Paukenschlag auf dem deutschen Lebensmittelmarkt: Edeka kauft den Discounter Plus - und schmiedet einen Mammutrivalen für Aldi und Lidl.
Die Kräfteverhältnisse im deutschen Lebensmittelhandel verschieben sich. Branchenführer Edeka und die Tengelmann-Gruppe bündeln ihre Aktivitäten im Discount und kündigen den Billiganbietern Aldi und Lidl den Kampf an. "Wir werden den Wettbewerbsdruck stark erhöhen'', verspricht Edeka-Chef Alfons Frenk.
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Die Zeiten, in denen Aldi und Lidl den Takt auf dem deutschen Discountmarkt vorgegeben haben, sind möglicherweise bald vorbei. Die Mitbewerber Plus, eine Tochter des Mülheimer Familienunternehmens Tengelmann, und Netto, ein Ableger der Edeka-Gruppe, rücken zu einer starken Nummer drei unter den Billiganbietern zusammen.
Mit mehr als 4000 Läden ist ihr gemeinsames Filialnetz ähnlich dicht wie das von Aldi. Gemessen am Umsatz rangieren Plus und Netto mit knapp elf Milliarden Euro jedoch klar hinter dem Branchenführer, der in Deutschland etwa 27 Milliarden Euro erlöst. Lidl als Nummer zwei wird in diesem Jahr in 2800 Märkten etwa 12 Milliarden Euro umsetzen.
Seit Tengelmann im September angekündigt hatte, eine Mehrheitsbeteiligung an Plus abgeben zu wollen, hatten sich mit Edeka und Rewe die beiden größten Lebensmittelhändler ein Bietgefecht um den Discounter geliefert.
Rewe gehört mit seinen etwa 2000 Penny-Läden ebenfalls zu den führenden Discountanbietern und wollte dieses Geschäft über einen Einstieg bei Plus auf einen Schlag kräftig ausbauen. Allerdings galt die Kölner Handelsgruppe im Kampf um Plus rasch als Außenseiter - nicht zuletzt, weil sich die Filialnetze von Plus und Penny stark überschneiden.
Edeka und Tengelmann bringen ihre Discounttöchter Netto und Plus mit Wirkung vom 1. Mai 2008 in eine gemeinsame Gesellschaft ein. Deren Anteile werden zu 70 Prozent Edeka halten; Tengelmann ist mit 30 Prozent beteiligt.
Die Partnerschaft sei langfristig angelegt, betonten Edeka-Chef Frenk und Erivan Haub, der geschäftsführende Gesellschafter der Tengelmann-Gruppe. Zum Kaufpreis machten sie keine Angaben. Frenk zufolge ist der Eigentümerwechsel bei Plus die bisher größte Transaktion im deutschen Einzelhandel.
300 neue Märkte pro Jahr
"Wir wollen unser Discountgeschäft gemeinsam deutlich voranbringen", kündigten die Firmenchefs an. In jedem Jahr wollen sie 300 neue Märkte eröffnen und damit den Druck auf Aldi und Lidl spürbar verstärken. Ohne die Konkurrenten zu nennen, sagte Frenk voraus: "Der Druck im Markt wird deutlich steigen. Die Verbraucher können sich freuen."
Filialschließungen in nennenswertem Umfang werde es nicht geben, betonten Frenk und Haub. Dies sei nicht notwendig, weil sich die Standorte von Netto und Plus geographisch "ideal" ergänzten. Erste Gespräche mit dem Kartellamt haben nach Informationen aus der Branche bereits stattgefunden. Eine abschließende Beurteilung durch die Wettbewerbsbehörde erwarten die beteiligten Unternehmen in Kürze.
Das Zusammengehen von Netto und Plus wird auch für die Kunden der Discounter sichtbar werden. Zwar sollen beide Marken auch künftig im Markt vertreten sein.
Aber deren künftige Ausrichtung - Netto als großflächiger Discounter mit breitem Sortiment und Plus als eher kleiner Nachbarschaftsladen in Wohngebieten - machen zahlreiche Umbauten notwendig. Von den derzeit etwa 2900 Plus-Märkten werden 2100 auf das Konzept von Netto umgestellt; die übrigen 800 tragen auch künftig den Namen Plus.
