Von Klaus Ott

Diethelm Sack tritt ab: Die Deutsche Bahn wird schneller als bislang erwartet einen neuen Finanzchef erhalten.

Bei der Aufsichtsratssitzung am nächsten Mittwoch will Diethelm Sack, der bereits seit knapp zwei Jahrzehnten das Zahlenwerk des Staatsunternehmens verantwortet, nach Angaben aus Konzernkreisen seinen Rücktritt erklären. Ursprünglich war mit seiner Demission erst im Verlauf des kommenden Jahres gerechnet worden.

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Vertrauter rückt wohl auf

Als Favorit für Sacks Nachfolge gilt einer seiner engsten Vertrauten: Richard Lutz, der die Abteilung Controlling in der Bahn leitet. Aus Aufsichtsratskreisen ist zu hören, es sei so gut wie sicher, dass man Lutz in den Vorstand berufen und ihm die Finanzen anvertrauen werde. Darauf habe man sich in Vorgesprächen geeinigt.

Bei Lutz seien bisher schon "wie in einem Trichter alle Zahlen des Unternehmens zusammengelaufen"; er habe dann alles für Sack aufbereitet und ihn bei Abwesenheit vertreten. Lutz sei vermutlich der einzige Manager neben Sack, der die Finanzen der Bahn "mit all ihren Firmen und Verschachtelungen" überblicke, heißt es in Aufsichtsratskreisen. Diesen Angaben zufolge war auch überlegt worden, einen neuen Finanzchef von außen zu holen. Das sei aber verworfen worden, unter anderem deshalb, weil eine solche Lösung viel länger dauern würde.

Sack wolle sich aber jetzt schon zurückziehen. Sack ist das dienstälteste Vorstandsmitglied bei der Bahn. Er hatte schon im Frühjahr intern erklärt, er wolle nicht bis 2013 bleiben. So lange liefe sein Vertrag noch. Der neue Bahnchef Rüdiger Grube hatte Sack gebeten, für eine Übergangszeit noch zu bleiben.

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(SZ vom 05./06.12.2009/mel)