Kein Kavaliersdelikt: Der Zertifizierungsverband schließt den Stuttgarter Betonunternehmer Stephan Godel wegen Normenverstoßes aus - aus Angst vor einer Rufschädigung.
"In der jahrzehntelangen Geschichte der Überwachungsorganisationen in Deutschland ist das meines Wissens der erste Fall." Das sagt Hans Croonenbroeck vom Baustoffüberwachungs- und Zertifizierungsverband Baden-Württemberg, kurz Büv-Zert. Zum ersten Mal hat der Verband, eine Art TÜV für Baustoffe, eines seiner Mitglieder hinausgeworfen. Der Stuttgarter Betonhersteller Stephan Godel, 40, "hatte über mehrere Jahre teilweise nicht zertifizierten Zement verwendet und daraus nicht normgerechten Beton hergestellt", lautet die Begründung des Büv-Zert.
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Godel-Beton lieferte auf die wichtigsten Stuttgarter Baustellen - und wurde nun vom Zertifizierungsverband ausgeschlossen. (© Foto: dpa)
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Eidesstattliche Erklärungen der Mitarbeiter
Schon seit Anfang Juni berichtete die SZ über jenen etwas seltsamen Fall des Betonherstellers Godel, der als Mittelständler mit 90 Beschäftigten etwa 60 Prozent der Million Kubikmeter Beton liefert, die im Großraum Stuttgart jährlich gebraucht werden. Das neue Mercedes-Museum ist aus Godel-Beton, das Porsche-Museum in Zuffenhausen, die neue Messe am Flughafen und der Neubau der Landesbanken-Zentrale. Ehemalige Mitarbeiter hatten eidesstattliche Erklärungen abgegeben, dass Godel in seinen acht Werken teilweise von ihm selbst hergestellten und nicht zertifizierten Zement für die Betonmischungen verwendet habe.
Das bestreitet Godel auch nicht; er argumentiert vielmehr, er habe seine Mixtur in der Tat nicht zertifizieren lassen, um die Konkurrenz nicht auf das gute Produkt aufmerksam zu machen. Den seither kursierenden Vorwurf, er habe "Schrottbeton" für die öffentlichen Gebäude geliefert, weist Godel vehement zurück.
Doch für die Baustoffüberwacher ist das kein Spaß. Godel habe nun mal gegen baurechtliche Normen verstoßen, die penible Dokumentation vor allem für öffentliche Gebäude verlangen, weswegen nur zertifizierte Baustoffe verwendet werden können. "Herr Godel hat die Überwachungsorganisation jahrelang systematisch getäuscht", sagt Croonenbroeck. Also werden ihm mit dem Verbandsausschluss zugleich die sogenannten Übereinstimmungszertifikate für die restlichen beiden seiner acht Betonmischwerke entzogen.
"Kein Kavaliersdelikt"
Die will sich Godel nun bis zum 24. September, wenn der Ausschluss wirksam wird, bei der Materialprüfungsanstalt der Universität Stuttgart besorgen. Dort lässt er seine anderen sechs Werke bereits seit Juni dieses Jahres zertifizieren. Nur eines wurmt den Mittelständler, dessen Firma seit 1991 besteht. Das ist die Formulierung in der Büv-Zert-Kündigung: "Die Lieferung nicht normgerechten Betons ist kein Kavaliersdelikt. Zum Zeitpunkt der Verwendung der nicht normgerechten Betone war die dauerhafte Gebrauchstauglichkeit nicht nachgewiesen...deshalb sind Folgeschäden nicht auszuschließen." Das sei rufschädigend, findet er.
Materiell geschädigt fühlt sich bis heute keiner der Gebäudebetreiber, und die Bauunternehmen, die Godel-Beton verwendeten, sagen auch nichts. Noch ermittelt die Stuttgarter Staatsanwaltschaft. Es kann noch Wochen dauern, bis der von ihr beauftragte Gutachter herausfindet, ob die Qualität des nicht normierten Godel-Betons zu wünschen übrig lässt oder nicht.
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(SZ vom 10.9.2008/kim)
Gysi gegen Lafontaine
... sind derzeit an allen Brücken und Unterführungen ab München voll im Gange und kosten dem Steuerzahlern Unsummen.
Die Bauwerke wurden zu Beginn der 70er Jahre von einem Freilassinger Betonunternehmen errichtet, dass grosse "Akquisitionstalente" bei der Hereinnahme staatlicher Aufträge über seinen seinerzeitigen Prokurist T. bewies.
Der Zement für die Bauwerke wurde, entgegen den DIN-Normen, nicht zwangsgemischt sondern nur in den Transportmischer geschrappt und nach wenigen Metern mit einer Betonpumpe eingebracht. Ein Super8-Film dieser "Sauerei" ist als Beweismittel vorhanden.
Wirklich zwangsgemischter Beton hat nämlich, nach DIN, eine voraussichtliche Lebensdauer von 99 Jahren. Das "Mauschelgemisch" der A.-Beton hielt, da nicht kolloidal abgebunden, nicht mal 40 Jahre - und alle zahlen nun (wieder) dafür mit ihren Steuergeldern.
Das glaube man mir - beweisen kann ich das natürlich nicht.
Wo aber sind die Prüfprotokolle nach Herstellung des (Schrott) Betons beim jeweiligen Bauunternehmer?