Nach zurückgenommener Gewinnprognose Siemens-Aufsichtsräte diskutieren über Löschers Zukunft

Siemens-Chef Peter Löscher wird sein Ziel einer Rendite von zwölf Prozent nicht erreichen.

(Foto: Stephan Rumpf)

Schon zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit musste Siemens-Chef Peter Löscher sein Versprechen brechen. Der Konzern wird die geplante Rendite nicht erreichen. Nun treffen sich Kapital- und Arbeitnehmervertreter schon an diesem Wochenende. Ganz oben auf der Tagesordnung: die künftige Zusammensetzung des Vorstands.

Wieder eine Korrektur der Gewinnprognose: Siemens muss sein geplantes Renditenziel zuürcknehmen. Nun verhandeln die Kapital- und Arbeitnehmervertreter des Aufsichtsrates bereits am Wochenende über die Zukunft von Vorstandschef Peter Löscher. Die Fraktionen treffen sich getrennt in München.

Thema der Vorbesprechungen für die Aufsichtsratsitzung sei vor allem "die zukünftige Zusammensetzung des Vorstands", berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Das ganze Kontrollgremium wird dann am Mittwoch zu seiner offiziellen Sitzung zusammenkommen. Dabei wird sich Konzernchef Löscher vor den Kontrolleuren erklären müssen, warum das Unternehmen schon zum zweiten Mal innerhalb von nicht einmal drei Monaten seine Gewinnerwartungen zurücknehmen musste.

Am Donnerstag hat Löscher sein selbstgestecktes Renditenziel von zwölf Prozent bis zum Jahr 2014 aufgeben müssen. Löscher steht nicht nur deshalb unter Druck, sondern auch wegen einer Reihe vorangegangener Misserfolge.

Am Kapitalmarkt kam das gebrochene Versprechen nicht gut an: Die Siemens-Aktie verlor in Folge sieben Prozent an Wert. Auch unter den Arbeitnehmern nimmt die Unzufriedenheit zu. Mit seinem aktuellen Sparkurs und dem Abbau von 10.000 Stellen weltweit hat sich Löscher bei der Belegschaft unbeliebt gemacht.