So ganz wird er den Zugriff auf seine angestammte Klientel jedoch nicht verlieren. Denn wer auch immer in seinem Kehrbezirk in Zukunft Leistungen erbringt, er muss Schulz Bericht erstatten. Und die Kontrolle der Anlagen bleibt ohnehin sein Privileg: Auch künftig nimmt er sie alle dreieinhalb Jahre persönlich in Augenschein.
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Eine als zukunftsträchtig geltende Nebentätigkeit
Schulz ist überzeugt, dass er künftig noch mehr am Schreibtisch sitzen wird, um die Arbeiten zu protokollieren, die seine Kollegen im Kehrbezirk durchführen. Zudem muss er prüfen, ob die Anwohner die vorgeschriebenen Kehrarbeiten und Kontrollen tatsächlich haben durchführen lassen.
Trotzdem: Weniger Kunden bedeuten weniger Einnahmen. Da wird sich der 41-Jährige umstellen müssen. Er will sich zum Energieberater schulen lassen - eine als zukunftsträchtig geltende Nebentätigkeit, die den Kaminkehrern schon bald ebenso erlaubt sein wird wie der Bau von Schornsteinen und das Warten von Heizungskesseln.
Dagegen wiederum läuft das Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk bereits Sturm. "Der Einstieg in das Wartungsgeschäft gefährdet in unserem Handwerk 10.000 qualifizierte Arbeitsplätze", meint Michael von Bock und Polach, Hauptgeschäftsführer des Verbandes.
Wenn künftig mehr Wettbewerb auf dem Dach und in den Heizungskellern herrscht, könnte dies die Preise in Bewegung bringen. So ist das zumindest in der Theorie. "Es wird aber eher teurer", meint der Bund der Energieverbraucher. Denn wenn der Kunde künftig einen nicht ortsansässigen Fachmann beauftrage, werde dieser - anders als der Schornsteinfeger heute - Kosten für An- und Abfahrt in Rechnung stellen.
Die Kosten sollen steigen
In den Niederlanden beispielsweise, wo es kein Kehrmonopol gibt, würden die Vertreter der schwarzen Zunft im Durchschnitt 120 Euro in Rechnung stellen, sagt Schornsteinfeger-Geselle Willems, der gleich an der Landesgrenze wohnt. Ihm ist ein wenig bange vor der Zukunft. Die Meisterprüfung will er wegen "fehlender Perspektive" nicht machen. Und wenn er seinen Beruf noch einmal wählen könnte, würde er sich heute anders entscheiden.
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(SZ vom 4.9.2008/kim/jkr)
Linke mit neuer Führung
waren Feuerungsstätten mit Braun-/Steinkohle oder Hplz. Die Brennstellen in den Wohnräumen und die Schornsteine meistens mit Ziegel gemauert. Heutige Gas- Oelbrenner und die dazu gehörende Abgastechnik (Schornsteine / Keramik) machen einen Schornsteinfeger mehr als überflüssig. Wo jedoch noch mit Feststoffen Brikett, Holz im direkten Wohnraum (Kamin/Kachenofen/Grundofen) geheizt wird sollte die Anlage vom Ofen, der Zuluft und der Abgasführung einer 2 jährigen Kontrolle unterliegen. Dazu braucht es aber keinen staatlich saktionierten zum Gelddrucken beschäftigten Schornsteinfeger.
Zu " 04.09.2008 18:23:30"
Das Sachargument ist, dass es sich beim "Schornsteinfegerwesen" um ein Gebietsmonopol handelt. Auch mit der neuen Gesetzgebung bleibt Deutschland in Kehrbezirke für Schornsteinfeger eingeteilt, wie es 1935 in der Gewerbeordnung eingeführt wurde.
Das BMWi hat den Entwurf einer "Kehr- und Überprüfungsordnung" der Versorgungsanstalt der deutschen Bezirksschornsteinfegermeister zur Stellungnahme zugeleitet. Es geht da nicht um die moderne Heiztechnik, sondern um die Versorgung von Schornsteinfegern.
Zitat: Herfurth Dirk- Gunter Dipl.- Ing.
Bundesweit bekanntgegebener Sachverständiger nach § 29 a BImSchG
"Wo keine Feuergefahr (die ein Schornsteinfeger verhindern könnte) besteht, wie z. B. bei modernen Öl- oder Gas- Feuerstätten, braucht ein Schornsteinfeger auch nicht für Feuersicherheit zu sorgen."
