Mit weiteren Arbeitsniederlegungen erhöht die Gewerkschaft Verdi den Druck im Tarifkonflikt mit der Deutschen Post. Diesmal werden die Auswirkungen wohl vor allem Unternehmen und Behörden treffen. Wirtschaftsminister Glos warnt unterdessen vor unbefristeten Streiks.
Mit weiteren Warnstreiks will die Gewerkschaft Verdi Druck im Tarifkonflikt mit der Deutschen Post machen. Nach Angaben der Gewerkschaft legten in der Nacht bereits Postmitarbeiter in neun Briefverteilzentren die Arbeit nieder.
Auch heute werden wieder zahlreiche Postmitarbeiter die Arbeit niederlegen. (© Foto: dpa)
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An diesem Dienstag soll jedoch vor allem in Postfachverteilanlagen zeitlich befristet die Arbeit ruhen. So sollen Postfächer von Großkunden, etwa in Baden-Württemberg, leer bleiben.
Damit sind vor allem Unternehmen, Behörden und Verwaltungen betroffen. Aktionen sind nach Angaben der Gewerkschaft in fast allen Bundesländern geplant. Am Freitag beginnt die Urabstimmung über einen unbefristeten Ausstand, der vom 2. Mai an starten kann.
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos warnte vor Streiks bei der Post. Für die Wirtschaft sei eine zuverlässige Postzustellung eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Arbeiten, sagte Glos der Neuen Osnabrücker Zeitung.
Streiks seien deshalb die schlechteste Alternative. Die Tarifparteien müssten jetzt an den Verhandlungstisch zurückkehren. Benötigt werde eine schnelle Einigung.
"Das Angebot reicht nicht"
Die Post und die Gewerkschaft Verdi hatten sich am Wochenende nicht auf ein Paket mit Kündigungsschutz, Arbeitszeiten und Lohn für die bundesweit 130.000 Tarifkräfte einigen können.
Trotz der Warnstreiks will die Deutsche Post vorerst kein neues Angebot vorlegen. Jetzt müsse sich die Gewerkschaft Verdi bewegen, hieß es am Montag. Es liege ein attraktives und verhanldungsfähiges Angebot vor, sagte Post-Sprecher Uwe Bensien.
Die Gewerkschaft dagegen forderte die Post auf, das vorgelegte Angebot nachzubessern. "Die Post muss zur Kenntnis nehmen, dass die Verhandlungen auf dieser Grundlage gescheitert sind", sagte Verdi-Sprecher Jan Jurzcyk. "Wir sagen, was da im Augenblick liegt, reicht nicht."
Die Post hat eine Verlängerung des Kündigungsschutzes bis zum 30. Juni 2011 und die Steigerung der Löhne der Tarifbeschäftigten in den kommenden zwei Jahren um etwa 5,5 Prozent angeboten. Dafür fordert sie eine Arbeitszeitverlängerung.
Die Gewerkschaft lehnt das Postangebot ab. Sie argumentiert, die Postvorschläge bedeuteten eine Verlängerung der Arbeitszeit auf 41 Stunden, was zum Wegfall von 12.500 Arbeitsplätzen führe.
(dpa/Reuters/gal/woja)
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