Fallende Gerätepreise zwingen die Mobilfunkindustrie, den Fertigungsstandort Deutschland zu verlassen.
Olli-Pekka Kallasvuo wird am kommenden Donnerstag vor die Presse und vor Finanzanalysten treten. Aller Voraussicht nach präsentiert der Chef des Handyherstellers Nokia dann ein glänzendes Ergebnis - und doch ist es aus Analystensicht sinnvoll, dass Kallasvuo nun beschlossen hat, die Handyfertigung von Deutschland nach Rumänien zu verlagern. Die Handyindustrie befindet sich in einem grundlegenden Wandel: Die Geräte müssen immer günstiger werden, um die steigende Nachfrage in den Schwellenländern in Asien, Lateinamerika, aber auch in Afrika zu befriedigen.
Billig, billiger, am billigsten - die Preise für Mobiltelefone fallen rasant. (© Foto: dpa)
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Nokia geht es glänzend: Investoren rechnen für 2007 mit einem Gewinn des weltweit größten Handyproduzenten von 6,8 Milliarden Euro - das wäre ein Plus von 65 Prozent. Der Umsatz soll um 23 Prozent auf 50 Milliarden Euro gestiegen sein. Die Gewinnmarge liegt weiterhin bei 20 Prozent oder mehr, schätzt Goldman Sachs. Besonders argwöhnisch werden die Analysten aber auch bei der diesjährigen Präsentation der Bilanz auf einen Wert schauen: den durchschnittlichen Preis pro Mobiltelefon - denn der wird wieder einmal fallen.
Geräte unter 30 Euro
Die beiden Rivalen Samsung und Sony-Ericsson haben bereits die Richtung gewiesen, in die sich der Trend entwickelt. Beide haben ihre Bilanz für das abgelaufene Quartal kürzlich vorgelegt. Bei Samsung fiel der Durchschnittspreis pro Handy auf knapp 100 Euro, bei Sony-Ericsson auf 123 Euro - was bei dem japanisch-schwedischen Gemeinschaftsunternehmen immerhin einem Rückgang von 16 Prozent entspricht. Bei Nokia erwartet die Finanzwelt ein Minus von fast acht Prozent auf 82 Euro. "Wir sollten in unserer Industrie davon ausgehen, dass die Entwicklung der sinkenden Durchschnittspreise anhält", sagt Ulf Lilja, der Finanzchef von Sony-Ericsson.
Die Preise der Mobiltelefone fallen im hohen Tempo, weil andere Märkte ins Visier rücken. In den Industriestaaten geht der Trend rein rechnerisch schon seit geraumer Zeit zum Zweitgerät. Das Wachstum erwarten Branchenbeobachter für die Mobilfunkindustrie künftig vor allem aus den Schwellenländern in Asien, Lateinamerika und zum Teil in Afrika. Dort finden Handys jedoch nur Abnehmer, wenn sie billig sind, teils kosten Telefone dort weniger als 30 Euro.
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