Im Poker um die feindliche Übernahme von Aventis durch den französischen Konkurrenten Sanofi-Synthélabo setzen die Märkte auf eine Nachbesserung der Offerte.
Der Kurs der Aventis-Aktien kletterte am Montag um 0,4 Prozent auf 63 Euro. Damit liegt die Bewertung von Aventis inzwischen fünf Prozent über dem von Sanofi angebotenen Preis.
Vor der Aventis-Zentrale in Straßburg. (© Foto: dpa)
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Der französisch-deutsche Pharmakonzern Aventis hält das Übernahmeangebot des kleineren Rivalen nach den Worten von Konzernchef Igor Landau für viel zu niedrig. Erst ein Aufschlag von 40 bis 50 Prozent würde das Angebot interessant machen. Selbst wenn Sanofi ihr Übernahmeangebot um zehn bis 15 Prozent erhöhe, sei dies immer noch unzureichend, sagte Landau.
An diesem Mittwoch will sich der Aufsichtsrat von Aventis nach Informationen der Süddeutschen Zeitung erneut treffen, um über Gegenmaßnahmen zu beraten.
Viele Abwehrmaßnahmen denkbar
"Einen Weißen Ritter zu suchen, ist nur eine von vielen denkbaren Möglichkeiten", hieß es in Aufsichtsratskreisen. Ein Sitzungsteilnehmer dementierte unterdessen Presseberichte, nach denen der Vorstand den Aufsichtsrat in der vergangenen Woche über die Namen möglicher Partner informiert habe, die Aventis mit einem eigenen Angebot vor der feindlichen Übernahme schützen könnten.
"Es wurden keine Namen genannt", hieß es in Aufsichtsratskreisen. Das Wall Street Journal hatte zuvor berichtet, der schweizerische Pharmakonzern Novartis habe Investmentbanker damit beauftragt, eine Gegenofferte als "Weißer Ritter" für Aventis zu prüfen.
Verkauf von RandaktivitätenDer Pharmakonzern teilte in Straßburg mit, er halte an seinem Plan fest, bis zum Jahresende alle nicht zum Kerngeschäft gehörenden Aktivitäten zu verkaufen.
Die EU-Kommission hatte am Wochenende genehmigt, dass Aventis statt des 15,3-prozentigen Anteils am Chemiekonzern Rhodia SA die 49-prozentige Beteiligung an der Wacker-Chemie GmbH verkaufen dürfe, um die ursprünglichen Auflagen für die Fusion von Hoechst und Rhône-Poulenç, aus der Aventis hervorgegangen ist, zu erfüllen.
Doppelt so groß
Sanofi-Synthélabo, Frankreichs zweitgrößter Pharmakonzern, hatte vorige Woche eine Übernahmeofferte im Volumen von damals rund 48 Milliarden Euro für die gemessen am Umsatz etwa doppelt so große Aventis vorgelegt. Das Management und der Aufsichtsrat von Aventis hatten die Offerte in der vergangenen Woche zurückgewiesen.
(SZ vom 03.02.04)
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