Für die Umrüstung rechnet Edeka mit Kosten von 300 Millionen Euro in den nächsten zwei bis drei Jahren. Tengelmann-Chef Haub hatte in den Verhandlungen starken Wert darauf gelegt, dass die in den vergangenen Jahren mit großem Aufwand aufgebaute Marke Plus nicht untergeht.
Neben der Partnerschaft im Discount rücken Edeka und Tengelmann auch im Supermarkt-Geschäft zusammen. Beide Unternehmen wollen künftig gemeinsam einkaufen.
Das ist für das Familienunternehmen, das unter den Marken Kaiser's und Tengelmann 703 Supermärkte betreibt, deshalb wichtig, weil es mit dem Rückzug bei Plus erheblich an Einkaufsmacht verliert.
Einen Teil des Verkaufserlöses will Haub in die Modernisierung der Supermärkte investieren. Zudem soll die Expansion der ebenfalls zum Firmenverbund gehörenden Baumarktkette Obi in Osteuropa vorangetrieben werden.
(SZ vom 17.11.2007)
Großprojekte in Berlin
Seit 13 Jahren wohne ich nun hier. Ein Markt, wohlgemerkt die ganze Zeit in den selben Räumen hieß Krone, Eurospar, Intermarche, dann wieder mal Eurospar und nun Edeka. Dazwischen wurde noch zweimal umgebaut (nicht beim Namenswechsel) damit man seine Produkte auch ja nicht wieder findet. Nachdem der Wechsel zu Edeka vor allem teurere Produkte gleicher Hersteller (Wiskas z.B. von 0,69 auf 0,89 Euro erhöht) und Ausdünnen des Segments guter preisgünstiger Anbieter bedeutete gehe ich mehr zur Konkurrenz. Mit 4 Umbennennungen in 13 Jahren ist auch schwer eine Kundenbindung zu erzeugen. Mittlerweile heißt meine Alternative minimal nun auch REWE. Schön langsam frage ich mich wirklich, was das eigentlich soll ? Immerhin darin scheinen ja Lidl und Aldi noch einen Vorsprung zu haben.
Digital_Data
Neue Konkurrenz für Aldi, Lidl und Penny? Dieser Zusammenschluss ist ein Witz und wie @dirkkid schon erwähnte haben sich hier die beiden schlechtersten Discounter (Edeka bzw. Netto und Plus) Deutschlands zusammen getan.
Das einzige was bei Tengelmann gut läuft ist Obi, was mich auch nicht wundert.
Discounter alle Welt vereinigt euch!
Marx steh und sehe, wer dein Satz richtig interpretiert hat.
Bei uns im Südwesten heißen die zu Edeka gehörigen Discounterläden "Treff". Bleibt "Treff" oder wird der "Plus" oder "Netto"?
Ich habe es zwar nicht nachgezählt, aber ich schätze zwischen 70 und 80 Prozent des Sortiments der großen Discounter sind preisindentisch.
Unterschiede gibt es zwar durchaus hinsichtlich der Qualität der Produkte, wie die Tests der Stiftung Warentest zeigen (und hier schneiden aldi und Lidl nach meiner Kenntnis erheblich besser ab als penny, plus und netto), und der Aktionsangebote.
Aber grundsätzlich ist der "Markt" aufgeteilt wie bei den großen Stromkonzeren. Wenn der Discounter A am einen Ende der Straße den Preis für 1 Liter H-Milch 1,5 % senkt/erhöht, dann zieht der Discounter B am anderen Ende der Straße mit dem Preis sofort nach.
Auf der anderen Seite ist die Gesamtnachfrage nach den Discounterprodukten gesättigt und die Sortimentstiefe lässt sich auch nicht grenzenlos erweitern.
Warum sollte sich also beim Wettbewerb tatsächlich etwas ändern, sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht, falls man das natürlich überhaupt als Wettbewerb bezeichnen kann?
Dieser Beitrag wurde Ihnen präsentiert in Zusammenarbeit mit der
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