besetzen. Zum Beispiel mit zwitschernden Handys auf grünen Zweigen in Expo-Pavillions. Oder mit vielen blau ausgeleuchteten Schauräumen auf allen möglichen Messen dieser Welt. Mit viel interaktiver Zukunftsmusik. Man sprach beispielsweise gerne und oft von korrespondierenden Informationsblasen, in denen sich Menschen bewegen. Wenn einer Geburtstag hat, so war es einmal die Idee, soll bei einem anderen Menschen schon das Handy vibrieren, bevor man sich die Hand gibt. Sozusagen das heimliche Gespräch der Geräte vor dem echten Gespräch der Menschen. Sehr genau wurde darauf geachtet, dass alles leicht und beschwingt zugeht in dieser Zukunft. Es ging um nichts weniger als die Vision einer weltweit in Freundschaft verbundenen Welt.
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Nokia tat viel dafür, nicht als staubtrockene, eiskalte Gruppe von Verbindungs-Ingenieuren gesehen zu werden, sondern als sympathisches Unternehmen aus dem kalten, etwas schrägen, aber unheimlich innovativen Norden.
Vor kurzem gab es dann folgende Szenen: Ein Betriebsrat des Nokia-Werkes in Bochum sitzt in einer Talkshow des WDR. Er wirkt gefasst aber unheimlich enttäuscht. Ende vierzig, mit Familie, schlechte Aussichten auf dem Arbeitsmarkt. Morgens sei die Geschäftsführung informiert worden über die Werksschließung, eine Stunde später der Betriebsrat, erzählt er. Keine Verhandlungen, nicht einmal Gespräche. "Und vorher war immer von den Nokia-Werten die Rede. Es hieß, wir seien eine große Familie." Eine gute Woche später sagt Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo bei der Vorstellung einer glänzenden Bilanz, man habe die Schließung wohl nicht richtig vermittelt. Wer möchte, könne gerne nach Rumänien umziehen, lässt das Unternehmen wissen, meldet die Rheinische Post.
Was bleibt angesichts solch höhnischer Aktionen übrig von der die Menschen verbindenden Nokia-Art? Die zunächst wortlose Schließung des Bochumer Werkes ist ein Beleg für das Versagen des Managements, wenigstens mit den Menschen offen zu kommunizieren, die unmittelbar von ihren Entscheidungen betroffen sind. Das ist in gewissem Sinne nachvollziehbar. Die Verständigung aller Betroffener aufrechtzuerhalten und ein glaubwürdiges Bild in der Öffentlichkeit abzugeben, ist eine immer komplexere und extrem mühsame Aufgabe geworden.
Während Manager, Geldgeber und Analysten nur in Zahlen und Abkürzungen reden wollen, suchen Mitarbeiter nach Worten des Vertrauens, des Respekts und der Fairness. Die einen denken global und gewinnfixiert, die anderen lokal und existenziell. Gemeinsam sind sie Kunden verpflichtet, die verführt werden wollen in eine neuartige, menschlich anziehende, gerne auch umweltverträgliche, gerne auch preiswerte Markenwelt. Marketing-Experten liefern dazu moderne Märchen, manchmal unglaubliche Zerrbilder des tatsächlichen Produktnutzens. Gewerkschaften dagegen skandieren Parolen, die aus den Anfängen des Industriezeitalters stammen. Politiker schleppen seltsame Vergleiche mit Insekten und Kamel-Verbänden an, bedienen bei Mindestlöhnen und Managergehältern simpelste Klischees. Motivierte Bürger schließlich melden sich mit allen möglichen und teils widersprüchlichen Forderungen zu Klima-, Umwelt- und Verbraucherschutz zu Wort.
