Von Janis Vougioukas

Auf dem Welternährungsgipfel wird über knappe Nahrungsmittel und Hunger diskutiert - doch in Wirklichkeit quellen in Asien die Lager über. Die Bauern bleiben auf ihrer Ernte sitzen.

Die Reiskrise auf den asiatischen Lebensmittelmärkten könnte unerwartet schnell vorüber sein. Der Preis der thailändischen Leitsorte fiel auf 830 bis 850 Dollar pro Tonne. In der vergangenen Woche hatte der Preis nach Händlerangaben noch bei 900 bis 930 Dollar pro Tonne gelegen. Exporteure nannten als Hauptgründe das wachsende Angebot an Reis und die sinkende internationale Nachfrage. Seit dem 22.Mai sind die Preise um ein Fünftel gefallen.

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Arbeiter in einer Reismühle nahe Hyderabad in Indien. (© Foto: AFP)

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Thailand ist der größte Reisexporteur der Welt. Im April waren die Reispreise an der weltgrößten Warentermin-Börse in Chicago auf Rekordhöhe gestiegen und hatten erstmals die Marke von 1000 Dollar pro Tonne durchbrochen.

Gewalttätige Proteste und drohende Ausfuhrstopps

Zuvor hatten mehrere Reisexporteure wie Indien und Vietnam angekündigt, ihre Ausfuhren zu reduzieren oder ganz zu stoppen. Selbst US-Supermärkte hatten daraufhin angefangen, den Verkauf von Reis zu rationieren. Reis ist das wichtigste Grundnahrungsmittel für etwa drei Milliarden Menschen.

Schnell steigende Lebensmittelpreise hatten zuletzt in Asien und Afrika zu gewalttätigen Protesten geführt. In Haiti war sogar die Regierung über den hohen Reispreis gestürzt. Derzeit tagt in Rom der Welternährungsgipfel und berät über die weltweite Nahrungsversorgung. Am Mittwoch hat es in Rom erste Hilfszusagen für den Kampf gegen die Lebensmittelkrise und den Hunger in der Welt gegeben.

So hat die Islamische Entwicklungsbank angekündigt, 1,5 Milliarden Dollar (knapp 970 Millionen Euro) bereitstellen zu wollen, teilte der Chef der UN- Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO), Jacques Diouf, mit. Mit dem Geld sollen Programme zur Entwicklung der Landwirtschaft in den ärmsten Ländern finanziert werden. Auch das Welternährungsprogramm will dieses Jahr zusätzlich zu den bereits geplanten Hilfen weitere 1,2 Milliarden Dollar (775 Millionen Euro) ausgeben.

Die asiatischen Länder sind in unterschiedlichem Maß von der Reiskrise betroffen: Die verheerenden Wirbelstürme in Burma hatten einen Großteil der Reisernte zerstört und das Land in einen Nettoimporteur verwandelt. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen muss Burma im laufenden Jahr etwa eine halbe Million Tonnen Reis importieren. Doch fast alle anderen asiatischen Länder erwarten in den kommenden zwei Monaten eine Rekordernte.

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