Der finnische Handy-Weltmarktführer Nokia ist zwar mit einem starken Quartal ins Jahr gestartet, blickt aber pessimistisch in die Zukunft. Die Aktie stürzte ab.
Erst wurde die Prognose für 2008 korrigiert, dann gab die Nokia-Aktie massiv nach: Nach Bekanntgabe der Zwischenbilanz am Donnerstag fiel das Papier um 10,2 Prozent auf 18,83 Euro. Dabei konnte Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo einen gegenüber dem Auftaktquartal 2007 um 25 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro gesteigerten Reingewinn präsentieren. Beim Umsatz legte Nokia um 28 Prozent auf 12,7 Milliarden Euro zu.
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Marktteilnehmer sprachen in ersten Reaktionen von enttäuschenden Ergebnissen und einem schwachen Ausblick. Der Konzern konnte die Börsianer auch nicht dadurch besänftigen, dass er unter Ausklammerung von Sonderaufwendungen ihre Ergebnisprognose übertroffen hat. Je Aktie sprach Nokia hier von 0,38 Euro.
2008 werde der Handy-Markt in Europa wertmäßig abnehmen, sagte Kallasvuo. Bisher hatte Nokia hier noch ein schwaches Wachstum prognostiziert. "Hintergrund sind die negativen Auswirkungen des niedrigen Dollarkurses, der generelle Abwärtstrend in den USA und möglicherweise auch eine wirtschaftliche Abschwächung in Europa selbst", sagte der Finne.
Der Gewinn mit 0,32 Euro je Aktie nach Sonderposten lag um 28 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Dabei wirkten sich ungewöhnlich hohe Sonderbelastungen über insgesamt 333 Millionen Euro aus. Dazu gehörten auch bisherige Kosten von 81 Millionen Euro beim Konflikt um die Schließung des Bochumer Nokia-Werkes. Für den Rest des Jahres hat das Unternehmen 200 Millionen Euro für einen Sozialplan und andere personelle Kosten in Bochum bereitgestellt.
Deutlich mehr Handys abgesetzt
Etliche Schlüsselzahlen des ersten Quartals wiesen rückläufige Tendenzen gegenüber den letzten drei Monaten 2007 aus. So verlor Nokia auch wieder die seit Jahren angepeilte und erstmals erreichte Marke von 40 Prozent Weltmarktanteil. Dieser sank auf 39 Prozent. Man erwarte schon im Quartal einen erneuten Anstieg, sagte Kallasvuo.
Der durchschnittliche Preis eines abgesetzten Handys sank binnen drei Monaten von 83 auf 79 Euro, und Nokia rechnet mit einem weiteren Rückgang. In den Wachstumsmärkten der Schwellenländer können die Hersteller vor allem günstigere Telefone verkaufen. Zugleich versucht Nokia verstärkt, in den gesättigten Märkten der westlichen Welt teurere Multimedia-Geräte mit zusätzlichen Diensten wie Navigation oder Spiele zu etablieren. Hier gibt es aber starke Konkurrenz zum Beispiel von Apples iPhone oder dem E-Mail-Dienst Blackberry.
Insgesamt setzte Nokia im ersten Quartal 115,5 Millionen Handys ab - ein Plus von 27 Prozent im Jahresvergleich.
Für den gesamten Handy-Markt rechnet Nokia in diesem Jahr mit einem Wachstum von zehn Prozent. 2007 waren weltweit etwa 1,14 Milliarden Mobiltelefone aller Anbieter abgesetzt worden.
Die vor einem Jahr mit Siemens zusammengelegte Netzwerksparte Nokia Siemens Networks schloss das Quartal mit einem operativen Verlust von 74 Millionen Euro ab. Die Umsätze im Markt für Mobilfunk- Infrastruktur werden 2008 nach Nokia-Einschätzung voraussichtlich nicht wachsen.
(sueddeutsche.de/Reuters/dpa-AFX/mel/jkr)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
der handymarkt in europa nehme wertmäßig ab erklären die bosse von nokia,
die sollten mal in die handyläden schauen was ihre handys kosten.
auf dem heutigen deutschen markt sind solide, billige handys gefragt und nicht handys mit allem möglichen elektronischen blödsinn welche das gerät unnötigt teuer machen.
ein handy ist und bleibt ein telefon, nichts weiter.
und wer verträge heutzutage noch bei den großen wie vodafone oder o2 o.ä. abschließt und eines dieser teuren geräte erwirbt lebt in einer verkehrten welt oder er hat zuviel geld.
früher war ich auch langjähriger o2 kunde, bin aber vor rund 2 jahren zu einem wesentlich
günstigeren discounter gewechselt.
ausserdem wer heute noch in dt. ein handy von nokia kauft belohnt diesen konzern für seine geschmacklose standortpolitik.
Zitat SZ: "Die vor einem Jahr mit Siemens zusammengelegte Netzwerksparte Nokia Siemens Networks schloss das Quartal mit einem operativen Verlust von 74 Millionen Euro ab."
Die Zusammenarbeit mit dem zwischenzeitlich "wohl bekeumundeten Siemens-Konzern (mal minus eins)" zahlt sich jetzt eben für Noikia aus.
Auch die nicht erfüllten Erwartungen am Mobilfunkmarkt duten auf erwachte (deutsche ?) Kunden hin, die fehlendes "fair trade" mittlerweile negativ honorieren.