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Vor der EM in Polen und der Ukraine
Es wäre schön, wenn man hier so eindeutig von "grottenfalsch" sprechen könnte. Aber die Antwort hängt ganz davon ab, wen man frägt. Der EuGH nimmt ganz selbstverständlich an, daß EU-Recht über jedem nationalen Recht - auch einer Verfassung! - steht. Das Bundesverfassungsgericht sieht das anders, siehe die sogenannte "Solange"-Rechtsprechung. Da es (noch) keine EU-eigenen Vollstreckungsorgane gibt, konnte man damit ganz gut leben. ABER! Der Entwurf der EU-Verfassung (die gottseidank gescheitert ist), enthielt eine ganz eindeutige Regelung (Art. I-6), daß EU-Recht Vorrang vor dem nationalen Recht hat. Für die Aufrechterhaltung der Ansicht des Bundesverfassungsgerichts wäre da kein Raum mehr geblieben.
Publikationen) herausgegeben. Selber nachlesen geht aber auch. Eine Angleichung in der EU ist nicht grundsätzlich falsch, aber sie darf nicht einseitig zu Lasten der arbeitenden Bevölkerung (Lohn un d Steuerdumping) und zur Gewinnmaximierung der Unternehmen erfolgen. Die EU ist zur neoliberalen Speerspitze der Globalisierung verkommen. Es reicht, einige Kommissare für sich zu gewinnen, dann kann man die Länderparlamente ausschalten. In der EU Verfassung (jetzt Vertrag) steht ganz eindeutig, daß sie die Länderverfassungen ersetzen soll. Immer mehr Entscheidung geht nach Brüssel und weg von den Parlamenten. Vor allem die Wirtschaftspolitik.
Tut mir leid, aber was sie hier behaupten ist schlicht ergreifend grottenfalsch! EU Recht steht im allgemeinen über nationalem Recht, so weit, so richtig! Aber selbstverständlich kann EU-Recht, auch nicht der Grundlagenvertrag, bestimmte Dinge nicht aushebeln. Dazu gehört in der BRD u.a. Art.1 GG, die Grundrechte in Art. 2 bis 20 GG, von der Ewigkeitsklausel abgesicherte Bereiche und eben auch solche, die von ihr zwar nicht erfasst sind, vom BVerfG aber als gleichgestellt beurteilt wurden (u.a. das Verbot der Todesstrafe).
Fragen sie ihren Erlanger Jura-Prof. nochmal, die Behauptung, das via EU Recht oder auf irgendeine andere Weise die Todesstrafe in Deutschland, und seis nur im Krieg oder ähnliches, wieder eingeführt werden könnte, ist grottenfalscher Blödsinn!
So, jetzt schönes Wochenende, der Online-Blo..wart kommt in ein paar Minuten!
"Lieber User,
finden Sie, "vernichten" ist in diesem Zusammenhang die richtige Wortwahl? "
Natürlich war das die richtige Wortwahl. Cato hat das nun mal so so gesagt:
"Ceterum censeo Carthaginem esse delendam (lateinisch: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss.) ist ein Cato Censorius zugeschriebener Ausspruch."
Das war vor Beginn des Dritten Punischen Krieges und wurde von Cato vor jede Rede im Senat gesetzt als sich stets wiederholende Redefigur. Aus der Rehtorik ist der Satz bekannt wie die tibetanische Gebetsmühle, die auch stets das gleiche vor sich hinbetet. Das kann man nur richtig zitieren oder gar nicht. Fragen Sie mal bei Ihrem Vorabeiter nach, der hier die Benutzer verunglimpft hat. Der kennt so lateinischen Bildungsbürgerkram.
Für den zweiten Punischen Krieg empfehle ich übrigens Gisbert Haefs: "Hannibal" Das ist der, der mitd en Elefanten über die Alpen kam zum Entsetzen der Römer. Also so wie ein anachronistischer Finne, der unmotiviert Karawanenkapitalismus über Europa wirft und der NRW-Regierung immer vorbetet: Die Würfel sind gefallen. (Das war Caesar, als er den Rubicon überschritt (rechtswidrig, aber da ging es nicht um verbotene Glücks- oder Würfelspiele).
www.sag-nokia-deine-meinung.de
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