Neuer Slogan für Automarke Opel - potz Blitz!

Kaum ein Autohersteller wechselt so oft den Slogan wie Opel. Nun gibt es wieder einen neuen Spruch - und einen renovierten Blitz gleich dazu. Den entscheidenden Beitrag lieferten die Mitarbeiter.

Tausendfach haben die Opel-Mitarbeiter gelbe T-Shirts mit "Wir sind Opel" in den Umlauf gebracht. Das soll die Initialzündung für einen neuen Slogan gewesen sein. Mit "Wir leben Autos" will Opel künftig werben.

Phonetisch würde damit der Autohersteller dicht an die Lebensmittelkette Edeka ("Wir lieben Lebensmittel") und die Billigfluggesellschaft Condor ("Wir lieben Fliegen") rücken.

Das ist aber nicht weiter schlimm, da Opel ohnehin regelmäßig den Slogan wechselt und somit auch der neue nur über eine geringe Halbwertszeit verfügen dürfte.

Dreidimensionaler Blitz

Während Audi seit 1971 an "Vorsprung durch Technik" und BMW seit 1969 an "Freude am Fahren" festhalte, habe Opel bereits 1994 den Claim von 1990 ("Freude durch Technik") durch "Wir haben verstanden" ausgetauscht, berichtete die Financial Times Deutschland. Seit 2002 sei die Devise "Frisches Denken für bessere Autos" gewesen, ab 2007 "Entdecke Opel".

Schon auf der Internationalen Automobil-Ausstellung Mitte September soll der neue Claim präsentiert werden.

Auch das Logo, der Blitz, solle runderneuert werden: Künftig sei er dreidimensional und würde schon beim neuen Astra mit der Chromspange des Kühlergrills verschmelzen.

Ob es freilich so weit kommt, hängt auch von der Entscheidung von General Motors (GM) über die Zukunft Opels ab. Und die könnte noch auf sich warten lassen: Der Verwaltungsrat des früheren Opel-Mutterkonzerns will die Entscheidung über Opel wohl erneut verschieben.

Frühestens Anfang Oktober solle wegen notwendiger weiterer Prüfungen eine Entscheidung fallen, berichtete das Handelsblatt unter Berufung auf eine mit den GM-Plänen vertraute Person. GM wolle den deutschen Autohersteller mit Finanzmitteln aus den USA sowie der Hilfe einiger EU-Staaten sanieren.

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte vor der Sitzung, er hoffe auf "eine klare Ansage" vom GM-Verwaltungsrat.

Bundesregierung ist pessimistisch

Für den Fall, dass GM Opel weiterführt, befürchten Fachleute scharfe Einschnitte auch im Bochumer Werk. "Die Bundesregierung hat ihre Verhandlungsposition gemeinsam mit den Bundesländern und der Opel- Arbeitnehmervertretung entwickelt. Wir sehen derzeit keine bessere Alternative zum Konzept der Magna-Gruppe", unterstrich Guttenberg.

In Unternehmenskreisen bei GM hieß es nach Angaben des Handelsblattes, es müssten noch zahlreiche Diskussionen und Debatten geführt werden.

Der Verwaltungsrat, der am Dienstag zusammentreffen sollte, werde sich zudem erst am Mittwoch mit der Zukunft von Opel befassen.

Im Bieterrennen sind noch der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna und der belgische Finanzinvestor RHJI. Dem Handelsblatt zufolge sieht man aber inzwischen auch innerhalb der Bundesregierung kaum mehr Chancen, dass sich der Verwaltungsrat für einen Einstieg von Magna zusammen mit der russischen Sberbank aussprechen könnte.

Die Signale gegen das Sanierungskonzept von Magna verdichten sich, hieß es dem Bericht zufolge in Regierungskreisen.

GM habe in den jüngsten Gesprächen mit Vertretern der Berliner Regierung klargemacht, dass der Verwaltungsrat einem Verbleib von Opel im eigenen Konzern klar den Vorzug gebe. Ein Magna-Einstieg sei demnach nur die dritte und letzte aller möglichen Lösungsvarianten.

Zwar gilt die Entscheidung des prominent besetzten Verwaltungsrates als richtungsweisend, das letzte Wort hat jedoch die Opel-Treuhand, in der Bund, Länder und GM sitzen.

Der Opel-Betriebsrat ging dagegen vor der Sitzung des 13-köpfigen Gremiums von einem Zuschlag für Magna aus. "Wenn nach rationellen und logischen Argumenten gewichtet wird, muss Magna den Zuschlag bekommen", hatte der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz gesagt.

Berichte, wonach der Verwaltungsrat gegen einen Verkauf von Opel stimmen werde, wies er als gezielt gestreute Falschmeldungen zurück.

Wirtschaftsstaatsekretär Jochen Homann hat unterdessen für einen Verbleib Opels bei der Mutter General Motors ein tragfähiges Konzept des US-Konzerns gefordert. Allein die Entscheidung, die europäische Tochter zu behalten, sei noch kein Konzept, sagte Homann.