Nächste Insolvenz in der Branche Solarhersteller Sovello ist pleite

Das nächste Opfer der Solar-Krise steht fest: Mit Sovello beantragt erneut ein ostdeutsches Sonnenenergie-Unternehmen Insolvenz - was mit den 1200 Mitarbeitern passiert, ist offen. Noch vor kurzem hatte die Geschäftsführung große Investitionen angekündigt.

Der Solarhersteller Sovello ist pleite. Das Unternehmen hat Insolvenzantrag beim Amtsgericht Dessau-Roßlau gestellt, teilte das Gericht mit. Ziel sei eine Insolvenz in Eigenverwaltung. Das Unternehmen mit etwa 1200 Mitarbeitern hat seinen Sitz in Thalheim in Sachsen-Anhalt, unmittelbar neben dem Solarhersteller Q-Cells, der erst im April in die Insolvenz gegangen ist.

Sovello hatte seine Produktion bereits auf ein Drittel seiner Kapazität gedrosselt. Als Grund wurde die schwierige Marktlage angegeben. Noch am Wochenende wollte das Unternehmen Berichte über eine mögliche Insolvenz nicht kommentieren.

Im Januar hatte Sovello-Geschäftsführer Reiner Beutel noch angekündigt, das Unternehmen werde in den nächsten zwei Jahren rund 35 Millionen Euro investieren. Damit solle die jährliche Produktionskapazität von derzeit 180 Megawattpeak bis Ende 2013 auf etwa 250 Megawattpeak erhöht werden. Auch eine Erweiterung auf 300 Megawatt schloss Beutel damals nicht aus.

Sovello wurde 2005 gegründet, damals noch als Joint Venture EverQ. Im Februar 2006 verließen die ersten Solarmodule das Werk. EverQ wurde im November 2008 in die Sovello AG umgewandelt. Im April 2010 übernahm der Private Equity Gesellschaft Ventizz Capital Fund das Unternehmen.

Inzwischen kämpft die ostdeutsche Solarindustrie ums Überleben. Nachdem Anfang April der frühere Weltmarktfürher Q-Cells in Bitterfeld Insolvenz angemeldet hatte, folgte Ende April der zweitgrößte Solarzellenhersteller der Welt, First Solar. Das Unternehmen kündigte an, sein Werk in Frankfurt/Oder zu schließen. Auch viele kleinere Solarfirmen stecken in Schwierigkeiten, die meistens sind in Ostdeutschland ansässig. Die Schuld daran geben sie vor allem den Kürzungen der Solarsubventionen.