Die Teilprivatisierung der Bahn nach den Plänen von Verkehrsminister Tiefensee wird immer fraglicher: Nach den Bundestagsfraktionen von SPD und Union stellt sich nun auch der CDU-Vorstand gegen das Gesetzesvorhaben.

Der Vorstand der Unionsfraktion hat sich einem Zeitungsbericht zufolge auf einen Forderungskatalog verständigt, der weitreichende Änderungen des Gesetzentwurfs der Bundesregierung zur Teilprivatisierung der Deutschen Bahn verlangt.

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Über das zweiseitige Positionspapier solle die CDU/CSU-Bundestagsfraktion am Dienstag abstimmen, berichteten die Ruhr Nachrichten laut Vorabbericht.

In fünf Punkten werden dem Bericht zufolge Änderungen am Gesetzentwurf von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) gefordert.

Durchsetzungsrecht

So solle der Bund das Recht erhalten, Entscheidungen über Infrastrukturinvestitionen der Deutschen Bahn notfalls auch gegen das Unternehmen durchsetzen zu können: "Für die Umsetzung der vom Gesetzgeber beschlossenen Bedarfsplanmaßnahmen muss dem Bund auch ein Durchsetzungsrecht und dem Netzbetreiber weiterhin ein Initiativrecht eingeräumt werden", heiße es in dem bereits unter Verkehrs-, Finanz- und Wirtschaftspolitikern der Fraktion abgestimmten Papier.

Die Bundesnetzagentur müsse "in die Lage versetzt" werden, "Entgelte für die Eisenbahninfrastruktur zu verhindern, die einseitig die Wettbewerber der DB AG belasten".

Trassenentgelte

Nach den Plänen der Bundesregierung bliebe der Bund zwar juristischer Eigentümer des Schienennetzes, der Konzern übernähme jedoch für zunächst 15 bis 18 Jahre die Bewirtschaftung und könnte auch Trassenentgelte für andere Bahnbetreiber festlegen.

In dem Unions-Papier wird der Zeitung zufolge zudem eine Verkürzung dieses Zeitraums gefordert.

Weiter heiße es in dem Papier, vor Verabschiedung des Gesetzes zur Teilprivatisierung im Bundestag müsse eine unterschriftsreife Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung vorgelegt werden.

Diese solle vor der "materiellen Privatisierung" ein Jahr lang getestet werden. Den Einstieg von Investoren oder einen Börsengang würde dies weiter verzögern.

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(Reuters)