Joachim Datko - Ingenieur, Physiker
Interessengemeinschaft gegen das Schornsteinfegermonopol - Sektion Bayern
Portal : www.kontra-schornsteinfeger.de - Forum: www.schornsteinfeger-ko.de
Ist schon ne hohe Kunst, einen so langen Kommentar ohne ein einziges Sachargument zu verfassen.
Respekt!!!
Zu 04.09.2008 16:19 "Herr Datko ist vermutlich von der Sorte Ingenieure, die steif und fest behaupten, ..."
Als Ingenieur und Physiker kann ich dem Theater, das ein Schornsteinfeger jährlich bei uns durchführt gar nicht zusehen. Wir haben eine Erdgasheizung und brauchen keinen Schornsteinfeger. Der Schornsteinfeger kassiert dabei über 60 Euro ab.
Viele Ingenieure und Physiker schütteln nur mehr den Kopf, wenn sie von Schornsteinfegern hören.
Z.B.
Beutler E. Dipl.Ing. Schwerpunkt: Feuerungstechnik
" ... weitere Front des zivilen Ungehorsams aufzumachen, um dieser technischen Dümmlichkeit ein Ende zu bereiten."
Luther Gerhard Dipl. Physiker, Dr.
Vorschlag: "Die Messungen nach 1.BImSchV werden aufgegeben oder zumindest stark zurückgefahren.
In der Verbandszeitung der Ingenieure (VDI Nachrichten 19.12.2003)
Oder allgemeiner formuliert:
Dr. Dr. Horst Poller von Haus & Grund Württemberg hat die Schornsteinfeger ein Symbol für nutzlose Beschäftigung, für Monopolisten und für Lobbyisten genannt.
http://www.sueddeutsche-wohnwirtschaft.de/sites/artikel.php?artikel_id=126
Joachim Datko - Ingenieur, Physiker
Interessengemeinschaft gegen das Schornsteinfegermonopol - Sektion Bayern
Portal : www.kontra-schornsteinfeger.de - Forum: www.schornsteinfeger-ko.de
6. "In Deutschland sollte eine Wartungspflicht durch das Heizungshandwerk mindestens alle zwei Jahre eingeführt werden. Einen Zwangsscheindienstleister brauchen wir nicht mehr."
Stellen Sie sich mal vor unsere Autos würden alle zwei Jahre nicht vom TÜV, sondern vom Autohändler bzw. dessen Werkstatt durchgeführt.
Sicherlich könnte man viele Aufgaben des Schornsteinfegers auch dem TÜV übertragen. Nur würde der sicherlich auch nicht günstiger Arbeiten können und die Umstellung währe ein erheblicher Aufwand. Wenn Sie so wollen, könnte man auch sagen, dass der Schornsteinfeger für seine Bereiche mit der bisherigen und der neuen Regelung die Aufgaben des TÜVs wahrnimmt.
Der TÜV überprüft übrigens Großfeuerungsanlagen ab einer bestimmten Größenordnung bereits jetzt.
Herr Datko ist vermutlich von der Sorte Ingenieure, die steif und fest behaupten, das bei der Messung der Rauch- bzw. Abgase, der dafür erforderliche Kernstrom (welcher die höchste Temperatur sowei die höchste Konzentration der zu messenden Inhaltsstoffe aufweist) grundsätzlich in der Mitte des Rohres zu suchen und zu finden sei. Völlig unabhängig davon ob die Temperatur sowie die Inhaltsstoffe tatsächlich dort die höchste Konzentration haben oder vielleicht auch mal am Rand oder irgendwo anders zu finden sind. Ideale Laborbedingungen die auf einer fest definierten Länge eines Rohres einen mittleren Kernstrom aufweisen, finden sich in der Praxis nur in den seltensten Fällen.
Dies aber nur am Rande erwähnt.
Entscheidend ist die Unabhängigkeit der Kontrollinstanz sowie die Gewährleistung das die gesetzliche vorgeschriebenen Zyklen auch eingehalten werden. Die neue Regelung ist im Ansatz sicher nicht verkehrt, wenn man Sie als Einstieg in eine markgerechtere Form dieses Handwerks betrachtet. Ob Sie allerdings auch den gesetzlich formulierten Ansprüchen genügt bleibt abzuwarten. Sollten Sicherheit und Umweltschutz zu kurz kommen, so sollte sich der Gesetzgeber nicht scheuen die Freiheiten in der Ausübung der Tätigkeiten auch wieder einzuschränken.
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