Die Stadt Mannheim vermisst seinen berühmtesten Automobilerfinder im neuen Konzernnamen "Daimler AG" - und protestiert gegen die Maßnahme der Manager.
"Wer hat's erfunden?" An jenen Werbespot auf Schwyzerdütsch gemahnt der Ausbruch eines Namensstreits, der zwischen Mannheim und Stuttgart entbrannt ist - nur geht es nicht um Schweizer Kräuterbonbons, sondern um die Erfinder des Automobils.
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Nachdem DaimlerChrysler am vergangenen Montag die bevorstehende Trennung von der amerikanischen Tochter Chrysler verkündet hatte, kamen die Mannheimer beim zweiten Hinhören ins Grübeln: Nach Abwicklung des Geschäfts will der Konzern im Herbst auch seinen Namen an die neue Lage anpassen und sich schlicht wieder in Daimler AG umbenennen. Und wo bitte bleibt Carl Benz?
Eilig schickte der Mannheimer Oberbürgermeister Gerhard Widder schon am Dienstag ein Fax an Konzernchef Dieter Zetsche, in dem er darauf drängt, "dass Carl Benz wieder seinen gebührenden Platz" bei der anstehenden Konzernumbenennung erhalte. Immerhin habe es die ganze Region schon 1998 "sehr bedauert", dass "der stolze Name" nach der Fusion mit Chrysler untergegangen sei.
Bei Lichte betrachtet gebührt wohl dem Mannheimer Carl Benz der historische Platz des Erfinders des ersten richtigen Automobils. Zwar hatte auch Gottlieb Daimler unabhängig von Benz zeitgleich den ersten Motor erfunden, den man gut in alle Fahrzeuge einbauen konnte. Der hatte 0,5 PS und trieb 1885 eine Art Motorrad auf die Geschwindigkeit von sechs Kilometern pro Stunde. Carl Benz aber hatte sich in seiner 1883 gegründeten "Benz & Cie Rheinische Gasmotorenfabrik Mannheim" gleich auf die Konstruktion einer dreirädrigen automobilen Kutsche kapriziert, deren Eintakt-Vierzylinder-Benzinmotor 1885 es auf eine ganze Pferdestärke brachte.
Die Geschäfte liefen indessen anfangs schleppend - bis 1888 hatte Benz gerade mal drei Autos verkauft. Erst die legendäre Demo-Tour seiner resoluten Ehefrau Berta Benz mit den beiden Söhnen Eugen und Reinhard brachte den Durchbruch. Das Trio unternahm 1888, ohne Carls Wissen, die erste 70 Kilometer lange Überlandfahrt mit dem "Benz Patent-Motorwagen" von Mannheim nach Pforzheim zurück, auf der Apotheken als Benzin-Tankstellen angesteuert wurden und Hutnadeln zum Reinigen der Kraftstoffleitung sowie ein Strumpfband als Isolationsmaterial zum Einsatz gelangten.
In den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts nahm die neue Industrie europaweit Aufschwung, der erst 1926 nach Weltkrieg und Inflation zum Erliegen kam. In diesem Jahr fusionierten die beiden Autopioniere ihre Unternehmen zur Daimler-Benz-AG und legten im Übrigen dabei vertraglich fest, dass der Name "Benz" im Firmenlogo erhalten bleiben müsse.
An den Beschäftigten sind die bisherigen Umbenennungen ohnehin stets vorbeigegangen. "I schaff beim Daimler" heißt es seit eh und je in Sindelfingen und Untertürkheim, und in Mannheim schafft man - Daimler hin, Chrysler her - bis heute "beim Benz". Wie der um Chrysler verschlankte Konzern endgültig heißen soll, soll nun die außerordentliche Hauptversammlung im Herbst klären.
Das Topmanagement hat sich beim Vorschlag "Daimler AG" auch etwas gedacht: Man wolle vermeiden, so ein Sprecher, dass Produktmarken wie Mercedes-Benz und die neue Dachmarke vermischt werden. Den Mannheimern ist das egal: "Im Grunde müsste der Konzern Benz-Daimler AG heißen", schallt es aus dem Badischen.
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(sueddeutsche.de)
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Natürlich! Abseits der ewigen badisch-württembergischen Hetzerei ist der Name Benz ein Glücksfall für jeden PR-Experten. Kurz, knackig: BENZ!! - Mir tat's gut, als mich Freunde fragten: "Ach - fährst du einen Mercedes (das 'c' weich gesprochen)?
Für Außenstehende: Wer einen Benz fährt, fährt einen größeren Mercedes. Diese schwäbische Philosophie war an den fehlenden Insignien auf der Heckklappe erkennbar. - Aber tief stapeln war einmal, heute dominieren fette SUV's der Erbengeneration.
Auch wenn BENZ hart klingt, die Gründer waren schaffig, ehrenwert. - Und im Zeitalter von Google und Konsorten ist das "B" besser als "D" wie Daimler (ein Ford-Markenname) oder "M" wie Mercedes. -
Also Benz AG, auch wenn's die Schwoabe verschüttelt.!!
Sehen Sie: Mein Monitum, daß Ihr Beitrag gelöscht wurde, ist auch gelöscht es lebe die Meinungsfreiheit (nur nicht auf gewissen Internet-Foren)!
auch ich bin verwundert, dass mein beitrag gelöscht worden ist.
der beitrag enthielt einige der - eher volkstümlichen strophen - des Badner Lieds, die sich kritisch mit den schwaben auseinander setzen.
nachdem es bei der debatte um den alten zwist zwischen badnern und schwaben geht, wären diese strophen, die offensichtlich zutiefst menschen bzw. schwabenverachtend sind, ein weiterer beleg für die gegenseitigen vorbehalte gewesen.
schade, dass die sz-redaktion so schwabenfreundlich ist.
llechwedd: "die veröffentlichte Sprache in jeder Hinsicht immer schlampiger werde"
Der Umgang formt den Menschen.
Fürwahr ein schöner Belegl für das eingangs aufgestellte Postulat, demzufolge die veröffentlichte Sprache in jeder Hinsicht immer schlampiger werde.
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